Schlaflos in Switzerland: Übermüdung laut Studie neue Volkskrankheit

05.12.2014 |  Von  |  Gesundheit
Schlaflos in Switzerland: Übermüdung laut Studie neue Volkskrankheit
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Zwei Wissenschaftlerinnen der Gottlieb-Duttweiler-Institute in Rüschlikon haben eine Studie zur „Zukunft des Schlafens“ verfasst. Demnach schläft die Hälfte der Schweizer weniger als vor zehn Jahren, ein Drittel leidet unter Schlafstörungen. Fazit der Arbeit: Übermüdung wird Übergewicht bald als neue Volkskrankheit Nummer 1 ablösen. 

Schlafstörungen können sich zur Qual entwickeln, wenn sie über einen längeren Zeitraum bestehen. Wer nicht einschlafen kann, nachts aufwacht oder ganze Nächte wachliegt, ist permanent übermüdet. Das hat direkte Auswirkungen auf den Alltag: Man ist unkonzentriert und gereizt, das Leistungsvermögen nimmt ab, alles wächst einem über den Kopf.

In schlimmen Fällen vernachlässigen Betroffene ihre Sozialkontakte, bekommen Depressionen oder körperliche Krankheiten.

Stress ist die Hauptursache

Als massgeblichen Auslöser für Schlafprobleme sehen die Autorinnen den allgegenwärtigen Stress der heutigen Gesellschaft. Das klingt plausibel: Arbeitgeber verlangen ihren Mitarbeitern immer mehr ab und fordern ständige Erreichbarkeit. Eltern müssen für ihre Kinder da sein, sich um deren Betreuung und Förderung kümmern und ihnen trotz Karriere und Haushalt ausreichend Zeit widmen. Auch in der Freizeit nimmt der Stress zu: Fitness, Wellness, Ernährungplan, Action – für Erholung bleibt keine Zeit.

Natürlich ist das etwas überspitzt dargestellt, derart auf der Überholspur leben sicher die wenigsten Schweizer. Dennoch dürfte mindestens einer dieser Punkte auf viele Menschen zutreffen. Die Autorinnen erarbeiteten für ihre Studie einen umfangreichen Fragenkatalog und werteten die Antworten von gut 1000 Beteiligten aus. Auf die Frage: „Was hält Sie davon ab, mehr zu schlafen?“ antworteten rund 40 Prozent, dass der Tag zu kurz sei, um alle gewünschten Freizeitaktivitäten unterzubringen. Das ist besonders in der Altersgruppe von 15 bis 34 Jahren ein grosses Problem (54 Prozent).

Als weitere Gründe nannten die Befragten lange Arbeitszeiten, Familie, Stressgefühle und persönliche Sorgen. Offensichtlich sieht man im Alter manche Probleme gelassener: Während in allen anderen Altersgruppen 20 Prozent der Befragten Sorgen als Grund für die Schlaflosigkeit angaben, waren es bei den 55- bis 74-Jährigen nur noch 15 Prozent.

Diagnose ist oft schwierig

Neben Stress und persönlichen Sorgen kommt eine ganze Reihe körperlicher und seelischer Ursachen in Betracht. So gehört beispielsweise das Restless-Legs-Syndrom zu den organischen Auslösern. Die Symptome äussern sich durch zuckende, schmerzende oder kribbelnde Beine im Ruhezustand. An einen erholsamen Schlaf ist bei solchen Beschwerden nicht zu denken.

Bei der sogenannten Schlafapnoe setzt die Atmung während des Schlafs zeitweise aus. Die Krankheit beeinträchtigt die Schlafqualität massiv und kann lebensbedrohlich werden. Gefährlich ist auch die Narkolepsie, bei der die Betroffenen eigentlich ausreichend Schlaf bekommen, aber dennoch ständig übermüdet sind. Wer daran erkrankt, erleidet tagsüber Schlafattacken, was nicht nur im Strassenverkehr ein Risiko darstellt.

Auch bei den möglichen psychischen Ursachen für Schlafprobleme gibt es zahlreiche Krankheitsbilder, angefangen von Depressionen über Angststörungen bis hin zu Burnout. Dass Schlafstörungen und seelische Krankheiten sich sozusagen gegenseitig auslösen können, macht die Diagnose nicht einfacher.



Kommt der konsultierte Arzt mit der Ursachenforschung nicht weiter, stellt er meist eine Überweisung für ein Schlaflabor aus. Die dortigen Ärzte sind in der Schlafmedizin bzw. Schlafforschung besonders ausgebildet. Daher können sie umfangreichere Tests und Untersuchungen durchführen, als es in einer Allgemeinpraxis möglich ist.

 

Quellen: – Gottlieb-Duttweiler-Institut – Wirtschaftswoche.ch – Blick.ch
Oberstes Bild: © Photographee.eu – shutterstock.com


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