Varoufakis: Schweiz soll forscher auftreten

03.12.2015 |  Von  |  Politik
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Nach Auffassung des griechischen Ex-Finanzministers Yanis Varoufakis braucht die Schweiz ein glaubwürdiges Drohmittel, um von der EU Zugeständnisse bei der Personenfreizügigkeit zu erlangen.

„Brüssel versteht nur eine Sprache – die Sprache der Macht“, sagt der Ökonom, der von Januar bis Juli dieses Jahres als Finanzminister für Griechenland im Amt war und Finanzverhandlungen mit Europa führte.

Varoufakis hält die Transparenz im Bereich von Bankkundendaten für einen Chip, den die Schweiz im Verhandlungspoker nicht leichtfertig aus der Hand geben solle.

Gleichzeitig betont Varoufakis im Gespräch mit der „Handelszeitung“, dass er die Personenfreizügigkeit für eine sinnvolle Errungenschaft hält. „Immigration macht Länder stärker“, sagt der 54-Jährige. „Wann immer eine Welle junger und gebildeter Menschen den Ort A verlassen, um nach B zu gehen, profitiert der Ort B auf die lange Sicht.“ Gründe für die zunehmende Migrationsskepsis in Ländern wie Grossbritannien seien die ungenügende Krisenpolitik und das Sparen auf dem Buckel einfacher Arbeiter.



Wie der 54-jährige Volkswirt betont, mangle es in Europa vor allem an Demokratie. Die Währungsunion, an deren Ursprung ein Industriekartell gestanden habe, sei heute zu einem „antidemokratischen Monster“ geworden. Europa drohe sich zwischen Zentralismus und den Tendenzen zur nationalen Isolation aufzureiben. Um aus der Sackgasse zu finden, müsse Europa deshalb einen „dritten Weg“ beschreiten und mehr Demokratie auf der europäischen Ebene zulassen.

 

Artikel von: Handelszeitung
Artikelbild: © Ververidis Vasilis – shutterstock.com


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