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Warum Verschwörungstheorien unverzichtbar sind

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„Verschwörungstheorie“: Dieser Begriff hat im Mainstream vorwiegend einen negativen Klang. Verschwörungstheoretiker gelten schnell als „Wirrköpfe“ oder „Spinner“.

Doch tatsächlich leisten gute Verschwörungstheorien nicht nur einen wichtigen Beitrag zum Verständnis des Weltgeschehens, sondern sind für die Demokratie sogar unverzichtbar. Dazu die folgende Begriffsklärung.

Verschwörungstheorien versus Verschwörungslegenden

Wir werden heimlich von Ausserirdischen beherrscht.“ „Die Illuminaten stecken hinter allem.“ „Elvis Presley lebt.“ Solche Ansichten werden gemeinhin assoziiert, wenn der Begriff „Verschwörungstheorie“ fällt. Dabei haben diese eher albernen Vorstellungen mit Verschwörungstheorien nichts zu tun. Denn: Eine Theorie muss wissenschaftlichen Kriterien wie Falsifizierbarkeit, Nachprüfbarkeit und Belegbarkeit genügen.

Die oben genannten Verschwörungsansichten genügen diesen wissenschaftlichen Kriterien natürlich nicht. Statt von „Verschwörungstheorien“ sollte man daher hier besser von Verschwörungserzählungen oder Verschwörungslegenden sprechen. Gerne werden Verschwörungstheorien und Verschwörungslegenden in einen Topf geworfen, um erstere zu diskreditieren. Doch was sind Verschwörungstheorien wirklich?

Verschwörungstheorien enthüllen verdeckte Kriegsführung, Staatsterror, False-Flag-Operationen

Der genuine Bereich, mit dem sich ernsthafte Verschwörungstheorien beschäftigen, ist das Feld, wo Verschwörungen nachweislich (siehe Punkt 3) stattfinden – nämlich das Tätigkeitsfeld staatlicher Geheimdienste. Brauchbare Verschwörungstheorien enthüllen, wie Staaten mithilfe ihrer Geheimdienste verdeckte Kriegsführung betreiben, Operationen „unter falscher Flagge“ ausführen oder inszenierten Terror bzw. Staatsterror verüben.

Der Verschwörungstheoretiker hat hierbei die Rolle eines Kriminalisten, der streng wissenschaftlich Indizien, Spuren, falsche Fährten, Widersprüche in offiziellen Darstellungen etc. aufspürt und auch nach dem „Cui bono“ („Wem nützt’s“) fragt.

Es gilt: Eine gute, solide Verschwörungstheorie deckt Verschwörungen auf, die später auch von der offiziellen Geschichtsschreibung bzw. von den staatlichen Vertretern allgemein anerkannt und nicht mehr bestritten werden (siehe Punkt 3).

Beispiele für offiziell anerkannte, belegte Verschwörungen

Im Folgenden sei eine kleine Auswahl an Beispielen für verschwörerisches Handeln von Staaten und Geheimdiensten aufgeführt, die heute offiziell unbestritten sind:

Staaten als Verbreiter von „Verschwörungstheorien“

Jetzt wird es ein wenig kompliziert: Die eifrigsten Verbreiter von „Verschwörungstheorien“ sind nämlich die Staaten selbst. Doch der Begriff muss hier eigentlich in Anführungszeichen gesetzt werden. Denn solche staatlichen „Verschwörungstheorien“ dienen nicht der Aufdeckung der Wahrheit, sondern werden lediglich dazu benutzt, um Sündenböcke auszumachen und Kriege oder „Säuberungsaktionen“ zu legitimieren ( „Cui bono!“).

Somit entpuppen sich diese staatlichen „Verschwörungstheorien“ in Wahrheit als plumpe Verschwörungslegenden (siehe Punkt 1). Typischerweise sind diese staatlichen „Verschwörungstheorien“ auch nicht Resultat gründlicher Recherchen, sondern werden bei passender Gelegenheit rasch aus der Schublade gezogen.

So werden etwa bei Anschlägen oder Attentaten die „Verschwörer“ mit Namen und Adressen meist noch am Tattag oder kurze Zeit später der Weltöffentlichkeit bekannt gegeben – weil die Täter z.B. „zufällig“ ihre Pässe am Tatort haben liegen lassen… Die „Bestrafung“ und Eliminierung der unerwünschten Gegner folgt dann auf dem Fusse – denn nur zu diesem Zweck wurden die staatlichen Verschwörungslegenden ersonnen.

Eine staatliche Verschwörungslegende ist zum Beispiel die Geschichte der US-Regierung von „Osama bin Laden und den 19 Räubern“, die aus einer afghanischen Höhle gekrochen kamen, um mittels Flugzeugangriffen der Supermacht USA einen empfindlichen Schlag zu versetzen. Ein untrügliches Zeichen dafür, dass es hierbei nicht um die Wahrheit ging, ist die Tatsache, dass mit dieser Geschichte lediglich ein längst vorher geplanter Krieg gegen Afghanistan gerechtfertigt wurde.

Ein aktuelles Beispiel für staatliche Verschwörungslegenden ist die Behauptung der Türkei, der syrische Geheimdienst stecke hinter den Anschlägen in der türkischen Stadt Reyhanli nahe der Grenze zu Syrien  – eine typische offizielle „Verschwörungstheorie“. Denn auch hier ist nach dem „Cui bono“ zu fragen: Diese Anschläge nützen allein den Kriegsinteressen der Türkei und der Nato – wohl kaum aber den Interessen von Baschar al-Assad, es sei denn, man unterstellt dem syrischen Präsidenten, dass er nichts sehnlicher als Nato-Bomben über sein Land herbeiwünscht.

Somit ist es eine wichtige Aufgabe ernsthafter Verschwörungstheoretiker, die offiziellen  „Verschwörungstheorien“ als das zu entlarven, was sie sind – nämlich Verschwörungslegenden.

Warum Verschwörungstheorien häufig unbeliebt sind

Dass Verschwörungstheorien bei staatlichen Vertretern nicht beliebt sind, liegt auf der Hand, setzen Regierungen doch alles daran, die Aufdeckung staatlicher Verschwörungen zu verhindern – zum Beispiel mittels Vernichtung von Geheimdienst-Akten wie im Falle des NSU-Prozesses in Deutschland.

Doch auch normale Bürger halten sich von Verschwörungstheorien häufig lieber fern. Kein Wunder, denn die Vorstellung, dass „Vater Staat“ bereit sein könnte, sogar die eigenen Bürger für seine Machtinteressen zu opfern, ist so ungeheuerlich, dass viele diesen Gedanken lieber nicht denken möchten.

Warum Verschwörungstheorien unverzichtbar sind

Dessen ungeachtet sind ernsthafte Verschwörungstheorien für Freiheit und Demokratie unverzichtbar, da sie verbrecherisches Handeln von Staaten ans Tageslicht zerren und demokratiefeindliche Bestrebungen der Mächtigen, die sonst im Verborgenen blieben, enthüllen. So geht es heute darum, die Machenschaften westlicher Geheimdienste (allen voran der CIA) im Falle des Konfliktes um Syrien und Iran aufzudecken und hierzu verbreitete offizielle Verschwörungslegenden zu entlarven, um einen 3. Weltkrieg zu verhindern.

 

Oberstes Bild: © Sergieiev – Shutterstock

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