Das Ende der Touchscreen-Notebooks

03.10.2014 |  Von  |  Neue Medien
Das Ende der Touchscreen-Notebooks
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Und schon ist der Trend wieder vorbei: Notebooks, die mit einem Touchscreen ausgestattet sind, sollten den Absatz beflügeln. Jetzt kommt allerdings die Kehrtwende der Hersteller – denn offenbar braucht die Geräte niemand.

Insbesondere die zahlreichen asiatischen Hersteller sehen derzeit kaum Nachfrage, erst im nächsten Jahr soll es mit der Veröffentlichung von Windows 9, welches Ende September vorgestellt werden soll, neue Impulse für den Markt geben – dabei hätte man sich das Debakel auch vorher schon ausmalen können …

Wie bedient man denn so etwas?

Theoretisch sind Betriebssysteme seit Windows 8 ausreichend dafür geeignet, auch mit den Fingern bedient zu werden. Offenbar reicht das den meisten Kunden aber nicht aus: Zahlreiche Unternehmen aus Taiwan bemängeln, dass der Touchscreen einen deutlich höheren Produktions- und Kostenaufwand zur Folge habe. Gleichzeitig werde die Produktivität dadurch aber nicht beflügelt: Die meisten Kunden empfänden es einfach als unbequem, die Hände von Maus oder Tastatur zu nehmen und dann die Eingabe direkt am Bildschirm vorzunehmen – von Problemen wie Fingerabdrücken ganz zu schweigen. Für das vierte Quartal 2014 hätten daher „viele Hersteller“ – ohne dabei spezifisch zu werden – die Entwicklung neuer Touchscreen-Modelle komplett gestoppt.

Unerwarteter Gegenwind kommt nicht zuletzt auch aus der Smartphone- und Tablet-Gegend, welche dem klassischen Notebook den Platz streitig macht. Die sinkende Nachfrage nach Notebooks gibt dadurch weiter nach. Zu leiden haben darunter übrigens auch Unternehmen wie Intel: Der geschützte Begriff „Ultrabook“ für Notebooks, die besonders flach und ausdauernd sein sollen, verlangt beispielsweise zwingend den Einbau eines Touchscreens – den jetzt aber niemand mehr haben möchte. Es bleibt abzuwarten, wie Intel und die genannten asiatischen IT-Unternehmen auf das Ende des Touch-Notebook-Trends reagieren.

Naht der Heilsbringer?

Ob Windows 9 diese Entwicklung wirklich aufhalten können wird, dürfte fraglich sein. Die inhärenten Probleme

der Touchscreen-Lösung – die unbequeme Haltung von Armen und Händen, der Finger als schlechtes Zeigeinstrument gegenüber dem Mauszeiger, die Fingerabdrücke – wird nämlich ein einfaches Betriebssystem nicht beseitigen können. Die Industrie spricht dennoch von „neuen Impulsen“ – aber zumindest uns würde es nicht wundern, wenn der Touchscreen auf klassischen Notebooks weiterhin keine Beachtung fände.

 

Oberstes Bild: © Pedro II – Shutterstock.com


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