Filmförderung in der Schweiz: Hollywood war einmal – jetzt kommt das Programm FiSS

12.08.2014 |  Von  |  Film

Mit insgesamt sechs Millionen Franken pro Jahr soll das Schweizer Filmschaffen nachhaltig gestärkt werden. Dabei ist gerade das aus der Taufe gehobene Programm FiSS (Film Standort Schweiz) ein wichtiger Bestandteil der beschlossenen Filmförderungsmassnahmen in der Schweiz, die als Teil der Kulturbotschaft bereits Ende Mai vom Bundesrat verabschiedet wurden. Dementsprechend hoffnungsfroh präsentierte dann auch Kulturminister Alain Berset das eidgenössische Filmförderkonzept in Locarno.

Das Programm FiSS soll den Schweizer Film zu einer attraktiven Marke aufwerten

Erstmals seit rund 15 Jahren wird dabei mit dem Programm FiSS der angestaubten Filmförderung wieder neues Leben eingehaucht. Überschwänglich lobte Berset dann auch die Landesregierung, die mit dem Programm FiSS ein entscheidendes Zeichen gesetzt hat, damit in der Schweiz zukünftig ein starkes Kino integriert werden kann, dessen Wurzeln in der Alpenrepublik liegen. Neben der expliziten Förderung von Erfolg sowie Qualität fungiert das Programm FiSS dabei als das dritte Standbein innerhalb des Projekts rund um die Filmförderung 2016–2019.

Laut Berset sei es prinzipiell das Ziel, den Produktions- und Drehstandort Schweiz international attraktiv zu gestalten. Im Fokus sollen diesbezüglich sowohl abendfüllende Dokumentarfilme als auch Spielfilme stehen, gibt der Filmchef beim Bundesamt für Kultur, Ivo Kummer, Auskunft über die entsprechenden Planungen. So sollen Filme dieser Art zukünftig nicht mehr im Ausland abgedreht werden. Stattdessen soll die Schweiz hier wieder verstärkt aktiv werden.

Fördergelder stehen ausschliesslich Schweizer Produktionsfirmen zur Verfügung

Als exemplarisches Beispiel kann diesbezüglich der Film “Sils Maria” angeführt werden, der auf der Piazza Grande in Locarno programmiert ist. Bei dieser im Engadin spielenden schweizerisch-deutsch-französischen Produktion wurde ein Teil der Filmaufnahmen nach Südtirol ausgelagert. Damit ebendies nicht mehr geschieht, können ausschliesslich Schweizer Produktionsfirmen die zusätzlichen Fördergelder beantragen, damit die Filmproduktionen ihre Wertschöpfung auch zu einem Grossteil in der Schweiz erbringen können.

Des Weiteren plant der Bundesrat den Wiedereinstieg in das EU-Förderprogramm Media, da die konstante Teilnahme an diesem Programm wesentlich für die weitere Entwicklung der Schweizer Filmkultur und des Schweizer Films an sich ist. Zudem soll eine externe Firma die bisherigen Filmförderungskonzepte genau unter die Lupe nehmen; besonders die umstrittene selektive Filmförderung steht dabei auf dem Prüfstand. Allerdings warnt BAK-Filmchef Kummer diesbezüglich gleichzeitig vor allzu hohen Erwartungen. Schliesslich werde es kaum funktionieren, dass ein entsprechendes Begutachtungssystem gefunden wird, das wirklich alle Beteiligten zufriedenstellt.

 

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