Ein Kommentar zur Bilderberg Konferenz 2014

03.06.2014 |  Von  |  Neue Medien, Politik
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Schon immer ziehen die Meldungen von der sogenannten Bilderberg Konferenz sowohl sachlich nüchterne Berichterstatter als auch Verschwörungstheoretiker in ihren Bann. Und tatsächlich hat es auch etwas Schamanenhaftes, wenn sich auf dieser Konferenz alle Jahre wieder hochrangige Politiker der Weltmächte mit den Spitzen des internationalen Finanzkapitalismus zu einem mehr oder minder geheimen Treffen verabreden.

Hinter verschlossenen Türen und streng abgeschirmt wird hier über die ganz grosse Politik genauso geplaudert wie über die strategische Ausrichtung der USA und Europas und über die finanzpolitische Weltausrichtung hinter der offiziellen Politik. In diesem Jahr erhielt die Bilderberg Konferenz einen besonders interessanten Anstrich, da der US-Präsident Obama schon einmal mehr oder minder deutlich verkündet hatte, noch in diesem Jahr die Neue Weltordnung herbeiführen zu wollen.

Was soll die Neue Weltordnung sein?

Spricht man über eine neue Weltordnung, dann sollte zunächst hinterfragt werden, was unter einer alten Weltordnung zu verstehen ist. Nach meinem Ermessen dürfte die alte Weltordnung das sein, was wir bislang als Versuch der Demokratie in einer Reihe vor allem westeuropäischer Staaten und selbstredend in den USA erlebt haben. Das bedeutet im Gegenzug, dass mit der Schaffung einer neuen Weltordnung dieser alte und zugegebenermassen nicht immer geglückte Versuch der Demokratie beendet werden soll.

Klar ist dabei noch immer nicht, was die Neue Weltordnung sein soll. Interessanterweise wird die Schaffung einer neuen Weltordnung zumeist den Gedankenspielen von Verschwörungstheoretikern zugeordnet. Genauso interessant erscheint aber auch, dass viele solcher Verschwörungstheorien einen realen Hintergrund haben, der sich auch einer sachlich nüchternen Betrachtung nur schwer entziehen kann.

Nach den derzeitigen Verlautbarungen zu einer Neuen Weltordnung ist diese ein Konglomerat aus überwiegend wirtschaftlichen Interessen, vermischt mit einer politischen Herrschaftsidee, die letztlich eine sogenannte Weltregierung hervorrufen soll, in der der Wählerwille keine wirkliche Rolle mehr spielt.

Gästeliste der Bilderberg Konferenz spricht Bände

Man muss sich nicht die offizielle Gästeliste der Bilderberg Konferenz 2014 in Kopenhagen genauer anschauen, um Zweifel an der Redlichkeit einer solchen Geheimkonferenz zu bekommen. Allein schon der Blick in die Geschichte reicht aus, um sich Sorgen machen zu dürfen. Etwa zwei Drittel der um die 130 Teilnehmer stammt aus dem Finanzsektor, der Grossindustrie, aus einigen Hochschulen und den Medien, das restliche Drittel füllen hochkarätige Politiker aus den USA und Europa, aufgefüllt von einigen (noch) unwichtigen Chargen der politischen Oligarchie.

Interessanterweise tritt keiner der Teilnehmer als Funktionär auf. Die Bilderberg Konferenzen werden als rein private Treffen organisiert und durchgeführt und bleiben in ihren Inhalten immer streng geheim. Das nährt natürlich die Fantasien der Verschwörungstheoretiker genauso wie die der um die Demokratie besorgten Zeitgenossen. Fraglich ist dann auch, warum die Medien an solchen Treffen teilnehmen, obgleich sie über Inhalte und politische Ausrichtungen niemals ein Wort verlieren. Der Gedanke der wirtschaftlichen, politischen und medialen Gleichschaltung liegt hier nahe.

Im Gegenteil. Wer sich irgendwie zu den Bilderberg Konferenzen äussert, gerät schnell in Erklärungsnot. Auch das macht diese Geheimtreffen ebenso fragwürdig wie reif für jede Menge Spekulationen, die offenbar doch nicht immer ins Leere gehen.

Neue Weltordnung ganz ohne Verschwörungstheorie

Dass die USA eine neue Weltordnung anstreben, wird auch ganz ohne Zutun der Verschwörungstheoretiker offenbar. Welcher Mittel sie sich dabei bedienen, bleibt indes unklar. Deutlicher hingegen zeigt sich in der öffentlichen Wahrnehmung, dass sich besonders die USA und auch zunehmend die Europäische Union wenig um Menschenrechte, Demokratie und sonstige Menscheninteressen scheren, wenn es um Machterhalt und Weltmachtgelüste geht. Nicht erst seit dem 11. September sind die USA versucht, ihre Rolle als Weltpolizist weiter auszubauen.

Auch die Europäische Union mischt hier kräftig mit. Allein die letzten Europawahlen erscheinen zunehmend als Farce, wenn man sich darüber klar wird, dass jetzt letztlich die Staats- und Regierungschefs der EU darüber befinden, wer denn nun als neuer Chef der EU-Kommission das eigentliche Sagen haben wird. Und dass europäische Staaten zur Bespitzelung der eigenen Bürger selbst in sozialen Netzwerken sogenannte Staatstrojaner einsetzen, ist nun einmal auch keine Erfindung der Verschwörungstheoretiker, sondern Realpolitik mit unfairen und undemokratischen Mitteln.

Auch das Unterwandern der Europäischen Einigung auf dem Rücken der gemeinsamen Währung macht immer wieder Schlagzeilen. Da kann es auch nicht verwundern, dass ganz oben auf der Gästeliste der diesjährigen Bilderberg Konferenz gleich zwei Deutsch-Banker stehen. Und selbst Politiker, die nicht in der offiziellen Gästeliste zu finden sind, geben sich hier ein Stelldichein. Genannt sei hier nur Obama, der zwar nicht als Gast, aber wohl als Hauptredner der Bilderberg Konferenz 2014 fungierte.

Warum geheim, wenn doch so ungefährlich?



Wann immer in den USA oder in Europa etwas im Geheimen läuft, steckt dahinter meist nichts Gutes. So munkelt man jetzt schon bezüglich der Ergebnisse der diesjährigen Bilderberg Konferenz, dass hier tatsächlich eine neue Union zwischen Nordamerika und der EU noch in diesem Jahr aus der Taufe gehoben werden soll. In Verbindung mit den geheimen Kriegsplänen Richtung Russland und Ukraine und dem Ausschluss der Russen aus der letzten G7-Konferenz scheint sich hier für den Herbst wirklich weltpolitisches Ungemach anzukündigen. Dass dabei auch die Finanzlobby und die Grosspolitik mit im Spiel sein werden, bleibt ein offenes Geheimnis.

Wünschenswert wäre es allemal, wenn sich das eigenartige Privattreffen Bilderberg Konferenz nun endlich einmal öffnen würde. Dann wären vielleicht auch Spekulationen vom Tisch, die so doch immer wieder neue Nahrung und leider auch immer wieder neue Bestätigung erfahren.

Wer sich mehr für die Teilnehmerliste und Hintergründe der diesjährigen Bilderberg Konferenz in Kopenhagen interessiert, dem sei das Studium dieser Veröffentlichung empfohlen.

 

Oberstes Bild: © Gil C – Shutterstock.com

Über Olaf Hoffmann

Olaf Hoffmann ist der kreative und führende Kopf hinter dem Unternehmen Geradeaus…die Berater.

Neben der Beratertätigkeit für kleine und mittlere Unternehmen und Privatpersonen in Veränderungssituationen ist Olaf Hoffmann aktiv in der Fort- und Weiterbildung im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe.

Als Autor für zahlreiche Blogs und Webauftritte brilliert er mit einer oftmals bestechenden Klarheit oder einer verspielt ironisch bis sarkastischen Ader. Ob Sachtext, Blogbeitrag oder beschreibender Inhalt – die Arbeiten des Autors Olaf Hoffmann bereichern seit 2008 in vielfältigen Formen das deutschsprachige Internet.


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