Modernisierung des Stromnetzes in der Schweiz geplant

03.11.2014 |  Von  |  Allgemein
Modernisierung des Stromnetzes in der Schweiz geplant
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Präzisere Messtechnik, intelligenterer Verbrauch: Das Schweizer Stromnetz soll sich für Verbraucher in den kommenden Jahren deutlich modernisieren, verspricht der Bund. Allerdings lässt er sich dafür, wie gewöhnlich, viel Zeit.

Probleme bereiten bei diesem Plan bereits die Kleinigkeiten – wie etwa die Stromzähler. Gerade bei den umweltfreundlichen Lösungen, die aus Solartechnik bestehen, soll es nämlich Schwierigkeiten bei der Ermittlung des tatsächlichen Bedarfs und Verbrauchs geben – was den grünen Strom derzeit teurer macht als notwendig.

Wie profitieren Sie?
Die intelligente Verteilung von Strom und die präzise Zählung ist dabei nicht neu: Kleine Unternehmen bieten dies für die (auf die gesamte Bevölkerung gerechnete) relativ geringe Menge an Besitzern von Photovoltaikanlagen bereits an. Das Bundesamt für Energie möchte die dafür notwendigen Stromzähler zwar gerne ebenfalls verteilen, allerdings soll es bis zur Erfassung der Gerätestandards allein noch bis 2020 dauern. Anschliessend erfolgt die Debatte über den Datenschutz, denn die Stromzähler würden natürlich protokollieren, wer wann wieviel Strom verbraucht – und auch dies wird die Pläne weiter nach hinten verschieben, denn gerade die zahlungskräftigen Unternehmen müssen beim Thema IT- und Datensicherheit natürlich zufriedengestellt werden. Aber: Das Ziel hinter all dem Aufwand ist, dass die bereits installierten Zähler wohl nur angepasst (und nicht erneuert) werden müssten. Das dämpft die Kosten, was am Ende auch der Verbraucher zu spüren bekommen soll.

Aber was bedeutet all das für Sie als Stromkunde? Präzisere Messtechniken sollen für ebenso präzise Abrechnungen sorgen. Somit sollen Sie in Zukunft praktisch auf die Wattstunde genau Ihre eigenen Stromkosten begleichen können, was derzeit insbesondere bei den erwähnten Solarlösungen kaum möglich ist. Das Bundesamt für Energie nennt dies das Smartgrid: Ein intelligentes Netz für die Stromverteilung, welches die technisch machbaren Gegebenheiten ausnutzt.

Wird Strom wieder günstiger?
Langfristig könnte dies trotz der Milliardeninvestitionen, die zunächst erbracht werden müssen, den Strommarkt liberalisieren und damit zu fallenden Preisen führen. Derzeit verlangen beispielsweise die Stromanbieter pro Jahr etwa 1.400 Franken von den Produzenten von Solarstrom (wozu auch Privatpersonen gehören können), nur um die Messung des Stromflusses vorzunehmen. Falls allein dieses Beispiel durch neue Stromzähler wegfällt, wird die monopolartige Stellung der bislang existierenden Stromunternehmen langfristig aufgeweicht – und Sie sollten zumindest theoretisch einen Wettbewerb und damit fallende und fairere Preise erhalten.

 

Oberstes Bild: © Lisa S. – Shutterstock.com

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