Ein nächster revolutionärer Schritt: Das „Internet der Dinge“

11.11.2014 |  Von  |  Neue Medien
Ein nächster revolutionärer Schritt: Das
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Ziel des „Internets der Dinge“ ist es, die Grenzen der realen und der digitalen Welt durch die Erfindung und den Gebrauch „intelligenter“ Objekte immer weiter zu verwischen. Mithilfe der digitalen Technologie und der Einbindung an die Datenströme aus dem Internet sollen diese Objekte zur Unterstützung diverser Aufgaben dienen. und zwar so, dass sie in die menschliche Umgebung eingebettet sind, ohne zu stören, abzulenken oder aufzufallen.

Diese Idee ist nicht wirklich neu, bereits 1991 wurde sie von Mark Weiser in seinem Essay „The Computer for the 21st Century“ beschrieben, doch erst im Jahr 1999 prägte Kevin Ashton den Begriff „Internet of Things“.

In den letzten Jahren wurde dieser Ansatz zunehmend in die Praxis umgesetzt. Glaubt man den Trendforschern, ist dies jedoch erst die Spitze des kommerziellen Eisberges. Doch wohin entwickelt sich dieser Trend und wie lässt er sich ausschöpfen?

Tatsache ist: Die Akzeptanz mobiler, mit dem Internet verknüpfter Geräte hat immens zugenommen. Smartphones, Tablets oder eBook-Reader werden inzwischen selbst von Verbrauchern zwischen 50 und 65 als selbstverständliche Accessoires betrachtet – von jüngeren Zielgruppen ganz zu schweigen. Dies gilt auch für soziale Netzwerke: Social-Media-Applikationen machen inzwischen einen überwältigenden Teil der täglichen Kommunikationstätigkeit aus. Ein Grossteil der Verbraucher ist tatsächlich rund um die Uhr online und mit mehr Menschen digital vernetzt als jemals zuvor.

Es gibt also eine offensichtliche Bereitschaft und ein wachsendes Bedürfnis, konstant vernetzt zu sein. Dieser Fakt wird zunehmend auch auf die Dinge des täglichen Lebens, die den Verbraucher umgeben, übertragen. Zumal es technologisch immer einfacher möglich wird, Objekte mit Sensoren und Controllern auszustatten und somit eine sinnvolle Verbindung zum digitalen Datenfluss herzustellen.

Zugleich sind die Herstellungskosten der diesbezüglichen Sensoren- und Rechentechnik in den letzten Jahren um ein Vielfaches gesunken. Besonders in den letzten zwei bis drei Jahren wurde die notwendige Drahtlos-Infrastruktur extrem ausgeweitet und ist nun bereits in Mitteleuropa, den Vereinigten Staaten und einem Grossteil Asiens flächendeckend gewährleistet und wird sich auch in anderen Teilen der Welt noch weiter verbreiten.

Da sich die zuvor avantgardistische Idee des „Internet of Things“ nun zu einem möglichen Massenphänomen entwickelt hat, sind auch die grossen IT-Konzerne auf die Idee aufgesprungen, möglichst viele Geräte möglichst umfassend zu vernetzen. So kündigte beispielsweise IBM jüngst den B2B-Launch eines Online-Paketangebots namens IoT Cloud (Internet of Things Cloud) an, mit dem Unternehmen ihre Endkunden effektiv und Cloud-basiert vernetzen können. Über die virtuelle Plattform sollen bis zu zehn Geräte kostenfrei online gehen und sich austauschen können.


Smartphones als selbstverständliche Accessoire (Bild: © Porto Sabbia - fotolia.com)

Smartphones als selbstverständliche Accessoire (Bild: © Porto Sabbia – fotolia.com)


Nachfolgend stellen wir Ihnen fünf Branchen vor, in denen das „Internet der Dinge“ bereits Wirklichkeit geworden ist oder die kurz davor stehen, entscheidende Neuerungen einzuführen. Deutlich wird: Diese Technologie bietet einen grossen Raum für Innovationen und Investitionen.

1. Freizeitsport

In Turnschuhe eingebaute Sensoren sind ein extrem erfolgreiches Beispiel für die Realisierung des Internets der Dinge. Sie messen die Schnelligkeit und Effektivität des Läufers, die zurückgelegten Strecken sowie deren Schwierigkeitsgrade. Dieses Datenmaterial wird in Läuferprofile eingespeist, das wiederum einem digitalen Netzwerk zur Verfügung gestellt wird, das die einzelnen Sportler untereinander in einen motivierenden Wettbewerb setzt.

2. Hauselektronik

Hausautomatisierungssysteme, mit denen Bewohner die komplette Hauselektronik steuern und die Verbrauchswerte messen sowie optimieren können, stehen erst am Anfang ihrer Entwicklung. Per Smartphone oder von einer in einer Cloud gespeicherten Steuerplattform aus können die Lichter an- und ausgeschaltet, alle elektronischen Geräte einschliesslich der Sicherheitsmassnahmen gesteuert und die Haustemperatur austariert werden – wahlweise automatisiert, als Reaktion auf tagesaktuelle Geschehnisse, wie beispielsweise Wetterkonditionen, oder auch manuell.

3. Energieverbrauch

Intelligente Energiemonitoring-Systeme optimieren den Stromgewinn aus erneuerbaren Energiesystemen und helfen bei der Analyse und der Drosslung des Verbrauchs. Dies gilt auch für den Wasserkonsum und für Kreislauf- oder regenerative Systeme. Hierbei ist die psychologische Komponente nicht zu unterschätzen: Wird Menschen der jeweilige Verbrauch sowie die Summe, die potenziell eingespart werden könnte, plastisch vor Augen geführt, erhöht das ihre Motivation entscheidend, den Verbrauch kostenreduzierend zu senken.

4. Gesundheit

In der heutigen Zeit steigt die Lebenserwartung der Menschen zunehmend und nimmt Prävention eine immer wichtigere Rolle ein. Tragbare Computersysteme, sogenannte „Wearables“, spielen hier eine wichtige Rolle. So können beispielsweise Handgelenkbänder über den Tag verteilt wichtige Vitalwerte messen, die mit Ideal- sowie kritischen Werten abgeglichen werden und dadurch rechtzeitig vor einer Überlastung oder – etwa im Falle von Diabetikern – Unterzuckerung warnen. Zugleich können die Werte automatisch an die behandelnden Ärzte übermittelt und dort in die digitale Patientenakte eingespeist werden.



5. Verkehrstechnik

Die intelligente Verkehrstechnik kann sich sowohl auf die Ausstattung von Fahrzeugen als auch auf die Vernetzung der Infrastruktur beziehen. Sogenannte IoT-Anwendungen werden von fast allen grossen Autoherstellern geplant. General Motors und Volvo haben bereits ausgedehnt über ihre diesbezüglichen Entwicklungen berichtet. Bei der intelligenten Verkehrstechnik liegt der Fokus auf der Unfallverhütung, effektiven Reiseplanung und allgemeinen Informationsversorgung von Fahrern beispielsweise durch das Anzeigen von Daten auf dem Armaturenbrett.

 

Oberstes Bild: © violetkaipa – shutterstock.com

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