Augen-Lasern in Istanbul? Ein Erfahrungsbericht

10.03.2014 |  Von  |  Allgemein, Gesundheit
Augen-Lasern in Istanbul? Ein Erfahrungsbericht
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Seit ich 12 Jahre alt bin, trage ich eine Brille. Gemerkt habe ich, dass ich schlecht sehe, als ich in der Schule das Geschriebene an der Tafel nicht mehr lesen konnte.

Meine Eltern hatten leider keine Ahnung von Style und Geschmack und kauften mir eine rot-gelb-blau-grüne Brille, die ich einige Zeit lang trug. Mit 16 stieg ich auf Kontaktlinsen um und trug sie  fast 14 Jahre lang. Bis jetzt. Denn letzte Woche habe ich mir die Sehschwäche von -3 Dioptrien weglasern lassen, und zwar in Istanbul in der Kudret Göz Augenklinik über das Lasikteam.

Vorher habe ich mich etwa zwei Monate lang informiert und mit verschiedenen Agenturen telefoniert, die aus Deutschland heraus agieren und deutschsprachige Vertreter in Istanbul haben. Aus einer größeren Auswahl habe ich mich dann für die Agentur entschieden, die mir die vertrauenswürdigste erschien und die mit einer Klinik zusammenarbeitete, die die neuste Lasertechnik anbietet: Die iLasik. Im Vergleich zu der LASEK, bei der Auge deutlich länger braucht, um wieder zu heilen (ca. 3-4 Tage) und zur Mikrokeratom-OP, bei der das Auge mit einem sehr feinen Messer operiert wird, ist die iLasik ein Verfahren, das komplett auf Lasertechnik basiert. Wikipedia beschreibt das Verfahren so:
Die Femtosekunden-Lentikelextraktion ist ein relativ neues Verfahren und die Korrektur der Fehlsichtigkeit erfolgt wie bei den Excimerlaser-Verfahren PRK und LASIK durch Änderung der Hornhautkrümmung. Im Gegensatz zu den vorgenannten Verfahren wird dies allerdings nicht durch das Verdampfen von Hornhautgewebe erreicht. Mit Hilfe eines Femtosekundenlasers wird innerhalb der Hornhaut ein sogenannter Lentikel geschnitten. Dieses linsenförmige Gewebsstück wird anschließend entfernt und die resultierende Änderung der Hornhautkrümmung korrigiert die Fehlsichtigkeit. Je nachdem wie dieser Lentikel entfernt wird, unterscheidet man zwischen zwei Verfahren. Bei der FLEx (Femtosecond Lenticle Extraction) genannten Methode wird während der Laserbehandlung nicht nur das Lentikel geschnitten, sondern gleichzeitig eine darüber liegende Lamelle (Flap). Dieser Flap wird dann geöffnet und erlaubt das Entfernen des Lentikels. Bei der zweiten, SmILE (engl. Small Incision Lenticle Extraction) genannten Methode schneidet der Laser keinen kompletten Flap, sondern nur einen kleinen, peripheren Einschnitt, durch den der Arzt das Lentikel entfernen kann. Die Femtosekunden-Lentikelextraktion ist indiziert für die Korrekturen von Kurzsichtigkeit bis -10 Dioptrien und Astigmatismus bis 3 Dioptrien.
Nun ist das alles schön und gut, aber in Istanbul? So mancher schaute mich schief an, als ich über meine Pläne berichtete, und dass ich es nicht in Deutschland machen wollte. Ich war jedoch sehr überzeugt von der Erfahrung der Ärzte und den hochmodernen Geräten und hatte einfach Mut. Entstanden ist dieses Video, das euch alles etwas persönlicher darstellt:



Die Kosten der OP

Andere Agenturen verlangen für die Behandlung mit einem Mikrokeratom-Messer zu meiner Zeit etwa 900 Euro und erstatten noch den halben Flugpreis. Dennoch habe ich mich bewusst gegen die Behandlung mit der Klinge entschieden. Die iLasik, die in der Kudret Göz Klinik  durchgeführt wird, ist die einzige OP, die von der NASA und der US Army zertifiziert wurde, zudem ist sie die modernste und erschien mir selbst auch als die sicherste. Deshalb habe ich nicht gescheut, einen kleinen Mehrpreis zu zahlen und lag so inklusive Flug und Übernachtung in der Klinik mit meiner Frau als Begleitperson bei 1450 Euro, wobei der Flug nach Istanbul Atatürk mich etwa 350 Euro kostete. Die OP allein kostete mich somit 1100 Euro. Da wir die letzte der drei Nächste im Deniz Hotel verbrachten, zahlten wir noch 70 Euro mehr, aber das hat sich gelohnt. Das Klinik-Zimmer ist doch sehr steril und man fühlt sich schon sehr nach Krankenhaus.

Was mir gut gefallen hat

  • Sehr professionell fand ich, wie die gesamte Organisation vom Lasikteam abgelaufen ist. Man hatte immer einen deutschen Ansprechpartner, der dabei war oder den man anrufen konnte.
  • Die gesamte Belegschaft war sehr freundlich, obwohl kaum jemand englisch spricht. Mit Händen und Füßen kam man jedoch durch, wenn man musste.
  • Die Informationsvermittlung war auch sehr transparent, der Arzt ist auf jede kleine Frage eingegangen und hat mir nochmals genau erklärt, wie der Laser die Fehlsichtigkeit im Detail behebt.
  • Der Preis ist im Vergleich zu einer OP in Deutschland mehr als attraktiv – eine Bekannte sagte mir vor ein paar Tagen, dass sie im April eine OP in Stuttgart anstrebe, mit der gleichen Technik wie ich, und dafür 3400 Euro zahlen würde.
  • Gut fanden wir auch, dass im Preis bereits jegliche Transportkosten enthalten waren. Man musste sich am Flughafen also keine Sorgen machen – Gold wert in Istanbul.
  • Auch die Geräte waren durchweg modern und sauber, die Belegschaft sicher im Umgang damit. Die OP selbst ist so problemlos verlaufen, dass ich mich gemeinsam mit dem humorvollen Arzt amüsiert habe – richtig, im OP-Saal ging es fröhlich zu. Und da ich ein humorvoller Mensch bin, konnte ich es sehr gelassen aufnehmen. Hat mich beruhigt, dass keine Todesstille herrschte. Vermittelte mir, dass hier eine Routine da sei. Andere würde es jedoch vielleicht genau andersherum sehen und um die Konzentration des Arztes fürchten – ich war da ziemlich locker.

Was mir nicht so gut gefallen hat

  • Gut fände ich, wenn ich am Abend vor dem Flug nochmals einen Anruf erhalten hätte, mit dem Hinweis dass man mit mir rechne. Sowas verschafft einfach zusätzliche Sicherheit, auch wenn es im Nachhinein betrachtet sehr gut gelaufen ist und man uns bereits mit einem Schild in Istanbul erwartet hatte.
  • Wer die ganze Zeit in der Klinik bleibt und dort schläft, bekommt an einem Sonntag kein Frühstück (hier fehlt es auch an einer Scheibe Wurst oder ähnlichem, mir selbst waren zwei Brot-Scheiben genug, andere würden hungrig bleiben).
  • Was leider auch ein ziemlicher Reinfall war, war die Istanbul-Tour, die uns ebenfalls angeboten wurde und bereits im Preis enthalten war – dies war aber auch wetterbedingt, da es den ganzen Tag regnete. Natürlich gehört das nicht zur OP selbst und kann hier getrost vergessen werden, aber ich zähle es der Vollständigkeit halber auf. Wir waren auf dem Basar und haben schön gegessen, sind jedoch nicht in die unmittelbare Nähe oder sogar in die Moscheen gekommen. Wer sich darauf gefreut hat, wurde hier enttäuscht. Ich für meinen Teil wollte bei dem Regenwetter aber auch nicht wirklich länger als nötig draußen sein.

Mein Fazit

Würde ich es wieder machen? Auf jeden Fall. Ich hatte keine Schmerzen nach der OP, habe bereits 5 Minuten nach dem Eingriff deutliche Veränderungen bemerkt und momentan wird es auch immer besser, was noch 30 Tage lang anhalten kann. Der Preis ist ein unschlagbares Argument, und auch wenn andere Leute mir den Vogel gezeigt haben (“Bist du verrückt, nach ISTANBUL????”), so war das doch die beste Entscheidung die ich treffen konnte. Mit der 10-Jahres-Garantie bin ich auch sicher, Gehör zu finden, wenn später etwas sein sollte. Und wenn der Flug mich 150 Euro kostet, ist das auch kein Problem, wieder dorthin zu kommen. Alles in allem würde ich es empfehlen, übernehme aber natürlich keine Verantwortung für eure Entscheidung.

Noch Fragen?

Wer genau wissen will, für welche Agentur ich mich entschieden habe, fragt mich am besten direkt. Möchte keine Schleichwerbung machen, werde aber gerne vermitteln. Benutzt einfach das Kontaktformular in meinem persönlichen Blog, ich antworte sobald ich kann. Einen ähnlichen Bericht darüber findet ihr auch dort.


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