10 Stunden Chaos am Set für 5 Minuten Film

30.10.2014 |  Von  |  Film
10 Stunden Chaos am Set für 5 Minuten Film
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[vc_row][vc_column][vc_column_text]In der Schweiz werden Filme produziert, die europaweit Beachtung finden. Der letzte Schweizer Tatort erhielt gute Kritiken. War auch Ihre Strasse schon einmal gesperrt, weil ein Juwelierladen überfallen wurde oder ein Hund eingefangen werden musste?

In Luzern wird momentan der neue Tatort gedreht (Regie: Manuel Hendry), in Zürich noch bis Mitte Dezember der gesellschaftskritische Film „Upload“ unter der Regie von Tobias Ineichen. Für letzteren Streifen werden händeringend Statisten gesucht, bevorzugt echte Punks. Ansonsten sehen Statisten aus wie du und ich. Ohne diese Leute würden die Schauspieler in menschenleeren Strassen zu sehen sein, Auto- und Velo-Fahrer inbegriffen. Wie ein solcher Drehtag aussieht, habe ich hautnah erlebt, als ich vor ein paar Tagen in Markkleeberg bei Leipzig zu Besuch war.

Ruhe bitte – wir drehen

Morgens um 8.00 Uhr wird die Strassenkreuzung per Hand gefegt, die letzten Autos werden umgeparkt, Diffusorsegel werden aufgefaltet und die ersten von 30 Statisten treffen ein. Insgesamt werden 60 wildfremde Menschen das Stückchen Strasse bevölkern – einen ganzen Tag lang. Wer nicht zum Filmteam gehört, sondern nur hier wohnt, muss sich vorbeischleichen, und wehe, der Hund fängt in genau diesem Moment an zu bellen. „Cut – ganze Szene noch mal!“ Gleiches passiert, wenn der Güterzug plötzlich über die Eisenbahnbrücke donnert. Wieso muss der Drehort auch in der Nähe des Bahnhofs liegen? Und auch der Juwelierladen ist eigentlich eine ganz normale Poststation. Erst einen Tag zuvor präparieren Requisiteure die Schaufenster. Drei Tage vorher werden die Bewohner per Handzettel informiert, dass sie möglichst nicht von ihren Fenstern aus zuschauen sollen. Natürlich hält sich niemand daran.[/vc_column_text][vc_separator color=“grey“][vc_video link=“https://www.youtube.com/watch?v=3GtbJ_iKPIM“][vc_separator color=“grey“][vc_column_text]Gehört die Frau zu uns?

Hauptdarsteller Francis Fulton Smith fährt mit ordentlich Tempo die Strasse entlang und hält mit quietschenden Reifen vor dem präparierten Juwelierladen, in dem gerade ein Überfall stattgefunden hat. Es wird nur die Ankunft gedreht. Eine Frau mit Kinderwagen schlendert über den Gehweg. „Gehört die zu uns?“, fragt der Schauspieler? „Nein.“ – „Okay, das Ganze noch mal.“ Die echten Statisten stehen in der Gegend herum und gucken zu, während sich eine Assistentin in gelber Warnweste wortreich entschuldigt. Drei Stunden später wird der Schauspieler von einem Rentner mit Pistole bedroht. Noch später steht ein Kommissar der Presse Rede und Antwort. Zwischendurch laufen die Statisten gezielt als Passanten durchs Bild. Die gesamte Szene, die später in einer Folge „Ein Fall für Liebe“ zu sehen sein wird, dauert fünf Minuten. Dafür sind 60 Personen zehn Stunden lang im Einsatz.

Wo in der Schweiz die meisten Filme gedreht werden und wie Sie als Statist Geld verdienen können, erfahren Sie im nächsten Bericht. Dann geht es um die Filmindustrie in der Schweiz und die besten Casting-Agenturen.

 

Oberstes Bild: © dienstwerk[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]

Über Claudia Göpel

Als gelernte Zahntechnikerin schreibe ich exzellent recherchierte Texte rund um die Themen Zahnmedizin, Allgemeinmedizin, Geriatrie und Gesundheit.
Sie profitieren mit mir als Auftragstexterin zudem von einem reichen Erfahrungsschatz in den Berufsbereichen Gastronomie, Kultur und Recht. Blog- und Fachartikel über Kinder, Tiere (Hunde, Katzen, Vögel, Fische, Reptilien, Kleinsäuger, Vogelspinnen), Pflanzen, Mode, Möbel und Denkmalschutz schreibe ich ebenfalls mit Begeisterung und reichlich Hintergrundwissen.
Zum Ausgleich verfasse ich in meiner Freizeit Kriminalstorys sowie erotische Kurzgeschichten, die unter dem Pseudonym Anastasia in zahlreichen Büchern und Erotik-Magazinen veröffentlicht sind. Ausserdem bin ich seit vielen Jahren ehrenamtlich als Klinikclown für kranke Kinder in deutschen Krankenhäusern und Hospizen aktiv.

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