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Süssstoffe erhöhen Diabetes-Risiko

06.10.2014 |  Von  |  Gesundheit

Mit ihrer Hilfe sollte Fettleibigkeit bekämpft und zur Normalisierung von Blutzuckerwerten beigetragen werden. Einer neuen Studie zufolge senken Süssstoffe als Zuckerersatz allerdings keineswegs das Diabetes-Risiko, sondern können es im Gegenteil sogar erhöhen. Schuld daran sei allem Anschein nach ihre schädliche Wirkung auf bestimmte Darmbakterien, heisst es in einer Studie, die kürzlich in der Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlicht wurde.

Wie es in dem Artikel heisst, seien künstliche Süssstoffe in unsere Ernährung aufgenommen worden, um die Blutzuckerwerte zu regulieren und die Kalorienzufuhr zu senken, ohne dass wir dazu auf Süsses verzichten müssen. Die Ergebnisse der Studie legen aber nun nahe, dass genau diese Süssstoffe dazu geführt haben, die Situation noch weiter zu verschlimmern, anstatt sie zu bekämpfen.

Beeinflussung der Darmflora führt zu Glukose-Intoleranz

Süssstoffe finden sich in vielen Lebensmitteln. Sie dienen beispielsweise als Ersatz für herkömmlichen Zucker in Softdrinks, Müslis oder Desserts. Zudem wird ihr Konsum Diabetes-Patienten und solchen mit Glukose-Intoleranz empfohlen.

Für die Studie gaben die Wissenschaftler vom Weizmann-Institut einigen Mäusen Wasser zu trinken, welches mit häufig verwendeten Süssstoffen versetzt war. Die Dosierung richtete sich dabei nach den Empfehlungen des Süssstoffkonsums für Menschen, heruntergerechnet auf das Gewicht der Mäuse. Anders als die Mäuse in den Kontrollgruppen, die nur reines oder mit Zucker gesüsstes Wasser tranken, entwickelten diese Mäuse während der Tests eine Glukose-Intoleranz.

Als Ursache dafür vermuteten die Forscher eine Beeinflussung der Darmflora. Zur Bestätigung dieses Verdachts führten sie die Exkremente der Mäuse aus der Süssstoff-Gruppe anderen Mäusen zu, deren Darmflora sie zuvor mit Antibiotika zerstört hatten. Wie sich zeigte, entwickelten auch diese Mäuse dann eine Intoleranz gegenüber Glukose.

Bestätigung der Ergebnisse durch freiwillige Testpersonen

Im Anschluss wurde an sieben freiwilligen Testpersonen ein weiterer Versuch durchgeführt, der die Übertragbarkeit der Ergebnisse auf den Menschen bestätigen sollte. Diese Personen, die normalerweise keinen Süssstoff zu sich nahmen, konsumierten nun eine Woche lang die Menge an Süssstoff, welche von der US-Lebensmittelbehörde FDA als Höchstdosis empfohlen wird. Bereits nach dieser kurzen Zeit wiesen vier der Versuchsteilnehmer Veränderungen der Darmflora und eine Erhöhung der Blutzuckerwerte auf.

Keine voreiligen Schlüsse ziehen

Nita Forouhi von der Universität Cambridge in England räumt aufgrund der Studienergebnisse ein, dass Süssstoffe womöglich doch nicht die angepriesene Wunderwaffe gegen Diabetes und Fettleibigkeit seien. Allerdings betont sie auch, dass die Studie noch keine definitiven Rückschlüsse zulasse, da die Zahl der Versuchsteilnehmer gering und die Studiendauer kurz war. Ihrer Meinung nach sollten die bisherigen Ernährungs- und Gesundheitsempfehlungen nicht voreilig über den Haufen geworfen werden.

 

Oberstes Bild: © Roobcio – Shutterstock.com

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