Neue Kopftuch-Diskussion

15.04.2014 |  Von  |  Gesellschaft
Neue Kopftuch-Diskussion
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[vc_row][vc_column width=“1/1″][vc_column_text]Eine neue Kopftuch-Diskussion ist in der Schweiz ins Rollen gekommen. Auslöser war ein am 14. März 2014 von AFP veröffentlichtes Urteil des Verwaltungsgerichtes im Schweizer Kanton St. Gallen, nach dem eine Schülerin aus dem muslimischen Kulturkreis in der Schule kein Kopftuch mehr tragen darf.

Damit wird möglicherweise eine neue Grundsatzdiskussion angefeuert, die sich mit der Religionsfreiheit in der Schule genauso befasst wie mit einer neuen Sicht auf die Zuwanderer in der Schweiz. Auch in Deutschland gerät die praktizierte Lebensweise vieler Zuwanderer zunehmend unter Beschuss. Nicht erst seit dem Erscheinen des Buches „Deutschland von Sinnen“ des türkischstämmigen Schriftstellers Akif Pirinçci.

Religionsfreiheit auf dem Prüfstand

Nach Ansicht der betroffenen Schulbehörde im Kanton St. Gallen praktizieren die Eltern der kopftuchtragenden Schülerin eine fundamentalistische muslimische Glaubensausübung, so dass davon ausgegangen werden könne, dass die Schülerin das Kopftuch nicht ganz freiwillig trage. So weit, so gut. Die Eltern des Mädchens hingegen beriefen sich auf die Religionsfreiheit und hatten sich geweigert, das Kind ohne Kopftuch weiter zur Schule zu schicken.

Überhaupt ist der Ruf nach der Religionsfreiheit immer dann besonders laut, wenn sich einzelne Gläubige in der Ausübung ihrer Religion behindert fühlen. Dabei kann man die Begrifflichkeit der Religionsfreiheit durchaus von zweiten Seiten sehen. Auf der einen Seite kann Religionsfreiheit bedeuten, dass die Ausübung jedweder Religion mit der Freiheit der Umsetzung jeweils religiöser Rituale und Handlungen verbunden sei. Andererseits könnte Religionsfreiheit aber auch bedeuten, dass beispielsweise Schulen frei von religiösen Einflüssen bilden und erziehen. Das wäre eine andere Ansicht der Freiheit von Religion.

Egal, wie man die Begrifflichkeit der Religionsfreiheit versteht, in jedem Fall kann eine Religion immer nur so ausgeübt werden, wie es das gesellschaftliche Umfeld zulässt, akzeptiert oder unterstützt. Wer darüber hinaus einer bestimmten Religion frönen will, muss das dann eben im privaten Umfeld tun.
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Nicht erst seit der Verabschiedung der Initiative zur Begrenzung der Masseneinwanderung in der Schweiz hat sich die Sicht auf die Zuwanderer aus anderen Ländern und Religionen gewandelt. (Bild: higyou / Shutterstock.com)

Nicht erst seit der Verabschiedung der Initiative zur Begrenzung der Masseneinwanderung in der Schweiz hat sich die Sicht auf die Zuwanderer aus anderen Ländern und Religionen gewandelt. (Bild: higyou / Shutterstock.com)

[/vc_column_text][vc_separator color=“grey“][vc_column_text]Die neue Sicht auf Einwanderer

Nicht erst seit der Verabschiedung der Initiative zur Begrenzung der Masseneinwanderung in der Schweiz hat sich die Sicht auf die Zuwanderer aus anderen Ländern und Religionen gewandelt. Schon Jahre zuvor war deutlich geworden, dass viele Schweizer mit dem Auftreten der „Fremden“ nicht immer einverstanden waren. Es wurden sogar Verlautbarungen bekannt, wonach sich alteingesessene Schweizer selbst wie „Fremde im eigenen Land“ fühlen würden.

In Deutschland macht derzeit ein Buch Furore, das in seinen teils radikalen Ansichten nicht ganz frei von Fragwürdigkeiten ist, aber auch dem Problem der Zuwanderung eine gehörige Portion Unsinn unterstellt. Der türkische, in Deutschland lebende Schriftsteller Akif Pirinçci prangert in „Deutschland von Sinnen“ das Verhalten vieler zugewanderter Ausländer an. Damit greift er teils auch Thesen auf, die Thilo Sarrazin bereits in seinen vielumstrittenen Buch „Deutschland schafft sich ab“ aufgestellt hatte.

So ist es für Akif Pirinçci unverständlich, warum sich Türken in der Bundesrepublik Deutschland zeigen, als würden sie noch in ihrer muslimisch geprägten Heimat leben. Für ihn sei es nicht hinnehmbar, wenn er in grossen deutschen Städten den Eindruck habe, im Orient zu leben. Damit greift der Türke auch Landsleute an, denen Kopftuch und Burka offensichtlich wichtiger sind als das Leben in einer freiheitlichen Demokratie.

Darüber hinaus trifft Akif Pirinçci mit einer Feststellung den Nagel auf den Kopf: Während die ersten Türken in Deutschland fragten, was sie für das neue Heimatland tun könnten, fragen die heutigen Zuwanderer eher danach, was das Land für sie tue. Zuwanderer forderten integrative, finanzielle und soziale Unterstützungen ein, seien aber zunehmend weniger bereit, eine Lebensweise, wie sie für Westeuropa typisch sei, zu akzeptieren.

Diese Beobachtung wird auch in der Schweiz gemacht, wobei sich das Phänomen selbstredend nicht allein auf türkischstämmige Zuwanderer begrenzt. Es sollte eigentlich für Zuwanderer und deren Nachkommen klar sein, dass sie mit dem Wechsel in eine andere Kultur auch Teile ihrer eigenen Kultur aufgeben müssen. Ansonsten steht der Sinn und Zweck der Auswanderung infrage. Diese Frage beantwortet sich häufig, wenn die Motive für die Auswanderung lediglich in einem erwarteten höheren Lebensstandard, möglicherweise auf Kosten der Allgemeinheit, zu finden sind.

„Rot-grün versiffte Politik“ 

Akif Pirinçci sieht den Grund für die verfehlte Ausländerproblematik in der „rot-grün versifften Politik“, die lauthals von einem bunteren Deutschland rede, den Fachkräftemangel vorschiebe, unter dessen Deckmantel ein Haufen ungelernter Arbeiter ins Land komme, und letztlich die eigene Identität und Geschichte infrage stelle.

Die Schweizer Art des Demokratieverständnisses schiebt beispielsweise mit der Initiative gegen Massenzuwanderung solchen Entwicklungen einen Riegel vor. Damit wird zwar das eigentliche Problem nicht gelöst, aber sicherlich ein klares Zeichen gesetzt. Freizügigkeit hat eben ihre Grenzen dort, wo Systeme aus wirtschaftlichen Erwägungen heraus gewechselt werden, ohne sich in der neuen Heimat den historischen, sozialen und kulturellen Gegebenheiten anpassen zu wollen.

Auch wenn in diesem Zusammenhang sicherlich immer nur persönliche Meinungen und Ansichten geäussert werden können, erscheint es mir lohnenswert, die Integrationsfähigkeit und -willigkeit der Neubürger sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland neu zu betrachten. Mir selbst erscheint es besonders in den Ballungszentren in Deutschland so, als ob sich dort die Deutschen in ihrem sie umgebenden Sprachen- und Völkergemisch selbst integrieren sollten. So ist mir bekannt, dass beispielsweise in kirchlichen Einrichtungen der Kinderbetreuung keine Speisen mit Schweinefleisch angeboten werden, da die religiösen Gefühle muslimischer Familien nicht verletzt werden sollten. Und was ist mit den Gefühlen der schweinefleischessenden?

 

Oberstes Bild: © kagemusha – Shutterstock.com[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]

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