Masseneinwanderung: Bundesrat möchte Wind aus den Segeln nehmen

16.01.2014 |  Von  |  Gesellschaft, Politik
Masseneinwanderung: Bundesrat möchte Wind aus den Segeln nehmen
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Der Abstimmungskampf um die Masseneinwanderung ist in der heissen Phase, da tritt Bern plötzlich mit versöhnlichen Worten auf die Bühne.

Bundesrat Johann Schneider-Ammann verspricht Massnahmen gegen Sozialmissbrauch durch Einwanderer.

Konkret will Schneider-Ammann, dass EU-Bürger auf Arbeitssuche keine Sozialhilfe mehr beziehen können. Damit versucht er ganz offensichtlich, einem der Hauptargumente der „Masseneinwanderung – Nein“-Initiative den Wind aus den Segeln zu nehmen. Die Initianten weisen unter anderem darauf hin, dass zwar nur knapp ein Viertel der Schweizer Bevölkerung aus Ausländern besteht, diese jedoch fast die Hälfte der Arbeitslosen und der Sozialhilfeempfänger stellen.

In der Bevölkerung scheint die Stimmung eher gegen eine liberale Einwanderungspolitik gerichtet zu sein. Das aktuelle Engagement der Bundesräte im Werben um ein Beibehalten der aktuellen, freizügigen Regelung zeigt laut einer Expertin, wie ernst unsere Spitzenpolitiker die Sache nehmen. Silja Häusermann, Professorin für Schweizer Politik und Vergleichende politische Ökonomie an der Universität Zürich, sagte heute in einem Interview mit 20min.ch: „Die Ankündigungen des Bundesrats sind ganz klar als Reaktion auf die SVP-Initiative zu sehen.“ Und: „Das grosse Engagement zeigt in erster Linie, wie gravierend der Bundesrat die Folgen einer Annahme einschätzt.“ Häusermann zufolge stehen vor allem die bilateralen Abkommen mit der EU und den EFTA-Staaten auf dem Spiel.

Die Frage ist nur: Sind die Interessen der EU wichtiger als die Lebensqualität der Schweizer? Zwar werden die Gegner der Initiative nicht müde zu betonen, dass die Schweiz von der massenhaften Zuwanderung profitiere; dieses Argument scheint jedoch fragwürdig (siehe auch unseren ausführlichen Bericht über das Argumentarium der Initiative). Und selbst wenn ein Missbrauch der Sozialsysteme unterbunden werden könnte – die kulturelle Herausforderung wäre damit noch lange nicht bewältigt.

Jedes Land hat seine Geschichte und Kultur, die jeden einzelnen Bürger prägen und ein von gemeinsamen Werten getragenes Kollektiv schaffen. Es ist ein bisschen wie mit Teambildung in Unternehmen: Was man nicht teilt, dafür kämpft man auch nicht. Die Schweiz hat sogar mehr als alle anderen Nationen Europas für ihre besonderen Werte gekämpft, die ein Land einen, das heterogener kaum sein könnte. Vier Amtssprachen sind Rekord, jedenfalls auf die Fläche bezogen!

Die besondere Lebensqualität, die man in der Schweiz geniesst, ist ein Produkt dieses klaren Bekenntnisses zu den Schweizer Grundwerten – direkte Demokratie, Machtrotation, starke Stellung der Kantone, Neutralität. Wenn nun massenhaft Menschen einwandern, die diese Überzeugungen nicht haben, und aus Zeitgründen auch gar nicht lernen können, dürfte die kulturelle Substanz der Schweiz irgendwann bröckelig werden. Länder wie Deutschland oder Frankreich haben bereits mit Problemen einer Massenzuwanderung zu kämpfen. Die verpasste Integration ganzer Generationen von Zuwanderern – welche aber als Niedriglohnarbeiter gerne gesehen waren – mündete dort in die Entstehung von Ghettos und kulturellen Parallelwelten.

Die Wirtschaft klagt, sie brauche mehr Fachkräfte. Die Masseneinwanderung ist aber keine Lösung für dieses Problem. Selbst wenn sie der Wirtschaft helfen könnte – was zweifelhaft erscheint – dürfte sie der Schweizer Kultur auf lange Sicht erheblichen Schaden zufügen. Ökonomische Interessen dürfen niemals wichtiger als die kulturelle Identität werden. Langfristig schadet sich die Wirtschaft damit sogar selbst, indem sie ihren eigenen Nährboden zerstört. Denn kulturelle Identität schliesst einen Arbeits- und Bildungsethos immer auch mit ein; umgekehrt ist dies nicht der Fall.

 

Titelbild: Logo SVP-Initiative

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2 Kommentare


  1. Da bin ich gleicher Meinung! Wenn die gemeinsame Geschichte, das gemeinsame Lebensgefühl verblasst, ist es mit der Kultur und schliesslich mit dem Volk zu Ende 🙁

  2. Eine kleine Geschichte.
    Neulich fuhr ich mit dem Auto nach Chur ca. 25 Km,ein Weg zum Media Markt, mit der Absicht einen Scanner zu kaufen der meine alten Dias scannen kann. Ich wannte mich an einen dortigen jungen Verkäufer und erklärte Ihm mein Anliegen.
    Zur Auswahl standen zwei Geräte. Entschieden habe ich mich dann für ein Canon Scanner. Zuhause angekommen installierte ich die Soft Ware nach Vorschrift schaltete das Ding ein,holte meine Dias hervor und los ging es. Bald einmal merkte ich aber dass etwas nicht funktioniert, die Fotos wurden unscharf und dunkel. Daraufhin packte ich wieder alles zusammen, nahm meinen alten Epson Scanner bei dem ich keine Stromanschluss mehr hatte, warum auch immer und fuhr wieder nach Chur zum Media Markt. Dort suchte ich den gleichen Verkäufer der mir den Canon Scanner verkauft hat auf. Als ich Ihm meine Feststellung mitteilte antwortete er das hätte er nicht gewusst, und es tue ihm leid. Darauf hin Verlangte ich ein Stromanschlusskabel für meinen alte Epson.Nach einigem hin und her bekam ich dann den Anschluss mit 8 verschiedenen Adapter. Als ich fragte ob auch Einer passen würde lächelte Er mich mitleidig an und sagte ja ganz sicher. Daraufhin getraute ich mich nicht mehr meinen alten Epson auszupacken und das an Ort und Stelle zu prüfen. Wiederum zu Hause angekommen machte ich mich dahinter. Es waren ja 8 Stecker, ich probierte jeden 2 mal, aber die verdammten Dinger wollten einfach nicht in meinen alten Epson. Also alles wiederum verpacken und ab zum Media Markt nach Chur zum 3 ten mal. Dort wies man mich in die Reklamations Abteilung. Nach einigen Minuten kam eine Junge Angestellte und fragte mich nach meinem Problem. Auch das noch dachte ich eine Deutsche, das wird ja immer besser. Also schilderte ich Ihr meine ganze Misere, daraufhin schaute Sie mich an und sagte, kommen Sie in mein Büro ich werde Ihnen jetzt einmal etwas erklären.Und Sie hat mir etwas erklärt. Eine solche Fachliche,Ehrliche und Anständige Information habe ich im Media Markt noch nie erlebt. Ich könne alles was ich bis jetzt in diesem Fall gekauft habe zurück bringen, weil das ganze Zeugs für mein Vorhaben unbrauchbar sei. Rechne ich zusammen den Zeitaufwand den ich gehabt habe, plus die 150 Km. die ich gefahren bin, muss ich sagen,es hat sich trotzdem gelohnt.Solche Einwanderer brauchen wir, weil anscheinend Schweizer Verkäufer nicht in der Lage sind einen Kunden fachgerecht zu bedienen. Fazit von der Geschichte,ich werde bei der Abstimmung trotzdem mit Ja stimmen unwissendes Personal haben wir selber genug, brauchen wir nicht mehr, Fachkräfte aber sind immer willkommen und die brauchen wir.

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