Nach der „Eurorettung“ droht Zypern düstere Zukunft

Nach der „Eurorettung“ droht Zypern düstere Zukunft

(Bild: © Vepar5 - Shutterstock)

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„Wir erwarten tiefe Rezession und steigende Arbeitslosigkeit.“ So sieht laut dem zyprischen Arbeitsminister Harris Georgiades nach dem beschlossenen „Rettungspaket“ die Zukunft seines Landes aus – und leider wird er wohl Recht behalten.

Denn die Aussichten für Zypern sind unter der Fuchtel der Troika (EZB, IWF, EU-Kommission) in der Tat düster. Hier einige erschreckende Schlaglichter auf die Euro-/Zypernkrise.

Blindheit der Eurokraten für die menschlichen Schicksale

Was die Krise und die verabreichte (Schein-)„Medizin“ für die Menschen auf Zypern tatsächlich bedeutet, ist für die Eurokraten offenbar egal. Es geht Brüssel allein darum, an Zypern ein Exempel zu statuieren – ohne Rücksicht auf die katastrophalen Folgen für die Menschen.

Vogel friss oder stirb“-Politik der Troika

Die Verknüpfung der gewährten ESM-Kredite (bis zu zehn Milliarden Euro) an Zypern mit der Zerschlagung des dortigen Finanzplatzes sowie einer rigiden Spar- und Kürzungspolitik wird das Land nur tiefer in die Rezession treiben. „Strukturanpassungen“ während einer Rezession führen nicht aus der Krise heraus, sondern verschlimmern sie nur, wie das Beispiel Griechenland zeigt. Mit Zypern wird letzten Endes eine weitere Elendsökonomie in Südeuropa geschaffen.

Verlogenheit und Doppelmoral

Die Kritik am „aufgeblähten Finanzsektor“ in Zypern ist heuchlerisch, denn das Entstehen von Finanz- und Steuerparadiesen (Zypern steht hier ja nicht allein) ist von der EU selbst befördert worden. Zu verlangen, das ein Land, dessen Wirtschaft wesentlich auf Finanzgeschäften basiert, von heute auf morgen sein Modell umstellen soll, ist unrealistisch. Die Bankenabwicklung im Verein mit der Kürzungspolitik lassen düstere Zeiten für Zyperns Wirtschaft befürchten.

Der Tabubruch

Die zunächst erhobene Forderung, auch Zyperns Kleinsparer zur Kasse zu bitten, lieferte ein fatales Signal: Sparer in der ganzen EU müssen nun um ihre Einlagen fürchten – denn die von der EU garantierte Einlagensicherung ist offenbar nichts wert. Die daraus resultierende Verunsicherung und drohende Kapitalflucht werden für die nächsten kriselnden Banken sorgen.

Unfrieden in Europa

Die Politik in Brüssel – allen voran in Berlin – zielt darauf, die Länder in der EU gegeneinander auszuspielen. Erst lag der Schwarze Peter bei „faulen Griechen“, jetzt sind „die Zyprioten mit ihrem Geschäftsmodell“ schuld an der Krise. Dass das Diktat der grossen Länder gegenüber den kleinen Schuldnerstaaten von den Menschen dort als arrogant und bevormundend wahrgenommen wird, nehmen die führenden Politiker der EU nicht wahr. So fällt dem deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble zu den Kritikern an der Rolle Deutschlands bei der Zypern-Rettung nichts weiter ein, als dass diese eben bloss „neidisch“ seien (im ZDF).

Wer tatsächlich zielführende Lösungen für die bestehende Finanzkrise finden will, muss zuerst einmal eine geeignete Diagnose stellen. Genau dies wird man in der Mainstream-Presse aber nicht finden. Wer tiefer in die Materie einsteigen will, findet hingegen dazu auf den folgenden Seiten gute Analysen:

 

Oberstes Bild: © Vepar5 – Shutterstock

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