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Ebola bedroht auch die Schweiz

05.08.2014 |  Von  |  Gesundheit

[vc_row][vc_column width=“1/1″][vc_column_text]Die grosse Ebola-Epidemie in Guinea und benachbarten Regionen wie Liberia oder Sierra Leone hat bislang mindestens 700 Todesopfer gefordert. Das Anlaufen der internationalen Hilfe im Kampf gegen den Ebola-Virus scheint erste Früchte zu tragen, die Gefahr weiterer Infizierungen mit dem lebensgefährlichen Virus ist dennoch nicht gebannt. Auch die Schweiz zeigt Engagement in Afrika.

Auch wenn die akute Gefahrenlage schon wegen der geografischen Entfernung eher vernachlässigbar scheint, ist der Ebola-Tod doch näher als vermutet. Der Globus ist zum Weltdorf geworden, in dem praktisch jederzeit auch gefährliche Epidemien weltweite Auswirkungen haben können. Nicht nur bei Ebola. Die Vernetzung der Welt findet eben nicht nur im Internet, sondern auch im realen Leben statt.

„Outbreak – lautlose Killer“

Gestalten in gelben Overalls mit luftdichtem Kopfteil und Sauerstofftornistern bewegen sich mit schleppenden Füssen durch Zentimeter hohes Laub inmitten des Urwaldes in Zaire. In irgendeinem Dorf hat ein unbekanntes Virus Todesopfer gefordert, die Bedrohung, dass sich die Epidemie ausweitet, hat die Behörden auf den Plan gerufen. Der Beginn der Krankheit wirkt meist oft harmlos und ähnelt eher einer Grippe. Dann geht alles ganz schnell. Das Virus leistet ganze Arbeit, lähmt das Immunsystem des Körpers und führt zu Erbrechen und Schwäche und letztlich zu irreparablen inneren und äusseren Blutungen bis zum Tod. Ein Gegenmittel gibt es nicht, wahre Hilfe scheint nicht in Sicht.

Perfide erscheint, dass das Ebola-Virus im Zuge einer militärischen Aktion mit biochemischen Waffen ins Land gekommen ist. Ein guter Grund dafür, das Militär auch jetzt einzusetzen und betroffene Patienten und das gesamte Dorf zu eliminieren. Jahre später finden sich in derselben Region wieder Erkrankungen mit demselben Verlauf. Und auch in den USA wird eine Kleinstadt heimgesucht. Die scheinbare Erlösung kommt erst spät, als sowohl das Wirtstier der tödlichen Krankheit als auch ein Gegenmittel gefunden scheint. Jetzt soll auch das kleine amerikanische Städtchen mittels einer Massenvernichtungswaffe aus dem Bewusstsein der Öffentlichkeit gelöscht werden. Und das einst militärisch eingesetzte Virus gleich mit. Doch ein Virologe und ein spät einlenkender Bomberpilot spielen nicht mit. So weit die Geschichte im Film „Outbreak – lautlose Killer“ mit Dustin Hoffman aus dem Jahr 1995.

Wahrheit holt Geschichte ein

Auch jetzt sind die Gestalten in den gelben Schutzoveralls wieder im Urwald unterwegs. Diesmal nicht in Zaire, sondern in Guinea und diesmal auch nicht im Film, sondern in der Realität. Und auch dieses Mal rafft das Ebola-Virus wieder zuhauf seine Opfer dahin und könnte sich jederzeit auch über den afrikanischen Kontinent hinaus ausbreiten. Und zwar rasend schnell. Hier wird keine Geschichte gedreht, sondern Geschichte geschrieben. Es ist die Geschichte der weltweiten Bedrohung durch Epidemien, die dank der weltweiten Vernetzung durch Reisende und wirtschaftliche Beziehungen ganz schnell auch weit entfernte Regionen erreichen können.

Der Weg aus dem verseuchten Krisengebiet in Guinea auf den nächsten Flugplatz ist für das Virus ebenso kurz wie die Reise vom afrikanischen Kontinent beispielsweise auf europäisches Festland. Ob Urwaldtouristen, Weltenbummler oder Geschäftsreisende – quasi jeder kann das Virus mit im Gepäck haben. Bei einer Inkubationszeit, die je nach Ebola-Stamm zwischen 2 und 21 Tagen beträgt, lässt sich nicht jeder Verdacht ausschliessen.

Dabei ist Ebola nichts Neues. In der Dokumentation der Viruserkrankung tauchen praktisch jedes Jahr einzelne Fälle auf, noch niemals aber in der Dimension wie der jetzigen. Immer wieder wird das Ebola-Virus auch bei Affen nachgewiesen. So beispielsweise 1990 auf den Philippinen bei einer Affengruppe, die in die USA exportiert werden sollte. 1996 kam dann tatsächlich ein infiziertes Tier in die USA, wurde dort aber in der Quarantäne-Station rechtzeitig aussortiert. Eine Epidemiewelle mit mehr als 700 Opfern wie bei der derzeitigen gab es allerdings noch nie. Bislang waren 280 Tote 1976 in Zaire (heute Kongo) die Spitze der Bedrohung.[/vc_column_text][vc_separator color=“grey“][vc_column_text]

Übertragen wird das Virus über Körperausscheidungen, aber auch über Tröpfchen- und Schmierinfektionen. (Bild: Festa / Shutterstock.com)

Übertragen wird das Virus über Körperausscheidungen, aber auch über Tröpfchen- und Schmierinfektionen. (Bild: Festa / Shutterstock.com)

[/vc_column_text][vc_separator color=“grey“][vc_column_text]Übertragen wird das Virus über Körperausscheidungen, aber auch über Tröpfchen- und Schmierinfektionen. Selbst bei der unachtsamen Beerdigung von Ebola-Opfern kam es zu Übertragungen und auch die Behandlung oder Autopsie von betroffenen Tieren und Menschen führt immer wieder zu Komplikationen. So kann durchaus ein kleines Äffchen, ähnlich wie im Film „Outbreak“, zum Überträger der Krankheit werden.

Mangelnde Hygiene und Flucht vor der Gefahr erhöhen Verbreitungsrisiko

Beste Voraussetzung für eine Weiterverbreitung des Virus ist mangelnde Hygiene. Zugegebenermassen sind die Bedingungen in westafrikanischen Spitälern nicht das, was wir unter clean verstehen. Das ist durchaus auch ein Grund dafür, dass derzeit in Guinea eine regelrechte Krankenhausflucht stattfindet. Aus Angst vor der Ansteckung mit Ebola flüchten Ärzte, Pfleger und Krankenschwestern regelrecht in Scharen aus den Spitälern. Das macht die medizinische Versorgung der infizierten Patienten noch schwieriger, zumal die Sterblichkeitsrate ohnehin je nach Typ schon bei 70 bis 90 % liegt.[/vc_column_text][vc_separator color=“grey“][vc_video link=“https://www.youtube.com/watch?v=Gd_H5KBXLpk“][vc_separator color=“grey“][vc_column_text]Nur ein engagiertes Eingreifen in den betroffenen Regionen, strengste Quarantäne- und Hygienemassnahmen und eine erhöhte Vorsicht in den internationalen Bewegungen können verhindern, dass sich das Virus quasi ungehindert weltweit ausbreiten kann. Allerdings ist kaum zu vermuten, dass es gelingen wird, all jene, die aus den betroffenen Regionen ausreisen wollen, zumindest 21 Tage in Quarantäne zu halten. Es darf also damit gerechnet werden, dass sich über die nächsten Wochen und Monate hinweg auch weit ausserhalb der eigentlichen Krisenregion Ebola als tödlicher Gast zeigt. Zumal bis heute kein wirksames Gegenmittel gefunden wurde.

 

Oberstes Bild: © pixfly – Shutterstock.com[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]