Granit Xhaka: Vom Bad Boy der Bundesliga zum Helden der Europa League

12.11.2014 |  Von  |  Sport
Granit Xhaka: Vom Bad Boy der Bundesliga zum Helden der Europa League
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[vc_row][vc_column][vc_column_text]Eine emotionale Achterbahnfahrt – so und nicht anders lässt sich das Gefühlsleben des Schweizers Granit Xhaka in der aktuellen Woche zusammenfassen. War Xhaka in der heimischen Festung des Borussia-Parks von Borussia Mönchengladbach wegen seines Platzverweises gegen Eintracht Frankfurt der viel gescholtene Spieler, so avancierte er mit einem Treffer per Freistosshammer in der Europa League gegen die Spanier von Villarreal zum umjubelten Helden. Eine Berg- und Talfahrt für den Schweizer, der seit dem 1. Juli 2012 nicht weit entfernt vom weltberühmten Neandertal seine Brötchen in der Bundesliga verdient.

Das aktuelle Beispiel des Schweizer Nationalkickers zeigt einmal mehr, wie dicht Freud und Leid im Fussball doch zusammenliegen. In der einen Minute noch der Undisziplinierte, der in der Nachspielzeit mit Gelb-Rot vom Platz fliegt, und keine Woche später der Held, der mit einem Traumfreistoss dafür sorgt, dass das Weiterkommen in der Europa League weiterhin im Bereich des Machbaren liegt. Doch diese Wechselbäder sind dem Schweizer, der 1992 im Kanton Basel Stadt geboren wurde, nicht unbekannt.

Der böse Bube der Bundesliga wird zum Helden von Villarreal

Mit einem Traumtor in der Europa League konnte sich Granit Xhaka, ehemaliger Spieler vom FC Basel, zurück in den Fokus der Berichterstattung schiessen. Aus 25 Metern nagelte der Mittelfeldspieler das Leder per Freistoss in die Maschen des spanischen Tores und brachte damit seine Kritiker, die ihn noch am Wochenende wegen eines völlig unnötigen Platzverweises gescholten hatten, zum Schweigen.

Nach seinen Gefühlen im Anschluss an das Tor befragt, wusste der Schweizer zu antworten, er sei eher überrascht gewesen. Er könne sich nicht daran entsinnen, jemals so einen Treffer erzielt zu haben – ja, er habe nicht einmal gewusst, dass er solche Tore schiessen könne. Wie ein Strich klatschte sein Freistoss gegen die Querlatte und krachte von dort unhaltbar in die Maschen hinter Villarreals Keeper Sergio Asenjo zum 2:2. Und auch den Humor hatte der Schweizer nach dem Spiel nicht verloren, denn er sagte: „Es kann sein, dass der Schuss noch härter gewesen ist als mein Frust-Foul gegen Sonny Kittel von Frankfurt.“

Wieso zeigte sich Xhaka so überrascht? Schaut man sich seine Trefferbilanz an, so muss man erkennen: Das Toreschiessen gehört sicherlich nicht zu seinen Hauptaufgaben und Spezialgebieten. Auf ganze zwei Treffer kommt der Schweizer bisher in 60 Ligaspielen – das bedeutet, pro gespielter Saison jeweils ein Tor. Kein Wert also, der ihn zum designierten Goalgetter mutieren lässt. Da scheint die EL eher sein Revier zu sein, denn hier ist seine Quote weit besser: sechs Spiele, zwei Treffer.

Mit Xhaka aus der Gladbacher Mini-Krise

Und Xhakas Tor gegen Villarreal war nicht nur eine Genugtuung für den Schweizer Nationalkicker, sondern ebenso ein deutliches Lebenszeichen seines Klubs. Nach zwei Liganiederlagen gegen Borussia Dortmund und daheim gegen Eintracht Frankfurt wurde bereits eine Krise in den Borussia-Park „geredet“. Wäre in Spanien die dritte Niederlage in Folge gekommen, die kritischen Stimmen wären sicherlich noch lauter geworden. „Wir konnten zeigen, dass wir die zwei Niederlagen verdaut haben und noch leben“, sagte Xhaka nach dem Spiel in Spanien. „Und im Moment läuft es dann wieder ganz gut für die Mannschaft und auch für mich.“

Bitter nur, dass der Schweizer seinem Team wegen seines Platzverweises im Duell der Verfolger des Tabellenführers FC Bayern München nicht zur Seite stehen kann: „Ja, es ist wirklich bitter, dass ich durch meine dumme Rote Karte in Wolfsburg zuschauen muss!“ Dass Xhaka dieses Spiel seines Teams im frostigen Wolfsburg mit Häkeln vor dem TV verbringen wird, darf allerdings ins Reich der Gerüchteküche verwiesen werden.[/vc_column_text][vc_separator color=“grey“][vc_column_text]

Mönchengladbach ist durch Coach Lucien Favre und auch Granit Xhaka eine Schweizer Hochburg der Bundesliga. (Bild: YiAN Kourt / Shutterstock.com)

Mönchengladbach ist durch Coach Lucien Favre und auch Granit Xhaka eine Schweizer Hochburg der Bundesliga. (Bild: YiAN Kourt / Shutterstock.com)

[/vc_column_text][vc_separator color=“grey“][vc_column_text]Trainer Lucien Favre, der ebenso wie Xhaka Schweizer ist, will es nicht zulassen, eine Krise herbeizudiskutieren. Natürlich schmerze die erste Heimniederlage nach acht Monaten, wusste er nach dem Spiel gegen die SGE zu berichten, aber das sei nun mal kein Beinbruch, sondern Ligaalltag. „Jedes Team kommt unter der Saison mal ins Straucheln, und davon dürfen wir uns im Kopf nicht verrückt machen lassen. Jetzt ist einfach die Reihe mal an uns“, beschwichtigte der Schweizer Coach die Kritiker. Natürlich gefiel ihm die Unbeherrschtheit seines Landesmannes nicht, der das Team durch sein Rot gegen Wolfsburg ganz erheblich schwächt. „Ja, das Rot und die Unbeherrschtheit von Granit sind ärgerlich – zumal es bei ihm nicht das erste Mal war“, analysierte der Coach sehr sachlich, der sicherlich schon die Winterpause und die Ferien herbeisehnt.

Und die Pause haben die Schweizer in den Reihen von Borussia Mönchengladbach nicht nur nötig, sondern auch redlich verdient. Immerhin konnte das Team des Schweizers Favre eine Serie hinlegen, an deren Ende 18 Pflichtspiele ohne Niederlage standen. Zeit genug, damit Favre die Lücke zwischen Viererkette und Mittelfeld, die er in den letzten beiden Ligaspielen verortete, wieder schliessen kann – zur Not auch mit dem einen oder anderen Neueinkauf in der Winterpause, in der das Transferfenster sich wieder öffnet, um personelle Nachbesserungen vorzunehmen. „Wir müssen mehr Geduld zeigen“, so Favre. „Und wir müssen wieder besser verteidigen.“

 

Oberstes Bild: © AGIF – Shutterstock.com[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]

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