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Flugdrohne als Spielzeug für Hobbyspione

10.01.2013 |  Von  |  Allgemein

Modellflugzeuge und Minihelikotper fliegen lassen war gestern. Heute spielen die (grossen) Jungs mit ferngesteuerten Flugdrohnen und proben Spionageangriffe auf ihre arglose Umgebung. Gibt’s doch gar nicht? Aber ja! Der Quadrocopter AR.Drone 2.0 des Herstellers Parrot macht es möglich.

Gesteuert wird die Flugdrohne über eine App, die wahlweise auf Android- und iOS-Smartphones oder Tablets installiert wird. Besonders interessant an dem Gerät sind zwei Kameras für Videos aus der Vogelperspektive. Das Bild der Kamera wird dabei auf den Display des Smartphones oder Tablets übertragen und liefert die Pilotenperspektive.



Flugdrohne steuern leicht gemacht

Die Steuerung der Flugdrohne ist selbst für Neu-Piloten kein Problem. Vier Rotoren garantieren einen stabilen Schwebeflug – wie auch schnelles Auf- und Absteigen sowie das Drehen um die eigene Achse. Die Reichweite liegt bei rund 50 Metern. Sollte der Pilot die Drohne mal versehentlich zum Beispiel gegen einen Baum steuern, bringt sie ein „Emergency“- Button zum kontrollierten Absturz.

Zwei Kameras liefern Bilder aus der Luft

Ausgestattet ist die Drohne mit einer niedrig auflösenden Bodenkamera (Auflösung: 329 x 240 Pixel) und einer gut auflösenden Frontkamera (Auflösung: 1280 x 720 Pixel). Somit lassen sich auch Bilder und Videos in HD-Qualität machen, die anschliessend bequem online (z. B. auf Youtube) gestellt werden können. Der etwaige Spionage-Angriff auf den Nachbarn wird zwar erschwert, da die Frontkamera selbst nicht neig- und schwenkbar ist und zudem ohne eine Neigung nach unten montiert ist. Doch immerhin warnt der Anbieter Parrot extra, dass das Gerät nicht zu Spionagezwecken verwendet werden darf.

Ein zweifelhaftes Spielzeug

Soweit die Fakten – doch was ist jetzt davon zu halten? Nun, einen faden Beigeschmack hinterlässt es allemal, wenn hier moderne Überwachungs- und Kriegstechnik als harmloses Spielzeug verkauft wird. Auch wenn Anwender der Drohne einen Mordspass zu haben scheinen – aus Sicht der unbeteiligten Umwelt ist es doch eine nervige Sache, wenn grosse Jungs einem mit einem solchen Ding auf die Pelle rücken.

Nachbarn, die sich vor voyeuristischen Angriffen durch Spielzeug-Flugdrohnen schützen wollen, bleibt jetzt wohl nichts anderes übrig, als eine eigene Flugabwehr in ihrem Garten zu installieren – denn die gibt’s wahrscheinlich längst auch im Spielzeugladen zu haben, wetten?



 

Oberstes Bild: © Halftermeyer – Wikimedia – CC BY-SA 3.0