Erste Hilfe beim Schlaganfall: Jede Minute zählt!

04.11.2014 |  Von  |  Gesundheit
Erste Hilfe beim Schlaganfall: Jede Minute zählt!
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Der Schlaganfall ist die häufigste Ursache von körperlicher Behinderung und Invalidität im Erwachsenenalter. Je rascher im Notfall gehandelt wird, desto höher ist die Chance, die Durchblutungsstörung ohne Spätfolgen zu überleben. Erfahren Sie hier, wie Sie einen Schlaganfall erkennen und wie Sie richtig helfen!

Peter Schneider hat grosses Glück gehabt. Als der 65-Jährige eines Morgens aus seinem Bett aufstehen wollte, klappte das nicht. Sein linker Fuss sackte weg, hilflos ging er zu Boden und schaffte es nicht, sich wieder aufzurichten. Seine Frau Hannelore hat die Situation sofort erkannt und richtig reagiert.

Als ihr Gatte über ein lähmendes Kribbeln im linken Arm klagte, vermutete sie das Schlimmste und wählte sofort den Notruf. Binnen weniger Minuten befand sich Herr Schneider auf der Intensivstation des Krankenhauses, wo die medizinische Erstversorgung routiniert durchgeführt wurde. Seine Frau hat ihm durch ihre Geistesgegenwart das Leben gerettet – bei einem Schlaganfall zählt nämlich jede Minute!

Was ist ein Schlaganfall?

Ähnlich wie ein Herzinfarkt ist ein Schlaganfall die Folge einer plötzlichen Durchblutungsstörung – allerdings im Gehirn. Ausgelöst durch ein Blutgerinnsel, werden die Gehirnzellen nicht mehr ausreichend versorgt, können nicht mehr arbeiten und sterben ab. Je nach Lokalität des verstopften Blutgefässes treten unterschiedliche Symptome, wie zum Beispiel Lähmungen, Seh- und Sprachstörungen, auf.

Wie erkennen Sie einen Schlaganfall?

Je früher ein Schlaganfall erkannt und richtig behandelt wird, desto grösser sind die Chancen, Folgeschäden zu vermeiden. Nur in einem Krankenhaus können die richtigen Sofortmassnahmen eingeleitet werden, um das Blutgerinnsel im Gehirn aufzulösen sowie weitere zu verhindern. Ein frühes Erkennen ist von entscheidender Bedeutung. Was sind also die wichtigsten Warnzeichen?

Gefühlsstörung oder Lähmung einer Körperseite

Häufige Symptome bei einem Schlaganfall sind Gefühlsstörungen oder Lähmungen einer Körperseite. Fällt also plötzlich ein Arm herunter, gehorcht das Bein auf derselben Seite nicht und knickt weg, ist das ein untrügliches Zeichen für eine Durchblutungsstörung im Gehirn. Ein plötzlicher Sturz bei vollem Bewusstsein – ohne Vorzeichen – sollte ebenfalls nicht unterschätzt werden. Viele Schlaganfallpatienten berichten über ungeheuer schwierige Bewegungen des Armes. Sie haben Probleme, Sachen zu greifen, und sind plötzlich extrem ungeschickt beim Verrichten alltäglicher Dinge. Die eigenen Hände und Füsse fühlen sich fremd an, ein „Kribbeln“ lässt sich auch durch Selbstmassage nicht vertreiben.


Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute! (Bild: © Bernd Leitner Fotodesign - shutterstock.com)

Bei einem Schlaganfall zählt jede Minute! (Bild: © Bernd Leitner Fotodesign – shutterstock.com)


Hängender Mundwinkel

Ein weiteres Warnzeichen für einen Schlaganfall ist ein hängender Mundwinkel. Die Asymmetrie des Gesichts ist augenscheinlich, fällt einem selber aber meistens gar nicht auf, sondern wird von anderen beobachtet. Oft ist auch die Hand derselben Seite ungeschickt und kraftlos. Beim Trinken rinnt die Flüssigkeit aus dem Mundwinkel heraus.

Sprachstörungen und Verständnisprobleme

Diese Symptome machen sich vor allem durch das Brabbeln unverständlicher Laute bemerkbar. Die Kommunikation mit der Umwelt ist nur schwer möglich, weil Angehörige und Helfer das Gesprochene nicht mehr verstehen. Die Betroffenen merken das anfangs gar nicht und reagieren in diesem Fall oft ungehalten und verwirrt.

Plötzliche Sehstörungen an einem Auge

Treten an einem Auge Störungen auf, klagen die betroffenen Personen darüber, dass sie auf einer Seite nichts mehr sehen. Sie stossen beim Gehen seitlich an Hindernisse, die sie nicht mehr wahrnehmen. Ein weiteres Zeichen ist, wenn beim Fernsehen oder Lesen plötzlich eine Hälfte des Bildes verschwindet.

Kopfschmerzen und Schwindel

Schlaganfallpatienten berichten auch über ungewöhnlich heftige Kopfschmerzen. Begleitet wird dieses Symptom von einem starken Schwindelgefühl. Betroffene müssen sich anlehnen, damit sie nicht umfallen, sie sehen alles doppelt und ihnen wird übel.

Erste Hilfe bei einem Schlaganfall

Treten die genannten Symptome auf, sollten Sie nicht lange zögern, sondern sofort Notarzt oder Rettung rufen. Nur in einem Krankenhaus können die notwendigen lebenserhaltenden Massnahmen gesetzt werden. Versuchen Sie, den Patienten zu beruhigen, und lassen Sie ihn in einer für ihn angenehmen Position verweilen. Öffnen Sie beengende Kleidungsstücke und sorgen Sie für ausreichend Frischluft.

Wenn der Betroffene nicht reagiert beziehungsweise bewusstlos ist, muss eine Atemkontrolle durchgeführt werden. Dazu fassen Sie mit einer Hand an das Kinn, mit der anderen an die Stirn. Heben Sie nun das Kinn und strecken Sie den Kopf vorsichtig nackenwärts. Dadurch hebt sich die zurückgesunkene Zunge und das Freimachen der Atemwege wird ermöglicht. Das Atmen kontrollieren Sie nun durch die Bauch- und Brustkorbbewegungen sowie durch das Fühlen und Hören der Ausatemluft. Leidet der Patient unter einem Atemkreislaufstillstand, ist sofort mit der Wiederbelebung zu beginnen.

Dem Schlaganfallrisiko wirksam vorbeugen

Niemand kann das Schlaganfallrisiko vollkommen ausschliessen. Mit der Befolgung einiger weniger Tipps lassen sich aber vier von fünf Hirninfarkten verhindern. Neben einer gesunden, fettarmen Ernährung ist es wichtig, auf den Blutdruck zu achten. Ausreichende Bewegung fördert die Durchblutung und hält die Gefässe elastisch. Das Gegenteilige verursacht Nikotin. Deshalb: mit dem Rauchen aufhören! Ebenfalls bedenklich ist übermässiger Alkoholkonsum – was nicht bedeutet, dass Sie generell auf ein gemütliches Glas verzichten müssen. Besonders gefährdet sind Diabetiker. Bei dieser Krankheit ist gut darauf zu achten, dass die Blutzuckerwerte gut eingestellt sind.



Peter Schneider hat das Krankenhaus nach zwei Wochen wieder verlassen. Noch immer ist er froh, dass seine Partnerin den Schlaganfall sofort erkannt hat. Es ist nämlich nicht selbstverständlich, nach dieser Diagnose ein unbeschwertes Leben ohne Folgeschäden führen zu können.

 

Oberstes Bild: © Robert Kneschke – shutterstock.com

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