Aktienkurse: Rechnen Sie mit Kursschwankungen

16.01.2015 |  Von  |  Weltgeschehen

Spekulationen auf dem Aktienmarkt sind immer eine riskante Sache. Am Beispiel der sogenannten Tulpenkrise 1637 zeigt sich, welche Auswirkungen ein Börsencrash haben kann. Bei dieser historischen Finanzkrise fiel der Wert der damals begehrten und zum Statusobjekt der Niederländer gewordenen Ware Tulpenzwiebel quasi über Nacht auf einen Tiefstand, der einen weltweiten Börsencrash auslöste.

Wie berechenbar sind Börsenkurse und verändern sie sich wirklich immer so überraschend?

Die erstaunliche Botschaft ist, dass Börsenkurse sehr wohl vorhersehbar sind. In wissenschaftlichen Untersuchungen konnte mehrfach nachgewiesen werden, dass bestimmte Phänomene zu beobachten sind, die Kursveränderungen in bestimmtem Umfang kalkulierbar machen. Unter den Fachleuten werden bestimmte Schwankungen beispielweise als Montagseffekt bezeichnet. Der Montagseffekt sagt aus, dass die Abschlusswerte des Freitags höher als die Aktienkurse zum Börsenschluss am Wochenbeginn lagen.

Auf der Suche nach den Ursachen wurde festgestellt, dass Unternehmen ihre schlechten Informationen lieber am Wochenende öffentlich machen. An diesen Tagen gibt es keinen Börsenhandel und solche schlechte Nachrichten wirken sich erst am darauffolgenden Handelstag, dem Montag, auf die Aktienkurse aus.

Tatsächlich wurde dieser Montagseffekt auch in verschiedenen europäischen Ländern nachgewiesen, darunter in der Schweiz. Die Höhe des Kursabfalls ist jedoch eher gering und die Verluste je Aktie liegen in Bereichen von einigen Tausendstel Prozent. Für Anleger sind die Einbussen an der montäglichen Börse kaum spürbar.

Die festgestellten Werte gaben durchaus eine Basis für wissenschaftliche Untersuchungen her. Ermuntert durch das Ergebnis, begannen die Forscher, den Verlauf auf dem Aktienmarkt über eine Zeitspanne von mehreren Kalenderjahren zu untersuchen. Dabei stiessen sie noch auf andere Besonderheiten:

Sie beschrieben den sogenannten Januareffekt, der aussagt, dass die untersuchten Aktienkurse im Januar stärker als in den anderen Monaten eines Jahres anstiegen.

Der Monatseffekt sagt aus, dass die betrachteten Aktienkurse während der ersten drei Handelstage eines Folgemonats stärker als an den anderen Tagen wachsen.

Letztlich gibt es auch einen Ferieneffekt, bei dem sich die beobachteten Kurse direkt vor Ferienbeginn stärker als an den anderen Handelstagen eines Jahres erhöhen.

Auch hier waren die Schwankungen des Aktienkurses eher gering. Die regelmässig zu beobachtenden Änderungen der Börsenkurse sind jedoch zu gering, als dass sie für Spekulationen genutzt werden könnten.

 

Oberstes Bild: © sergign – shutterstock.com


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