Warum Ebola in der Schweiz keinen Grund zur Sorge liefert

16.10.2014 |  Von  |  Gesundheit, Weltgeschehen
Warum Ebola in der Schweiz keinen Grund zur Sorge liefert
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[vc_row][vc_column][vc_column_text]Haben die etwas mehr als 130 Millionen US-Dollar im Kampf gegen Ebola bislang das gewünschte Ergebnis gebracht? Wahrscheinlich noch nicht. Inzwischen setzt gerade in den USA eine regelrechte Panik ein.

Aber ist diese Angst überhaupt gerechtfertigt? Bislang ist in Europa bis auf einige Einzelfälle noch nichts von der Krankheit zu spüren. Müssen Sie sich als Bürger in der Schweiz also Gedanken um Ihre Gesundheit machen? Wir zeigen Ihnen, was wirklich dran ist an der vermeintlichen Epidemie und ob Sie die gute Schweizer Bergluft weiterhin entspannt einatmen können.

Zunehmende Bedrohung in kleinem Massstab

Inzwischen ist in den USA eine Person an Ebola gestorben, eingeflogen wurde sie jedoch aus Liberia. Weiterhin ist ein Brite durch die Krankheit ums Leben gekommen, der in den betroffenen Gebieten helfen wollte. Er verstarb am Freitag in Mazedonien. Wie es um die Krankenschwester in Spanien steht, die sich vor etwa einer Woche bei der Behandlung zweier Infizierter angesteckt hat, ist auf ihren eigenen Wunsch bislang nicht genau kommuniziert worden. Man spricht jedoch von einem „stark verschlechterten Zustand“. Die Hoffnung ist also da – aber sie ist klein. In Zeiten dieser Schreckensmeldungen verwundert es nicht, dass auch die Print- und Internetmedien in der Schweiz und im Rest der Welt übereilig reagieren.

Beispielsweise wurde in Tschechien ein Mann wegen Verdacht auf Ebola untersucht, nur um einige Tage später wieder gesund entlassen zu werden. Ein sehr ähnlicher Fall spielte sich hingegen in Frankreich ab, und auch dort gab es im Nachhinein keinen Grund für eine Panik. In Deutschland werden ebenfalls drei infizierte Personen behandelt, das Virus hat jedoch keine Chance, auf einen beträchtlichen Teil der Bevölkerung überzusiedeln. Die Sicherheitsvorkehrungen fallen also beträchtlich aus – was aber offenbar die breite Bevölkerung nicht daran hindert, bei der Erwähnung des Namens Ebola teilweise in Schockstarre zu verfallen, wie man an einem Beispiel aus den USA sieht.

Vorschnelle Reaktionen gegen Ebola

Kuriose Szenen spielen sich dieser Tage beispielsweise in der beliebten Touristenmetropole New York ab: Am dortigen Flughafen La Guardia sind mehr als 200 Reinigungskräfte in den unbefristeten Streik getreten. Sie hätten Angst vor Ebola und fordern daher bessere Schutzkleidung und Präventivmassnahmen. Einen wirklichen Grund dazu haben diese Personen aber eigentlich nicht: Weder landen dort Maschinen aus Afrika beziehungsweise den dort betroffenen Ländern, noch ist der Flughafen für schlechte Hygienebedingungen bekannt. Das Beispiel zeigt, dass die Angst vor Ebola teilweise gefährlicher ist als das Virus selbst.[/vc_column_text][vc_separator color=“grey“][vc_column_text]

Ebola Virus. (Bild: jaddingt / Shutterstock.com)

Ebola Virus. (Bild: jaddingt / Shutterstock.com)

[/vc_column_text][vc_separator color=“grey“][vc_column_text]Warum Sie sich nicht vorschnell in einen luftdicht abgeriegelten Bunker zurückziehen sollten, zeigen unter anderem auch die folgenden Fakten:

  • Ohne Körper, in welchem das Virus überleben kann, stirbt es sehr schnell. Das ist auch der Grund, warum sich die Wissenschaftler noch immer nicht einig sind, wie lange Ebola genau überleben kann: Es stirbt so schnell, dass gar keine umfangreichen Tests durchgeführt werden können. Die Flughafenmitarbeiter in New York werden sich also selbst unter Extrembedingungen kaum infizieren können.
  • Ja, Ebola endet derzeit meist tödlich. Gleichzeitig sagt das aber auch weniger über die Krankheit an sich aus: Verantwortlich für die vielen Unglücksfälle in den afrikanischen Ländern sind die im Vergleich katastrophalen Hygienezustände. Auch in Schweizer Krankenhäusern mag es nicht 100%ig sauber zugehen – aber das ist noch lange kein Vergleich zu den schlimmen Umständen, mit welchen die Helfer vor Ort in Sierra Leone & Co. zu kämpfen haben.
  • Durch die Luft kann Ebola nicht übertragen werden. Wer nicht mit Körperflüssigkeiten in Kontakt kommt, kann also auch nicht daran erkranken. Die Luft an den Flughäfen ist also in keiner Weise gesundheitsgefährdend – und auch ein Besuch in Liberia wird Ihnen in der Regel überhaupt nichts anhaben.

Hilfe muss kommen

Gleichzeitig wollen wir die Krankheit natürlich nicht verharmlosen. Experten sind sich einig, dass dieser Ausbruch auch für die restliche Welt gefährlich werden kann, was auch der Grund dafür ist, warum die nur langsam anlaufende Hilfe kritisiert wird. Von den anfangs erwähnten 130 Millionen US-Dollar seien bislang nur etwa 30 % eingetroffen. Der Präsident der Weltbank, Jim Yong Kim, fand dafür deutliche Worte: Kläglich gescheitert seien die internationalen Hilfsbemühungen bislang. Im selben Atemzug erwähnte er, dass für diesen und zukünftige, ähnliche Fälle ein Notfallfonds eingerichtet werden solle, der ein Volumen von etwa 19 Milliarden Franken umfassen und nicht von den anderen Entwicklungs- und Währungsfonds angerührt werden solle.

Bis es so weit ist, müssen es jedoch die verfügbaren Hilfskräfte richten: 3000 Soldaten möchten die USA in die drei am schlimmsten betroffenen Länder entsenden, Deutschland will auch noch einmal 3000 Hilfskräfte bereitstellen. Ob das reicht, dürfte fraglich sein – aber ein Anfang ist gemacht. Und bis dahin gilt für Sie: Ruhe bewahren, denn in westlichen Ländern ist ein derartiger Ausbruch nahezu ausgeschlossen.

 

Oberstes Bild: © Roobcio – Shutterstock.com[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]


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