Trojaner im Netz – meins, deins, keins!

28.04.2014 |  Von  |  Neue Medien
Trojaner im Netz – meins, deins, keins!
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[vc_row][vc_column width=“1/1″][vc_column_text]Die oftmals in ihrer Gefährlichkeit unterschätzten Trojaner verbreiten sich in Windeseile im Netz. Was jetzt noch meins war, ist gleich deins und wenig später über Grenzen hinaus verbreitet. Mit scheinbar wichtigen Informationen und harmlos wirkenden Programmen bringen Cyberkriminelle die Schadsoftware auf die Rechner, die dann ganz nach Belieben ausgespäht werden können. So wird aus meins und deins schnell auch keins, nämlich dann, wenn beispielsweise mithilfe der Trojaner Online-Konten geplündert werden und die Nutzer dann plötzlich kein Geld mehr haben.

Betrugsmaschen immer raffinierter und trotzdem immer gleich

Zwischen plump und auffällig raffiniert bewegen sich die Versuche, mit denen Cyberkriminelle die als Trojaner bezeichneten versteckten Schadprogramme auf die Rechner ihrer Opfer bringen. Jugendliche springen gern auf kleine Spielchen an, Erwachsene lassen sich unerwartet häufig täuschen und die ältere Netzgeneration wird oftmals plump überrascht.

So sind beispielsweise aus Süddeutschland Fälle bekannt, in denen harmlosen Bürgern eine Vorladung zum Gericht mit einer E-Mail offeriert wurde. Wollte der Empfänger Näheres wissen, sollte er eine angehängte Datei öffnen. In der versteckte sich der Trojaner, mit dem sich die Rechner der betroffenen Mail-Empfänger dann beliebig ausspähen lassen.

Dabei sollte bekannt sein, dass Vorladungen vor Gericht niemals per Mail, sondern immer noch und ausschliesslich auf dem Postweg versandt werden. Aber je plumper der Versuch, desto eher fallen leichtgläubige Zeitgenossen darauf herein.

Ähnlich effizient läuft die Trojanerverseuchung von Rechnern mit den kleinen lustigen Spielprogrammen ab. Hier sind vor allem jüngere User die Zielgruppe. Via Mail wird dem User ein Computerspiel schmackhaft gemacht, dass dieser gar nicht bestellt hatte. Es wird ein Bedürfnis geweckt, und „kostenlos“ ist für manche dann doch das verlockende Argument, die Programmdatei im Anhang der Mail zu öffnen.

Mit etwas Glück gibt es hier wirklich ein Spiel, oftmals verbunden mit einem heimlich installierten Trojaner. Und manchmal gibt es ausser dem Trojaner auch gar nichts. Dann ist die Masche besonders dreist, aber eben auch besonders offensichtlich.

Mein Trojaner, dein Trojaner

Ist der Trojaner erst mal auf dem Rechner installiert, macht er seine Arbeit meist sehr gründlich. Passwörter, Zugänge zu E-Mail- oder Bankkonten werden ausgespäht und an die Kriminellen im Netz verschickt. Ganze Rechner werden lahmgelegt und nicht selten sind die versteckten ungebetenen Gäste so programmiert, dass sie sich über die E-Mail-Kontakte oder über die sozialen Netzwerke völlig selbsttätig weiterverbreiten.

So ist mein Trojaner via Mail, Facebook und Co. auch schnell mal dein Trojaner. Ohne dass ich davon weiss und ohne dass du mir so etwas zugetraut hättest. Damit wirken die Trojaner für die Entwickler natürlich überaus effektiv.

Die russische Sicherheitsfirma Kaspersky zeigt in einem Online-Live-Programm, wie schnell sich Viren, Trojaner und andere Schadsoftware über den gesamten Erdball verbreiten. Richtig ruhig geht es beispielsweise in Spitzbergen zu. Hier hat wahrscheinlich niemand einen Computer mit Internetanschluss und entsprechender Gefährdung. Turbulent jagen die Datenspuren und Blitze in Amerika und Mitteleuropa über den Schirm. Hier haben die Schadprogramme offensichtlich ein gut florierendes Eigenleben entwickelt.

Das Marketingtool von Kaspersky zeigt sehr eindrucksvoll, wie schnell und offenbar ungebremst sich auch die Trojaner verbreiten. Schuld daran sind nicht nur die kriminellen Entwickler, sondern vor allem die User selbst. Ein wenig Vorsicht und gesunder Menschenverstand reichen gepaart mit etwas Skepsis durchaus aus, um so manchen Schädling vom Rechner fernzuhalten.

Wer blauäugig alles glaubt, was das Netz verspricht, bietet natürlich einen willkommenen Angriffspunkt für die gefährlichen Trojaner und Co.[/vc_column_text][vc_separator color=“grey“][vc_column_text]

Lassen Sie Fremde draussen. (Bild: Vertes Edmond Mihai / Shutterstock.com)

Lassen Sie Fremde draussen. (Bild: Vertes Edmond Mihai / Shutterstock.com)

[/vc_column_text][vc_separator color=“grey“][vc_column_text]Lassen Sie Fremde draussen

Wer sich effektiv gegen Trojaner schützen will, lässt nicht jeden auf seinen Rechner zugreifen. Grundvoraussetzung dafür ist, dass keine Programme, Mailanhänge und so weiter heruntergeladen werden, die man nicht ausdrücklich bestellt hat. Das gilt auch für Dateien, die von vermeintlichen Freunden via Facebook und E-Mail versendet worden sind.

Darüber hinaus empfehlen sich natürlich immer auch die Installation einer guten Antivirensoftware und das Einrichten der Firewall auf dem Rechner. So, wie Sie zu Hause nicht jeden in Ihre Wohnung lassen, sollten Sie auch bei der Nutzung des Internets verfahren. Damit haben Sie den besten Schutz vor unerwünschten Schnüfflern und Datendieben.

Öffnen und installieren Sie niemals Dateien und Programme, die Sie nicht selbst bestellt haben. Damit minimieren Sie das Risiko einer Verseuchung Ihres Rechners spürbar. Und lassen Sie sich auch nicht aufs Glatteis führen, wenn Ihnen vermeintliche Behörden wichtige Informationen zukommen lassen wollen. Ämter und Behörden nutzen dafür nur in den seltensten Fällen den Weg über das Internet. Im Zweifelsfall rufen Sie dort an und fragen nach. Und zwar, bevor Sie solche Mails und deren Anhänge öffnen.

Auch Smartphone und Co. betroffen

Längst sind es nicht mehr nur die heimischen Rechner und die elektronische Infrastruktur in den Unternehmen, die von den Cyberangriffen betroffen sind. Auch Handys, Smartphones und Tablets werden immer öfter angegriffen. Besonders deshalb, weil bei den mobilen Endgeräten deutlich seltener auf eine entsprechende Schutzsoftware bestanden wird. Damit sind den Cyberkriminellen dann praktisch alle Türen und Tore für ihre teils versteckten und teils sehr offenen Angriffe geöffnet.

 

Oberstes Bild: © HieroGraphic – Shutterstock.com[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]

Über Olaf Hoffmann

Olaf Hoffmann ist der kreative und führende Kopf hinter dem Unternehmen Geradeaus...die Berater.
Neben der Beratertätigkeit für kleine und mittlere Unternehmen und Privatpersonen in Veränderungssituationen ist Olaf Hoffmann aktiv in der Fort- und Weiterbildung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe.
Als Autor für zahlreiche Blogs und Webauftritte brilliert er mit einer oftmals bestechenden Klarheit oder einer verspielt ironisch bis sarkastischen Ader. Ob Sachtext, Blogbeitrag oder beschreibender Inhalt - die Arbeiten des Autors Olaf Hoffmann bereichern seit 2008 in vielfältigen Formen das deutschsprachige Internet.

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