Arbeitslosenquote stabil

10.03.2014 |  Von  |  News
Arbeitslosenquote stabil
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Traditionell gibt es in der Schweiz verglichen mit Resteuropa eine relativ geringe Arbeitslosenquote. Diese ist auch im Februar 2014 stabil geblieben und bewegt sich um die 3.5 Prozent.

Damit waren etwas über 149’000 Personen offiziell arbeitslos gemeldet. Werden saisonale Schwankungen zwischen Sommer und Winter mit in die Betrachtung einbezogen, erscheint diese statistische Zahl auch durchaus positiv. Luft, in diesem Fall nach unten, bleibt natürlich offen.

Eine mittelfristig angestrebte Arbeitslosenquote von unter drei Prozent erscheint nicht unrealistisch und macht Hoffnung auf den Status der Vollbeschäftigung im Land erreichbar und aussichtsreich. Dazu könnten letztens auch Massnahmen in Folge der Entscheidung zur Initiative gegen die Masseneinwanderung beitragen. Hier könnten nämlich deutlich geringere Zuwanderungszahlen auch für weniger arbeitslose Ausländer in der Schweiz sorgen.

Spitzenreiter in Europa

Nur die Norweger schneiden um eine Kommastelle besser ab, ansonsten ist die Schweiz mit einer aktuellen Arbeitslosenquote von nur 3.5 Prozent Spitze, wenn hier eine geringe Quote als Massstab angelegt wird. In der Prognose schneiden die Eidgenossen noch besser ab. Für 2015 wird eine Arbeitslosenquote von um die drei Prozent erwartet. Das gibt es sonst in ganz Europa nicht. Auch in den USA oder in Japan ist ein solch geringer Anteil an Arbeitslosen in der erwerbsfähigen Bevölkerung eher Wunsch denn Realität. Damit unterstreicht die Schweiz ihre Kompetenz in Sachen Arbeitsmarktgestaltung und weitgehender Beschäftigung der erwerbsfähigen Bevölkerung erneut.

Europa leidet unter Problemen

Wird hingegen Gesamteuropa betrachtet, fällt die Bilanz eher düster aus. In der EU sind je nach territorialer Betrachtungsweise 10.7 bis 10.9, in der Eurozone schon 12 Prozent der Erwerbspersonen ohne Arbeit. Das entspricht einem traurigen Rekordhoch in den Jahren seit 2000. Einen absoluten Höchstwert der Arbeitslosenquote in der Europäischen Union bietet Griechenland mit 26 bis 27 (!) Prozent Arbeitslosigkeit. Das heisst, dort ist praktisch jeder vierte Erwerbsfähige ohne Arbeit. Selbst wenn die Zahlen in Italien, Irland und Lettland deutlich tiefer liegen, sind sie mit über 10 Prozent immer noch hoch. Die deutschen Nachbarn kommen auf durchschnittlich 5.2, Österreich auf 4.8 Prozent. Auch in Frankreich (10.8 Prozent), Portugal (16.8 Prozent) oder der Slowakei (13.9 Prozent) sieht es nicht wirklich gut aus. Richtig böse präsentiert sich der Arbeitsmarkt in Spanien und Zypern. Hier sind es 25.7 beziehungsweise 19.2 Prozent, die in der Arbeitslosenstatistik bitter zu Buche schlagen.

Die Europäische Union offenbart damit genau die Probleme, die so mancher EU-Skeptiker schon lange propagiert hat. Letztlich schlagen diese hohen Arbeitslosenquoten auch auf die Sozialkassen durch. In der Regel werden Arbeitslosenhilfen kommunal geleistet, was in der Folge zu noch mehr klammen Kommunen besonders in den Ballungszentren in Europa mit entsprechend politischer und sozialer Unruhe führen wird.

Jugendarbeitslosigkeit in der Schweiz rückläufig

Besonders erfreulich ist der Rückgang der Jugendarbeitslosigkeit. Wenn auch nur unscheinbare 0,2 Prozent, so setzt sich hier der positive Trend mit 1000 weniger arbeitslosen Jugendlichen als im Vormonat doch fort. Gegenteilig dazu leiden viele Länder der EU an eher steigenden Zahlen jugendlicher Arbeitsloser. Das führt zu Frust, Ratlosigkeit und Resignation. Ein gefährlicher Mix für die Zukunft Europas, wenn aus den jetzt arbeitslosen Jugendlichen gereifte, aber enttäuschte Persönlichkeiten werden. Politisch wird hierzulande auch am Thema Jugendarbeitslosigkeit gearbeitet, während sich das europäische Umfeld auf das Schönreden oder Aussitzen von Krisen verlegt hat.

Tendenziell wird die Jugendarbeitslosigkeit so wie die gesamte Arbeitslosenquote in der Schweiz auch künftig sinken. Dafür sorgen aktive Massnahmen am Arbeitsmarkt, die den Jugendlichen praktisch direkt von der Schule oder Ausbildung abholen können. Allerdings bestehen hier auch Defizite. Die sind vor allem nach Abschluss der schulischen Ausbildung signifikant. Viele der 15 bis 24-jährigen sind dann auf der Suche nach Anschlussqualifizierungen oder nach einer passenden Berufsausbildung und melden sich dann erst einmal arbeitslos. Während im Winter die Zahlen in der Jugendarbeitslosigkeit zurückgehen, schnellen diese im Sommer wieder in die Höhe, wenn viele Jugendliche die Schule verlassen.

Vergleichsweise hohe Zahl ausländischer Arbeitsloser bleibt bedenklich

Auch wenn die Arbeitslosenquote in der Schweiz insgesamt als durchaus positiv zu bewerten ist, bleibt der teils hohe Anteil ausländischer Arbeitsloser doch bedenklich. Ob hier die in den letzten Jahrzehnten recht liberale Einwanderungspolitik die einzig verantwortliche Ursache ist, bleibt zu hinterfragen. Vielmehr interessant erscheinen die Nachzüge von Familienangehörigen von in der Schweiz beschäftigten Ausländern. Die sind nicht immer auf die Schweizer Arbeitswelt eingestellt und zählen oftmals in der Folge mit zum überschaubaren Heer der arbeitslosen Erwerbsfähigen.

Saisonale Schwankungen schaffen Zuversicht

Selbst wenn der eher schwache Winter die Arbeitslosenzahlen nicht überraschend nachhaltig beeinflusst hat, kann mit wärmer werdendem Wetter auch mit einem Sinken der Arbeitslosenquote gerechnet werden. Verantwortlich dafür steht vor allem das Baugewerbe, das in der wärmeren Jahreszeit selbstredend aktiver am Markt ist. Damit wird die Erwerbslosenquote zum Sommer hin weiter sinken, letztlich aber im Winterhalbjahr 2014/2015 wieder leicht ansteigen.

Unabhängig von saisonalen Schwankungen zeigt sich der Arbeitsmarkt in der Schweiz durchaus stabil, was auch zur Stagnation der Arbeitslosenquote in positiver Hinsicht beiträgt. Das angepeilte Ziel einer Quote von 3.0 Prozent bei den Arbeitslosen unter den Erwerbspersonen für 2015 erscheint damit realistisch. Mit der anvisierten Vollbeschäftigung werden dann auch die Sozialsysteme des Bundes, der Kantone und der Kommunen deutlich entlastet.

 

Oberstes Bild: @ Luna Vandoorne / shutterstock



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