Öffentlicher Verkehr gibt an Privatlenker ab

14.05.2014 |  Von  |  Allgemein, Gesellschaft
 Öffentlicher Verkehr gibt an Privatlenker ab
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[vc_row][vc_column width=“1/1″][vc_column_text]Bereits zum zweiten Mal in Folge nach 2012 nahm der Individualverkehr auf den Schweizer Strassen jetzt auch in der Bilanz des Jahres 2013 deutlicher zu als die Nutzung des Öffentlichen Verkehrs (ÖV). Damit wird aus einem Trend ein Problem vor allem für den ÖV, für die Umwelt und für das Fortkommen auf der Strasse.

Es stellen sich Fragen, deren Beantwortung anhand der offiziellen Verlautbarungen genauso schwierig wird wie eine objektive Sichtweise auf die eigentlichen Probleme des Öffentlichen Verkehrs. Trotzdem wage ich mich hier an Antworten, die das Problem vielleicht etwas klarer erscheinen lassen.

Warum lässt die Nutzung des ÖV nach?

Die Gründe dafür, warum so mancher Schweizer das eigene Auto dem ÖV vorzieht, scheinen hausgemacht zu sein. Nach dem Einbruch der Fahrgastzahlen bei Berufspendlern in Bus und Bahn im Jahr 2012 sah sich der ÖV genötigt, die Attraktivität des Pendlerverkehrs mit Bus und Bahn neu zu hinterfragen. Im Ergebnis dieser Problemstellung kam es kaum zu signifikanten Änderungen in der Qualität des Öffentlichen Personenverkehrs. Im Gegenteil sahen die Manager des ÖV die Lösung des Problems in teils erheblich gestiegenen Ticketpreisen.

In der Folge sah es zwar nach einer Erholung der finanziellen Basis aus, allerdings waren solche Preiserhöhungen für viele Autobesitzer im Jahr 2013 auch ein Grund, erst recht dem ÖV die kalte Schulter zu zeigen.

Dazu kommt eine für viele Berufspendler mangelhafte Flexibilität bei der Nutzung des ÖV. Hier würde ein breiteres Netz an Haltestellen genauso weiterhelfen wie der Ausbau von Strecken und kürzere Rhythmen in der Abfahrt der Verkehrsmittel. Auch hier hat der ÖV deutlichen Nachholbedarf. Wenn sich Berufspendler mit zunehmend flexibleren Arbeitszeiten relativ starren Verbindungen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gegenübersehen, greifen sie oftmals aus Erwägungen des Komforts und der eigenen Zeitplanung auf das eigene Fahrzeug zurück.

Auch in Sachen Komfort, Sauberkeit und Bequemlichkeit hängt der ÖV der privaten Fahrzeugnutzung weiter hinterher. Wenn auch beispielsweise die SBB erst jüngst in modernisierte Züge investiert hat, reicht das nicht aus. Verschmutzte Abteile, unbequeme und nicht selten überfüllte Fahrzeuge und immer wieder auch Unpünktlichkeit zwingen viele Schweizer in das eigene Auto. Dabei lässt sich die teilweise zunehmende Unpünktlichkeit möglicherweise auch mit dem höheren Verkehrsaufkommen aufgrund der steigenden Pendler im privaten Fahrzeug erklären. Das hilft jedoch jenen nicht weiter, die bislang auf den ÖV gesetzt haben.[/vc_column_text][vc_separator color=“grey“][vc_column_text]

Wer nur kürzere Strecken zur Arbeit und zurück zu bewältigen hat, greift zumindest in den Städten der Schweiz gern auch auf das Velo oder auf das moderne E-Bike zurück. (Bild: Diego Cervo / Shutterstock.com)

Wer nur kürzere Strecken zur Arbeit und zurück zu bewältigen hat, greift zumindest in den Städten der Schweiz gern auch auf das Velo oder auf das moderne E-Bike zurück. (Bild: Diego Cervo / Shutterstock.com)

[/vc_column_text][vc_separator color=“grey“][vc_column_text]Warum steigen viele Pendler auf das private Fahrzeug um?

Im Zuge der ansteigenden Preise für Treibstoffe erhöhen sich die Ticketpreise im ÖV. Zugleich sinken die Preise für Neuwagen und auch der Gebrauchtwagenmarkt in der Schweiz zieht an. Wer sich dann einmal ein eigenes Auto gekauft hat, möchte es auch so rentabel wie nur möglich nutzen. Rentabel heisst hier, es soll so oft wie möglich und nötig bewegt werden.

Kaum ein Schweizer kauft sich ein Auto für den gelegentlichen Wochenend- oder Ferienausflug. Das eigene Auto muss alle Transportaufgaben des Alltags lösen. Eben auch den Weg zur Arbeit und zurück. Warum sollte ein Autokäufer dann noch teils überteuerte Kosten für das Ticket für Bus oder Bahn bezahlen?

Neben den teils günstigen Neuwagenpreisen ist es auch die Individualität des selbstbestimmten Fahrens, die vom ÖV fernhält. Der Weg zur Haltestelle wird dann ebenso gespart wie das oftmals nervige Warten in schlecht instand gehaltenen Wartestellen, was zumindest bei Schnee und Regen ohnehin keinen Spass macht. Da nimmt der eine oder andere lieber den Stau auf den Fernstrassen und im dichten Stadtverkehr in Kauf.

 

Oberstes Bild: © Aleph Studio – Shutterstock.com[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]

Über Olaf Hoffmann

Olaf Hoffmann ist der kreative und führende Kopf hinter dem Unternehmen Geradeaus...die Berater.
Neben der Beratertätigkeit für kleine und mittlere Unternehmen und Privatpersonen in Veränderungssituationen ist Olaf Hoffmann aktiv in der Fort- und Weiterbildung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe.
Als Autor für zahlreiche Blogs und Webauftritte brilliert er mit einer oftmals bestechenden Klarheit oder einer verspielt ironisch bis sarkastischen Ader. Ob Sachtext, Blogbeitrag oder beschreibender Inhalt - die Arbeiten des Autors Olaf Hoffmann bereichern seit 2008 in vielfältigen Formen das deutschsprachige Internet.

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