Enthüllungsbuch: Natascha Kampusch – kein Einzelfall, sondern eine Staatsaffäre

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Brisante Enthüllungen im Fall Natascha Kampusch kündigen die beiden deutschen Journalisten Guido Grandt und Udo Schulze in ihrem neuen Buch „Staatsaffäre Natascha Kampusch – Politskandal, Vertuschung, Opfer“ an, das ab nächster Woche lieferbar ist.

Kernaussage des Enthüllungsbuchs: Die Entführung von Natascha Kampusch war kein individueller Fall und nicht die Tat eines Einzeltäters. Vielmehr führen die Spuren dieses Verbrechens bis hinauf in höchste staatliche Kreise, zu einem Netzwerk hochrangiger Personen aus Staat, Politik und Justiz, die in einen Sumpf aus Kinderpornografie, Kinderhandel und Kindesmissbrauch – teils auch Satanismus und Sadomaso – verstrickt sind. Internationale Verbindungen des elitären Netzwerks führen über Österreich hinaus u. a. nach Deutschland und in die USA.

Der Fall Natascha Kampusch – vergleichbar mit Machenschaften um Marc Dutroux

Die Journalisten behaupten dies nicht nur, sondern belegen diesen beunruhigenden Sachverhalt mit gründlichen Recherchen, wie sie im Gespräch auf alpenparlament berichten. Personen aus hohen politischen und juristischen Kreise Österreichs waren an die Autoren herangetreten und hatten sie um unabhängige Ermittlungen gebeten. Denn offenbar seien auch gewisse an Aufklärung interessierte, einflussreiche Personen in Österreich es leid, dass in österreichischen Medien die explosive Dimension des Falls Kampusch konsequent vertuscht wird, so die Autoren.

Auf diesem Wege kamen die Journalisten in den Besitz von hochbrisanten Akten und Dokumenten, Geheimdienstpapieren, staatsanwaltschaftlichen Unterlagen, Amtsvermerken, Fotos, Polizeitonbändern und Polizeivideos. Das  Material förderte Erschreckendes zu Tage und erschüttert die offizielle Version des Falls Kampusch. Die Sprengwirkung des Falls ist laut den Autoren vergleichbar mit dem Kinderschänder-Skandal um Marc Dutroux in Belgien, wo ja auch staatliche Stellen in die dunklen Machenschaften verstrickt waren und reihenweise Personen und Zeugen nach Bekanntwerden des Falls starben – wobei die Autoren sogar ganz konkrete Verbindungen zwischen den beiden Fällen aufzeigen.

Eine merkwürdige Reihe von „Selbst“morden

Mysteriöse Todesfälle gab es auch im Falle Kampusch – alles angeblich Selbstmorde, wobei laut Recherchen der beiden Journalisten die Umstände vielmehr auf Mord hindeuten. Zunächst ist da der Chef-Ermittler und Sokoleiter Franz Kröll. Er hielt seine Überzeugung auf Tonband fest, dass für den Fall Kampusch ein elitäres Netzwerk verantwortlich sei, das er mit Namen identifizieren könne. Kurze Zeit später starb der Sokoleiter – angeblich durch Selbstmord.

Grandt und Schulze glauben nicht an die Selbstmord-These. Laut ihren Recherchen deutet vielmehr alles daraufhin, dass der unbequeme Ermittler aus dem Weg geräumt wurde. Die Namen, von denen Kröll wusste, sind auch den Autoren bekannt, wie sie betonen – die betreffenden hochrangigen Personen erscheinen im Buch allerdings aus rechtlichen Gründen anonymisiert.

Ebenso wenig glauben die Enthüllungsjournalisten an den Selbstmord des Kampusch-Entführers Wolfgang Priklopil, bei dem ebenfalls alles auf ein unfreiwilliges Ableben hindeutet.

Die Autoren nennen einen dritten, besonders delikaten Todesfall im Zusammenhang mit Kampusch – den Tod eines österreichischen Geheimdienstoffiziers in Deutschland, der Kontakte zur Bundeswehr hatte. „Hier spielte sich einiges ab, was einem die Haare zu Berge stehen lässt“, verrät Journalist Udo Schulze.

Zweifelhafte Kinderfotos von Natascha Kampusch

Neben den Vertuschungen bei den offiziellen Ermittlungen zum Fall Kampusch (z. B. die fehlende Einvernahme der einzigen Entführungszeugin, die ihre anfängliche Aussage, zwei Täter gesehen zu haben, 2009 nach eigener Aussage unter polizeilichem Druck zurückziehen musste) beschäftigen sich die Autoren eingehend mit dem Entführungsopfer selbst.

Die Widersprüche in Kampuschs eigenen Aussagen zeigen laut den Journalisten, dass Kampusch von ihrem Beraterstab unter Druck gesetzt wird, die Geschichte so wie erwartet zu erzählen. Die Autoren untersuchen auch eingehend das schwierige soziale Milieu, in dem Kampusch aufwuchs. Im Zuge ihrer Ermittlungen bekamen Grandt und Schulze ausserdem Kinderfotos in die Hände, die das ca. 4- bis 5- jährige Mädchen Natascha Kampusch in zweifelhafter Pose zeigen und laut offiziellen Expertisen zur Anwerbung von Pädophilen diente. So kam die Entführung also offenbar keineswegs aus heiterem Himmel, sondern vielmehr deuten starke Hinweise auf eine Mitwisserschaft im Umfeld hin.

Das Fazit der Autoren: Die Geschichte von Natascha Kampusch muss neu erzählt werden  wobei ihr Buch einen Anfang machen will. Das Buch, das über den Verlag Weltenwandel zu beziehen ist, enthält somit puren Sprengstoff. Abzuwarten bleibt, ob und wie lange es den offiziellen Stellen in Österreich gelingt, diese brisanten Hintergründe zum Fall Kampusch totzuschweigen und einfach zur Tagesordnung überzugehen.

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