Grossmachtphantasie und Realitäten mit harten Fakten

04.08.2014 |  Von  |  Politik
Grossmachtphantasie und Realitäten mit harten Fakten
Polizei.news Newsletter

[vc_row][vc_column width=“1/1″][vc_column_text]Es erscheint wie ein Märchen oder als reine Spinnerei – die Schweiz als weltpolitische Grossmacht. Vor wenigen Tagen hat sich „20 Minuten“ einem solchen Gedankenspiel hingegeben und der Grossmachtphantasie Schweiz freien Raum zur schöpferisch-geistigen Entfaltung gegeben.

Die Reaktionen kamen prompt. Während die organisierte Presse, wie etwa der deutsche „Focus“, meinte, „die spinnen, die Schweizer“, gibt es doch eine nicht unbeträchtliche Menge an Menschen in Europa, die ein solches Gedankenspiel gern in die Realität umsetzen würden. Politisch diktierte Widerstände treffen auf Erwartungen von Menschen, die sich in ihrer angestammten staatlichen Heimat nicht mehr so wirklich wohlfühlen.

Wie soll sie denn aussehen, die Grossmacht Schweiz?

Keine Angst, es gibt keine konkreten Pläne, wie eine Grossmacht Schweiz aussehen könnte. Und es gibt, zumindest derzeit, auch keine wirklichen Bemühungen seitens der Schweiz, eine geographische Ausdehnung der Eidgenossenschaft in irgendeiner Weise zu befördern.

Aber es gibt Studien und Wünsche, die zeigen, dass so mancher mehr oder weniger nahe Nachbar lieber Schweizer wäre als das, was er gerade ist. So hat eine OECD-Studie gegeben, dass sowohl die deutschen Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg besser in das System Schweiz passen als in die Bundesrepublik Deutschland. Diese Studie stammt aus dem Juli 2014, aber auch schon früher wurden in diesen Bundesländern Stimmen laut, die sich eine Angliederung an die Schweiz sehr gut vorstellen konnten.

Und auch die Südtiroler in Norditalien wären lieber der Kanton Südtirol, als das, was sie jetzt gerade sind. Irgendeine Mischung aus italienischer Verwaltung mit einem grossen Hang zur deutschen Sprache und Lebensweise und dem Wunsch nach der Schweizer Neutralität und Wirtschaftskraft. Die Vorarlberger aus der österreichischen Provinz wollten mit einer überwältigenden Mehrheit von 80 % schon im Jahr 1919 Schweizer werden. Turbulent geht es im April 2012 in Italien zu. Hier will die Lombardei via Online-Petition an die Schweiz angegliedert werden. Online unterschrieben haben mindestens 20’000 Italiener. Und selbst auf der Mittelmeerinsel Sardinien entsteht im Februar 2014 eine Facebook-Gruppe, die in allem Ernst einen Beitritt zur Schweiz anvisiert. Beigetreten sind der Facebook-Gruppe mittlerweile um die 5’500 Mitglieder.

So weit hergeholt scheint die Gedankenspielerei der europäischen Supermacht Schweiz also gar nicht zu sein. Stellt sich nur die Frage, was all diese Menschen in der Schweiz wollen?

Stabilität, Sicherheit, Demokratie

Betrachtet man die beitrittswilligen Regionen näher, dann fällt auf, dass es hier vor allem um Regionen geht, die der Schweiz geographisch sehr nahe liegen. Im Grenzland gibt es umfangreiche Erfahrungen mit dem Leben in der Schweiz. Ausnahme: Sardinien. Geschätzt werden die Sicherheit dank der gewählten aussenpolitischen Neutralität, das System der direkten Volksdemokratie und der stabile Franken.

Während in Europa der Euro von einer Krise in die nächste schlittert und von der Masse der Menschen aus der mittleren und älteren Generation ohnehin nicht wirklich gewünscht war, geniesst der Franken seit Jahren schon eine ungeahnte geldpolitische Stabilität. Und wenn sich Regierungen der jeweiligen Länder zu einer Abkehr vom Euro nicht einmal theoretisch bekennen können, dann muss eben ein Staatenwechsel, zumindest in der Phantasie, her.

Ähnliche Gedankenspiele beherrschen die politische Systematik. Baden-Württemberger, Bayern, Italiener und Österreicher fühlen sich in den Scheindemokratien ihrer Länder zunehmend unwohl. Alle paar Jahre mal eine Wahl, in der letztlich immer doch nur das kleinere Übel gewählt wird, reicht den Bürgern längst nicht mehr aus. Zwischen Wahlversprechen und enttäuschten Hoffnungen, zwischen Spitzelei unter dem Deckmantel der Terrorismusbekämpfung und der Hörigkeit gegenüber dem amerikanischen Bündnispartner fühlen sich viele Menschen in Deutschland, Österreich und Italien längst nicht mehr gehört. Da lockt eine Volksdemokratie, die in den wichtigsten Fragen der gesellschaftlichen Ausrichtung das Volk auch wirklich fragt und ernst nimmt.[/vc_column_text][vc_separator color=“grey“][vc_column_text]

Integrationspolitik. (Bild: Viktor88 / Shutterstock.com)

Integrationspolitik. (Bild: Viktor88 / Shutterstock.com)

[/vc_column_text][vc_separator color=“grey“][vc_column_text]Besonders schwierig erscheint in Deutschland derzeit die zunehmende Zuwanderung aus Krisengebieten, Südosteuropa und Osteuropa. Immer mehr Deutsche fühlen sich aufgrund der schwammigen Integrationspolitik mittlerweile als Ausländer im eigenen Land und verstehen ihre eigene Nationalität und Identität nicht mehr. Wer sich beispielsweise in den grösseren Städten im Ruhrgebiet oder in Berlin umschaut, kann diese Unsicherheit durchaus verstehen. Auch wenn selbst die Schweiz ein Vielvölkerstaat ist, reizt hier doch auch das Ergebnis der Initiative zur Masseneinwanderung. Schweizer dürfen Stopp sagen, Deutsche sollen und dürfen das nicht. Auch hier dürfte sich einer der vielen unterschiedlichen Gründe für den Wunsch nach dem Schweizer Modell finden.

Zunehmend werden unter vorgehaltener Hand in vielen Staaten der EU auch wieder Kriegsängste neu diskutiert. Die Auseinandersetzungen in der Ukraine, die fordernde Haltung der USA, die Krise im Nahen Osten – alles das lässt den einen oder anderen den schlechten Atem des Krieges schnuppern, an dem sich viele Staaten der EU aufgrund ihrer Bündnisverpflichtungen in der NATO beteiligen könnten. Auch hier lockt die aussenpolitische und militärische Neutralität der Schweiz, die für friedliebende Bürger erstrebenswerter erscheint, als eine drohende kriegerische Auseinandersetzung, die letzten Endes nur die Weltmachtinteressen der USA bedienen dürfte.

Die Politik in den betroffenen Ländern bleibt schweigsam und tut das, was sie in den letzten Jahren schon immer am besten konnte – schweigen und weitermachen wie bisher. Dass eine neutrale Supermacht Schweiz in naher Zukunft unrealistisch erscheint, dürfte klar sein. Noch nicht klar hingegen ist, wie lange diese nahe Zukunft dauert. Wenn es nach vielen Bürgern in der EU geht, dann wohl doch nicht zu lange. Hauptsache bleibt, dass sich die Schweiz bis dahin der EU und dem EURO nicht unterworfen hat. Dann wäre es nämlich für viele Nachbarn vorbei mit dem Traum, auch bald ein Schweizer Kanton sein zu wollen.

 

Oberstes Bild: © Samuel Borges Photography – Shutterstock.com[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]


1 Kommentar


  1. Schweizer Käse! Das stinkt zum Himmel hoch hinaus.
    Die Schweiz und ihre Templer-Banken wurde 1291 von den Templern nach dem Fall der letzten Bastion Akkon gegründet um mit dem geraubten Tempelschatz aus Jerusalem ein sicheres Versteck zu haben. Aus ihr gingen alle Raubzüge des 30-jährigen Krieges in Deutschland aus und die Kerle dort feieren das auch immer am 01.08. jedes Jahr. Auch die Südstaaten der Vereinigten Staaten waren von Schweizer Nachfahren geschaffen (Konfoederatio Helvetica = CH –> Konföderierte Staaten von Amerika!). Die Schweizer Hassen deutsche das wird jeder bestätigen der mal dort war und die Templertruppe und ihre wahren Motive kennt. Das ist ein rassistisch geprägter Staat (siehe SVP Plakate) mit einer ultareichen Oberschicht = Templern und einer bescheidenen Unterschicht = Ausländern. Wer das akzeptiert was die vorhaben ist ein Selbstmörder. Denen geht es nur ums Geld und Macht so wie in der Vergangenheit auch.Schönen Gruß!

Ihr Kommentar zu:

Grossmachtphantasie und Realitäten mit harten Fakten

Für die Kommentare gilt die Netiquette! Erwünscht sind weder diskriminierende bzw. beleidigende Kommentare noch solche, die zur Platzierung von Werbelinks dienen. Die Agentur belmedia GmbH behält sich vor, Kommentare ggf. nicht zu veröffentlichen.