Schweizer Unternehmen sagen Nein zur Ecopop-Initiative

13.11.2014 |  Von  |  Gesellschaft
Schweizer Unternehmen sagen Nein zur Ecopop-Initiative
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Alle Swiss-Angestellten erhielten kürzlich Post von der Führungsebene des Flugunternehmens. Bruno Gehring, Verwaltungsratspräsident, hielt seinen Mitarbeitern in diesem Schreiben vor Augen, welche drastischen Nachteile eine Zustimmung zur Ecopop-Initiative bewirken würde. Diese Haltung wird von der Mehrheit der Unternehmen in der Schweiz geteilt, die Schweizer Wirtschaft befürwortet ein Nein. 

Die Begründer der Ecopop-Initiative verfolgen angeblich hehre Ziele: Die Organisation, die sich dem Umweltschutz widmet, bangt um die Bewahrung der natürlichen Ressourcen, durch ein Stopp der Überbevölkerung soll die Notbremse gezogen werden. Die Begrenzung der Zuwanderung auf höchstens 0,2 Prozent der Wohnbevölkerung fordert die Initiative.

Der Wirtschaftsstandort Schweiz wird direkt unter diesen Begrenzungen zu leiden haben, befürchtet Bruno Gehring in seinem Schreiben an die Belegschaft der Swiss-Air. Er führt anhand des Beispiels der Airline seine Bedenken aus.

Swiss sieht sich in ihrer Existenz bedroht

Zu einem immerwährenden Thema seit der Annahme der Masseneinwanderungsinitiative wurden die bilateralen Verträge zwischen Schweiz und Europäischer Union. Die Zustimmung zur Ecopop-Initiative wäre das endgültige Aus für die Verträge. Die Grundlage alter Staatsverträge müsste dann den Zugang zum Markt für die Airline regeln, sofern es überhaupt noch etwas zu regeln gibt. Gehring bezweifelt, dass die EU-Staaten nach Beendigung der bilateralen Verträge ein neues Luftverkehrsabkommen beschliessen würden. Probleme befürchtet er in dieser Hinsicht bei der Tarifgestaltung und der Wahl der Destinationen. Die Annahme des Referendums wird mittelfristig, aber besonders auch auf lange Sicht gesehen die Existenz der Fluggesellschaft gefährden und auf jeden Fall zu einer Verkleinerung der Flugzeugflotte führen.  Der Verwaltungsratspräsident beschwor seine Belegschaft, diese Argumente bei der Wahl am 30. November zu berücksichtigen.

Wirtschaftsstandort Schweiz

Gehring ist einer der wenigen Schweizer Unternehmer, der Klartext redet und seine Mitarbeiter mit deutlichen Worten auf die Nachteile der Initiative hinweist. Die meisten Firmenchefs halten sich mit einem klaren Standpunkt in der Öffentlichkeit zurück. Die Warnungen mit Blick auf die Zukunft, dass einige grosse Schweizer Unternehmen von Schliessung bedroht sind oder einen Wegzug ins Auge fassen müssen, empfinden viele Schweizer als Manipulation, politischen Argumenten der Wirtschaftswelt traut man nicht. Die Diskussion um die Zukunft des  Wirtschaftsstandorts Schweiz darf aber nicht von den Schweizern und den Schweizer Konzernen ignoriert werden. In den verschiedenen Abstimmungsvorlagen der letzten Zeit spiegelt sich deutlich die öffentliche Meinung zu diesem Thema.

Schweizer Unternehmen erhoffen ein Nein

Andere Firmenchefs verlassen sich auf  Gespräch und Information, halten sich aber mit direkten Empfehlungen zurück. UBS und Credit Suisse, die beiden grossen Schweizer Banken, veröffentlichten im firmeneigenen Intranet Berichte über verschiedene politische Initiativen. Analysen über die Auswirkungen auf die Volkswirtschaft, wenn es zu einer drastischen Reduzierung der Zuwanderung kommt, rundeten die ökonomischen Ausführungen ab.



Optimistisch reagierten die beiden Traditionskonzerne Nestlé und Swatch, sie sehen keine Chance für die Ecopop-Initiative und vertrauen den Eidgenossen. Nick Hayek, Chef des Swatch-Konzerns, betonte, dass er nicht an der Intelligenz der Schweizer Bevölkerung zweifle.

 

Oberstes Bild: © Rawpixel – shutterstock.com

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