Schweiz ist verstärkt im Visier von Cyber-Spionen

30.04.2013 |  Von  |  Kriminalität

In der Schweiz finden weiterhin verbotene Tätigkeiten durch ausländische Nachrichtendienste statt. Dabei wird die Schweiz verstärkt zum Angriffsziel für Cyber-Spionage. Dies hält der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) in seinem heute veröffentlichen Lagebericht 2013 fest.

Cyberrisiken nehmen laut dem Bericht deutlich zu, weil das Funktionieren der Schweiz von immer enger vernetzten Informations- und Kommunikationseinrichtungen abhängig ist. Immer häufiger setzen ausländische Agenten und Nachrichtendienste elektronische Mittel ein, da sich diese weitgehend anonym und mit wenig Aufwand nutzen lassen und viele Möglichkeiten für Missbrauch, Manipulation und Schädigung bieten.

Trotz dieser Gefahren befindet sich die Schweiz langfristig gesehen und im Vergleich mit vielen anderen Ländern laut NDB in einer sehr stabilen und ruhigen Situation.

So ist die Schweiz weiterhin kein prioritäres Ziel dschihadistisch motivierter Anschläge. Allerdings sind Schweizer Bürgerinnen und Bürger im Ausland – namentlich in Konfliktzonen des islamischen Raums – stärker als früher von politisch und terroristisch motivierten Entführungen bedroht.

Dschihadreisende aus der Schweiz

Unter besonderer Beobachtung der Nachrichtendienste in ganz Europa stehen Dschihadreisende – Personen, die in Kriegsgebiete reisen, um dort an Kampfhandlungen teilzunehmen oder sich in Trainingscamps ausbilden zu lassen. Von den sogenannten Rückkehrern geht die Gefahr aus, dass sie in Europa Anschläge begehen oder als Vorbild für potentielle Dschihadisten dienen.

Der NDB bestätigt mehrere Dschihadreisende aus der Schweiz nach Somalia. Das Land ist die häufigste Destination von Dschihadwilligen aus der Schweiz. Der NDB verfügt ebenfalls über einzelne Erkenntnisse bezüglich dschihadistischer Reisebewegungen aus der Schweiz nach Syrien. Die Informationslage reiche jedoch nicht aus, um von bestätigen Fällen zu sprechen.

Der NDB will die Lage im Rahmen der gesetzlichen Mittel beobachten, um Radikalisierung und Rekrutierungsnetzwerke sowie Dschihadreisende und Rückkehrer frühzeitig zu erkennen.

Keine Gefährdung durch Links- und Rechtsextremismus

Zum Rechts- und Linksextremismus hält der NDB fest, dass das Gewaltpotenzial in diesem Bereich bestehen bleibe, die innere Sicherheit der Schweiz hierdurch insgesamt aber nicht gefährdet sei. Die Lage im Linksextremismus habe sich leicht entspannt, während sich im Rechtsextremismus das klandestine Verhalten verstärkt habe. Welche Konsequenzen sich daraus ergeben, sei noch nicht absehbar.

 

Quelle und weiterführende Informationen: vbs admin


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