Schneeweisse Schwarznasen – die Walliser und ihre Schafe

06.11.2014 |  Von  |  Natur
Schneeweisse Schwarznasen - die Walliser und ihre Schafe
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Bereits vor acht Jahren hat die Walliser Filmemacherin Sylviane Neuenschwander einen zauberhaften Dokumentarfilm über die Walliser Schwarznasenschafe gedreht, der seitdem als Lehrfilm für die Züchter dieser Liebhabertiere gilt. Diese Schafrasse, die erstmals im 14. Jahrhundert Erwähnung findet, wird ausschliesslich in Oberwallis gehalten.

Wallis als drittgrösster Kanton der Schweiz liegt vollständig im Gebiet der Alpen. Die Ziele und Wünsche der Menschen, die Generationenunterschiede und ihre tiefe Heimatverbundenheit zu Bergwelt werden in dem Streifen beleuchtet. Die Filmemacherin nahm für die Realisierung ihres Films Kontakt zum Oberwalliser Schwarznasen Verband in Eggerberg auf. Anderthalb Jahre dauerten die Arbeiten für dieses ethnografische Meisterwerk. Herausgekommen ist eine Liebeserklärung an das Walliser Schwarznasenschaf und ein soziokulturelles Dokument für die Oberwalliser Alpenregion, das einen neuen Blick auf Tradition und Moderne der Alpenregion wirft.

Schönheit mit Seltenheitswert

Die Tiere sind perfekt an die Lebensbedingungen im kargen Hochgebirge angepasst. Sie sind hervorragende Kletterer und beweiden selbst steile, unzugängliche Berghänge. Charakteristisch für die Schwarznasen ist ihr beeindruckender, scharf abgegrenzter Farbverlauf. Nase, Augen, Ohren, Gelenke und Füsse sind tiefschwarz, das übrige Fell ist weiss. Die weiblichen Schafe, die Auen, haben zusätzlich einen schwarzen Schwanzfleck. Beide Geschlechter bilden gedrehte Hörner aus. Die Körper der Schwarznasenschafe sind vollständig bewollt, auch im Gesicht. Sie wirken wie grosse wollige Plüschtiere, bei denen man vergeblich nach dem schwarzen Knopfaugen sucht.

Ihre Wolle sieht samtweich aus, ist unbehandelt jedoch eher rau und fühlt sich leicht ölig an, die gekräuselten Fellstränge können über zehn Zentimeter lang werden. Der Wollertrag einer einzelnen Schwarznase beträgt bis zu 4,5 Kilogramm pro Jahr. Der Herdbuchbestand beläuft sich auf aktuell 13.000 Tiere, davon etwa 600 Widder. Der Oberwalliser Schwarznasenschafzuchtverbandes wurde 1948 gegründet. Angeschlossen sind bis heute die örtlichen Genossenschaften von A wie Ausserberg über N wie Niedergesteln bis Z wie Zermatt. Der Verband setzt sich aktiv für die Erhaltung und Förderung der Schwarznasenrasse ein.

Im Februar dieses Jahres fand anlässlich des 66-jährigen Bestehens des Verbandes eine Jubiläumsausstellung mit knapp 300 Schwarznasenschafen statt, bei der als schönstes Tier eine Aue des Züchters Stefan Schnydrig aus St. Niklaus gekürt wurde. Die Züchter der wunderschönen Bergschafe kennen sich auch sonst meist untereinander und nehmen mit den besten Tieren ihrer Zucht an Wettbewerben teil. Alljährlich finden die Herbstschauen mit dem Maximumtieren statt – jeder Sieg ist ein Gewinn für das soziale Image und hebt das Prestige in der Region.

Schauen Sie doch mal in den Film oder besuchen Sie am besten gleich die Walliser Schwarznasenschafe direkt vor Ort bei einem Besuch der Oberwalliser Alpenregion. Lassen Sie sich von den landschaftlichen Reizen sowie von der Schönheit dieser seltenen Schafrasse verzaubern.

 

Oberstes Bild: © hessianmercenary – Shutterstock.com

Über Claudia Göpel

Als gelernte Zahntechnikerin schreibe ich exzellent recherchierte Texte rund um die Themen Zahnmedizin, Allgemeinmedizin, Geriatrie und Gesundheit.
Sie profitieren mit mir als Auftragstexterin zudem von einem reichen Erfahrungsschatz in den Berufsbereichen Gastronomie, Kultur und Recht. Blog- und Fachartikel über Kinder, Tiere (Hunde, Katzen, Vögel, Fische, Reptilien, Kleinsäuger, Vogelspinnen), Pflanzen, Mode, Möbel und Denkmalschutz schreibe ich ebenfalls mit Begeisterung und reichlich Hintergrundwissen.
Zum Ausgleich verfasse ich in meiner Freizeit Kriminalstorys sowie erotische Kurzgeschichten, die unter dem Pseudonym Anastasia in zahlreichen Büchern und Erotik-Magazinen veröffentlicht sind. Ausserdem bin ich seit vielen Jahren ehrenamtlich als Klinikclown für kranke Kinder in deutschen Krankenhäusern und Hospizen aktiv.

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1 Kommentar


  1. Claudia G. (Dienstwerk)

    Ergänzung:

    Die schönsten und besten Schwarznasen kommen natürlich aus den Oberwalliser Schafzuchten. Doch einige werden auch in der Ausserschweiz gehalten, wie mir die freundlichen Walliser Züchter erklärten. Liebhabertiere stehen sogar auf Weiden im Ausland: in Österreich, Deutschland, Ungarn, England, Belgien, Niederlande, Schweden und sogar in Schottland.

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