Handy am Bett? – Kein Wunder, dass man müde ist!

02.12.2014 |  Von  |  Neue Medien

Wer kennt das nicht? Nach einem langen, langen Tag liegt man endlich im Bett und möchte nur noch entspannen. Wäre da nicht noch der kurze Blick auf das Handy, der Griff zum Tablet oder das Surfen auf Twitter und Facebook. Neue Studien deuten jetzt an, dass die blauen Wellenlängen der LEDs solcher Geräte den Schlaf stören können – auch wenn das Licht der Bildschirme für das menschliche Auge eher weiss erscheint. 

Die Wellenlängen machen uns munter, ohne dass wir es merken, und auch der Schlaf ist nicht so tief und fest wie sonst. Die blauen Strahlungen regen in den Netzhautzellen unseres Auges das Protein Melanopsin an, welches im Hirn den Bereich anspricht, der für unser Tag- und Nachtempfinden zuständig ist. Schon wenige Minuten vor dem Laptop im Bett können unserem Hirn also signalisieren: Achtung, wach bleiben, es ist Morgen!

Blaues Licht verhindert die Melatonin-Produktion

Wissenschaftler der renommierten Universität Basel stellten kürzlich fest, dass die blauen Wellenlängen, die von Smartphones, Tablets und Laptops abgegeben werden, mit 464 Nanometern ausgestrahlt werden. Durch diese Wellenlänge wird nicht nur das Melanopsin angeregt und dem Körper suggeriert, er müsse gleich aufstehen – auch das für die Müdigkeit verantwortliche Schlafhormon Melatonin wird dadurch gehemmt.

Um die genauen Auswirkungen – gerade auch bei Kindern und Jugendlichen, die immer öfter schon Handys haben – unter die Lupe zu nehmen, wurden mittlerweile zahlreiche Studien durchgeführt. Britische Wissenschaftler fanden zum Beispiel bei einer Umfrage heraus, dass unglaubliche 91 % der Jugendlichen von 18 bis 24 Jahren zwei Stunden vor dem Schlafen noch am Laptop oder Smartphone tätig sind.

Bei einer Umfrage unter knapp 1600 Schülern im Alter von 13 bis 17 Jahren aus Belgien kam ans Tageslicht, dass schon einmal wöchentlich der Griff zum Handy – nachdem das Licht ausgeschaltet ist – reichen kann, um sich müder zu fühlen und Probleme mit dem Gedächtnis zu bekommen.

Ist es nur das Licht, das uns wachhält?

Nein. Auch wenn die Reaktionen, die unser Körper auf blaues LED-Licht abgibt, relativ klar beweisen, dass es uns wach hält und den Schlaf weniger erholsam werden lässt, es gibt noch eine zweite Komponente: die Inhalte, die man sich beim Surfen zu Gemüte führt. Denn auch diese können dazu beitragen, dass man den benötigten Schlaf immer weiter hinauszögert.

Gerade dann, wenn man die Zeit vor dem Schlafengehen nutzt, um zu chatten, greift das Belohnungszentrum des Hirns ein und suggeriert uns: “Warte auf die Antwort deines Gesprächspartners, da ist jemand, der an dich denkt.” Für wirklich erholsamen Schlaf sollte man zwei Stunden vor dem Zubettgehen alle elektronischen Geräte mit LEDs ausschalten.

 

Oberstes Bild: © Minerva Studio – shutterstock.com


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