Gesundheitscheck in Eigenregie – der Fingernagel macht’s möglich

03.12.2014 |  Von  |  Gesundheit

Fingernägel sehen toll aus, wenn sie gesund sind, dezent oder auch in modischen Farben lackiert. Wenn sich allerdings plötzlich Rillen, Verformungen oder Flecken bilden, sollte man auf keinen Fall versuchen, diese häufig unschönen Makel mit Farblack verschwinden zu lassen.

Oft sind es harmlose Veränderungen, aber manchmal weisen die Fingernägel so auf Krankheiten hin. Die Versorgung der Fingernägel kommt direkt aus dem Körper. Tritt ein Mangel auf oder ist eine Körperfunktion nicht ganz optimal, spiegelt sich das in den Nägeln wider. Hier finden Sie eine Übersicht über die häufigsten Veränderungen am Nagel, ihre Ursachen und wie man sie behandeln kann.

Weisse Flecken

Das Gerücht, dass es ein Zeichen von Mineralienmangel ist, wenn sich weisse Punkte auf den Nägeln bilden, hält sich schon lange. Falsch ist es trotzdem. Wenn man bei der Maniküre die Nagelwurzel durch eine Verletzung angreift, bilden sich kleine Hohlräume zwischen Nagelbett und Hornschicht. Diese führen zu hellen Verfärbungen. Es ist also ein absolut harmloses Phänomen, das nicht auf gesundheitliche Ursachen zurückzuführen ist. Die Flecken wachsen heraus und wer sie nicht mag, kann sie natürlich mit Lack übermalen.

Brüchigkeit

Wenn ihnen ständig Fett entzogen wird, brechen und splittern Fingernägel. Spröde werden sie bei häufigem Händewaschen, viel Kontakt mit Putzmitteln und acetonhaltigem Nagellackentferner. Darüber hinaus können brüchige Nägel auch mit gesundheitlichen Problemen in Verbindung stehen. Mögliche Ursachen sind Neurodermitis, Hormonstörungen, Schilddrüsenprobleme, Diabetes oder Schuppenflechte. Solche Nägel brauchen viel Pflege. Man sollte eine rückfettende Seife benutzen, regelmässig die Hände eincremen und während der Hausarbeit Schutzhandschuhe tragen. Innerhalb eines Monats sollten sich dann Verbesserungen einstellen. Wenn nicht, sollte man sich an einen Internisten wenden.

Längsrillen

Manche Menschen haben angeborene feine Längsrillen auf den Fingernägeln. Wenn diese jedoch im späteren Verlauf des Lebens auftauchen, sind sie immer noch kein Anzeichen für eine Krankheit. Im Alter ist es normal, dass sich solche Längsrillen bilden. Starker Flüssigkeitsmangel zum Beispiel könnte eine Ursache dafür sein. Abhilfe kann man dann mit dem Trinken von mindestens 2 Litern Wasser pro Tag schaffen. Mit einer feinen Polierfeile kann man diese Rillen glätten, wenn man sich sehr von ihnen gestört fühlt.

Querrillen

Tiefe Querrillen im Nagel können mehrere Ursachen haben: Verletzungen der Nagelwurzel, also ein rein äusserliches Problem, oder aber auch diverse Erkrankungen haben dieses Phänomen zufolge. Magen-Darm-Störungen sowie eine Grippe können sie verursachen. Nachdem die Krankheit überstanden ist, wachsen die Rillen dann heraus, bleiben sie aber länger als einen Monat, sollte man einen Arzt konsultieren und abklären, was für diese Veränderung verantwortlich ist. Stoffwechselprobleme oder Leberentzündungen könnten die Ursache sein. Ausserdem könnte es an Medikamentenmissbrauch oder Umweltbelastungen liegen, wenn sich Querrillen bemerkbar machen.


Fingernägel sehen toll aus, wenn sie gesund sind (Bild: © shipfactory - shutterstock.com)

Fingernägel sehen toll aus, wenn sie gesund sind (Bild: © shipfactory – shutterstock.com)


„Uhrglasnagel“

Ein Uhrglasnagel ist ein Nagel, der sich oberhalb der Fingerkuppe nach unten biegt. Wer einen solchen schon in der Kindheit hat, kann sorgenfrei weitermachen. Tritt das Phänomen aber plötzlich auf, könnte ein Herzproblem die Ursache sein – oder Asthma sowie Lungen- oder Lebererkrankungen. Ausserdem könnte ein chronischer Sauerstoffmangel im Gewebe bestehen. Ein Internist sollte Ihre nächste Anlaufstelle sein.

„Löffelnagel“

Diese Veränderung verursacht, dass sich der Nagel zur Fingerspitze hin wie ein Löffel neigt. Das Phänomen zeigt sich oft bei Menschen, die häufig mit aggressiven Putzmitteln oder anderen Chemikalien umgehen müssen. Aber auch hier kann es wieder gesundheitliche Gründe dafür geben: Blutarmut, Eisenmangel oder eine Störung der Schilddrüse können Verursacher sein. Wie brüchige Nägel auch sollte man seine Finger einen Monat lang gut pflegen. Stellt sich keine Besserung ein, konsultiert man am besten einen Arzt.

Verfärbungen

Die Ursachen für Verfärbungen sind oft harmlos und grösstenteils bekannt. Lackieren ohne schützenden Unterlack kann Fingernägel über kurz oder lang gelb färben. Raucher bekommen gelbe Nikotin-Flecken auf den Fingern, aber auch auf den Nägeln. Eine gelbliche Färbung kann auch auf ein Problem mit der Leber hinweisen.

Tiefe Längsspalten

Wenn sich längs über den Nagel eine Vertiefung breit macht, kann die Ursache eine Verletzung der Nagelwurzel sein. Ebenso wahrscheinlich ist es aber, dass eine Mangeldurchblutung, Schuppenflechte oder Arthritis die Veränderung verursacht haben. Auch hier ist ein Arztbesuch ratsam, wenn das Phänomen nicht wieder verschwindet.

So helfen Sie Ihren Nägeln auf die Sprünge

Wer sich gut ernährt, hat allgemein auch gute, gesunde und starke Fingernägel. Als „Schönheitsstoffe“ gelten Vitamin A, Biotin, Eisen und Kalzium. Biotin bildet Vitamin A, das besonders in Gemüsesorten in knalligen Farben, wie Tomaten und Peperoni, vorkommt. Bananen, Nüsse, Sojabohnen und Haferflocken liefern ebenfalls viel Biotin.
Milch und Milchprodukte sind wohl die klassischen Kalziumspender, aber hier gilt es, das Etikett gut zu lesen. 150 mg oder mehr sind ausreichend für eine gute Kalzium-Versorgung.
Fleisch, Hülsenfrüchte oder Weizenkleie sind gute Lieferanten von Eisen. Vitamin C, wie man es beispielsweise in frischem Orangensaft findet, sorgt dafür, dass das Eisen auch gut aufgenommen werden kann.



Die Fingernägel sind letztendlich, genau wie Haut und Haare, ein Spiegel der allgemeinen Gesundheit und der psychischen Verfassung. Glückliche Menschen, die sich viel bewegen und genug frische Luft bekommen und sich dazu noch ausgewogen ernähren, haben alles, was man für schöne Fingernägel braucht.

 

Oberstes Bild: © juhe-IdeeID – shutterstock.com