Die Plage mit den Trojanern einmal anders betrachtet

14.05.2014 |  Von  |  Kriminalität, Neue Medien
Die Plage mit den Trojanern einmal anders betrachtet
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[vc_row][vc_column width=“1/1″][vc_column_text]Fast täglich findet der Internetuser irgendwo Nachrichten über einen mehr oder weniger neuen Trojaner und dessen Auswirkungen. Die reichen vom Ausspähen personenbezogener Daten bis hin zu vollständig lahmgelegten Geräten. Betroffen sind so ziemlich alle Geräte, die irgendwie auf mehr oder weniger sinnvolle Software angewiesen sind.

Vom klassischen Windows-PC über die Apple-Maschinen bis hin zu Android-Smartphones und -Tablets bleibt nichts verschont, was dem modernen Menschen lieb und nicht selten teuer ist. Da fragt man sich doch irgendwann, welchen Sinn die breite Streuung von Trojanern im Netz hat. Geht es hier einfach nur ums schnelle Geld, macht es den Angreifern Spass oder könnte vielleicht auch mehr dahinterstecken?

Die Gefahr lauert fast überall

Von den Angriffen der Trojaner aus dem Netz ist fast jedes Gerät bedroht, das sich irgendwie des Internets bedient. Selbst Geräte wie etwa die Steuerungen im System des Smart-Homes bleiben da nicht aussen vor. Für die mehr oder weniger gezielten Angriffe aus dem Netz gibt es also jede Menge interessanter Angriffspunkte. Dabei sind vor allem alle User bedroht, die sich sehr freizügig und naiv im Netz bewegen. Der Besuch illegaler Downloadseiten kann da genauso verhängnisvoll werden wie so manche fragwürdige Sex-App.

Aber auch völlig harmlose Anwendungen bringen die modernen hölzernen Pferde mitsamt ihren versteckten Angreifern auf die Geräte. Die toben sich dann nach Belieben der Programmierer der Schadsoftware aus und verlangen nicht selten Geld dafür, dass der Originalzustand wiederhergestellt wird. Das jedoch geschieht selbst bei Zahlung der erpressten Gelder so gut wie nie.

Was haben die Angreifer davon?

Diese Frage stellt sich so mancher, der bevorzugt billige Smartphones oder ohnehin einen eher schrottreifen Rechner zum Surfen im Internet benutzt. Hier fällt der materielle Schaden in der Regel relativ gering aus. Ärgerlicher ist da schon der Aufwand, der betrieben werden muss, um ein eventuell angegriffenes Konto zu sperren oder all die Kontakte wiederherzustellen, die mit dem lahmgelegten Gerät verloren gegangen sind. Von den befallenen Geräten in Ämtern, Behörden und Unternehmen will ich hier gar nicht erst reden.

Und auch das oftmals beobachtete automatische Weitersenden der Trojaner an die gespeicherten Kontakte ist ein Ärgernis, dem viele sicherlich gern entgehen würden. Selbst dann, wenn der materielle Schaden nicht so sehr ins Gewicht fällt, ist es doch zumindest ein stark beschädigtes Vertrauen in die Leistungen des Internets, das nach dem erfolgreichen Angriff zurückbleibt.[/vc_column_text][vc_separator color=“grey“][vc_column_text]

Nicht selten geht es den Angreifern um das schnelle Geld. (Bild: Diego Cervo / Shutterstock.com)

Nicht selten geht es den Angreifern um das schnelle Geld. (Bild: Diego Cervo / Shutterstock.com)

[/vc_column_text][vc_separator color=“grey“][vc_column_text]Nicht selten geht es den Angreifern um das schnelle Geld. Da werden Kontendaten mitsamt Zugangskennungen und Passwörtern ausgespäht, und ehe der eigentliche Schädling ausgemacht wurde, ist das Konto schon leergeräumt. Dann geht der Schaden nicht selten in die Tausende und keine Bank ist bereit, hier mit Kulanz oder sonst irgendwie zu helfen. Das ist nur verständlich, denn immerhin ist jeder selbst dafür verantwortlich, wie sicher seine elektronischen Endgeräte bei der Nutzung des Internets sind.

Oder steckt doch noch mehr dahinter?

Begeben wir uns einmal ins Reich der Spekulation. Was hat ein Angreifer davon, wenn er Ihr Smartphone mit Android-Betriebssystem lahmlegt, ohne dabei irgendwelche Forderungen zu stellen? Im ersten Moment offensichtlich weiter nichts als die Schadenfreude, Sie so richtig geärgert zu haben. Steckt hier vielleicht eine Vertriebsmasche der Smartphone-Hersteller und -Verkäufer dahinter? Denkbar wäre das schon, aber so schmutzig will ich jetzt gar nicht denken.

Gerade in den letzten Tagen fällt auf, dass besonders Geräte mit dem Android-Betriebssystem angegriffen werden. Was ist denn mit den Windows-Phones? Stehen die auch schon auf der Abschussliste, oder verbirgt sich hinter den Android-Angriffen etwa Microsoft selbst? Auch eine böse Vermutung, die hoffentlich im Reich der Legenden bleibt. Denkbar ist aber bei der schier übergrossen Angriffswelle aus dem Netz so ziemlich alles, nur eben nichts Seriöses.

Kann es Menschen Spass machen, sich so mir nichts, dir nichts stunden- und tagelang an den Rechner zu hocken, nur um Programme zu schreiben, die anderen richtigen Ärger bringen und Schaden zufügen? Und das alles nur wegen nichts oder ein paar Tausend Franken? Dabei setzen sich die Entwickler der Schadsoftware zwar keinem wirklich grossen Risiko, aber immer doch der Gefahr aus, irgendwann ertappt zu werden. Die mehr als liberale Strafverfolgung für solche Angriffe macht es den kriminellen Programmierern zusätzlich leicht.

Zurück aus dem Reich der Spekulation, bleibt für mich nur die Hoffnung, dass alle diejenigen, die derartigen Schaden im Internet und am vertrauensvollen Umgang miteinander anrichten, schnell selbst zum Opfer ihrer eigenen Machenschaften werden. Die Chance dafür erhöht sich letztlich mit jedem neuen Trojaner, der durchaus auch die Rechentechnik der Cyber-Kriminellen befallen kann. Mal sehen, wie gross dann dort der materielle Schaden ausfällt. Von Moral scheint bei solch irrlichternden oder wirtschaftlich fehlgeleiteten Subjekten ohnehin keine Rede zu sein.

Allen anderen Internetnutzern kann man nur empfehlen, die Hände von jeder nicht wirklich benötigten Software, die sich eben auch in den vielen unnützen Apps verbirgt, zu lassen und genau zu prüfen, was man sich auf das Smartphone, das Tablet oder den Rechner holt. Auch eine gesunde Portion Misstrauen gegenüber von Freunden empfangenen Dateien ist hier durchaus ratsam.

 

 

Oberstes Bild: © Bozza – Shutterstock.com[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]

Über Olaf Hoffmann

Olaf Hoffmann ist der kreative und führende Kopf hinter dem Unternehmen Geradeaus...die Berater.
Neben der Beratertätigkeit für kleine und mittlere Unternehmen und Privatpersonen in Veränderungssituationen ist Olaf Hoffmann aktiv in der Fort- und Weiterbildung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe.
Als Autor für zahlreiche Blogs und Webauftritte brilliert er mit einer oftmals bestechenden Klarheit oder einer verspielt ironisch bis sarkastischen Ader. Ob Sachtext, Blogbeitrag oder beschreibender Inhalt - die Arbeiten des Autors Olaf Hoffmann bereichern seit 2008 in vielfältigen Formen das deutschsprachige Internet.

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