Studie zeigt: Rassismus gegen Schwarze ist eine unleugbare Realität

05.12.2017 |  Von  |  Gesellschaft, News, Politik
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Die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus (EKR) publiziert heute eine juristische Untersuchung zum Phänomen des Rassismus gegenüber schwarzen Menschen in der Schweiz. Die Studie wurde von der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) durchgeführt. Auf der Grundlage der Ergebnisse dieser Untersuchung formuliert die EKR eine Reihe von Empfehlungen.

Diese verlangen, dass das spezifische Phänomen von Rassismus und Diskriminierung gegenüber schwarzen Menschen aufmerksamer verfolgt wird. Die Kommission nennt auch konkrete Verbesserungsmöglichkeiten.

Die im Auftrag der EKR durchgeführte Studie „Anti-Schwarze-Rassismus. Juristische Untersuchung zu Phänomen, Herausforderungen und Handlungsbedarf“ legt dar, wie sich der Rassismus gegenüber Schwarzen in der Schweiz äussert. Dabei werden auch die betreffenden internationalen Verpflichtungen sowie die staatlichen Umsetzungen beurteilt und die damit einhergehenden Herausforderungen aufgezeigt.

Auf der Grundlage dieser Ergebnisse hat die EKR eine Reihe von Empfehlungen formuliert, um Diskriminierung im Allgemeinen und Rassismus gegenüber schwarzen Menschen im Besonderen zu bekämpfen. Die Empfehlungen richten sich in erster Linie an die öffentliche Verwaltung, Sicherheits- und Justizbehörden, Politik, Medien sowie Anlauf- und Beratungsstellen für Diskriminierungsopfer, denn sie alle spielen bei der Diskriminierungsprävention eine entscheidende Rolle.

Die Schlussfolgerungen der Studie werden durch weitere aktuelle Ergebnisse (Umfrage Zusammenleben in der Schweiz, 2016) untermauert und zeigen auf, dass Rassismus und diskriminierendes Verhalten gegenüber Schwarzen vor allem im Alltag (Arbeit, Wohnen) und im öffentlichen Raum vorkommen. Es braucht daher weitere Sensibilisierungsmassnahmen für einen gleichberechtigten Zugang zum öffentlichen Raum, zu öffentlichen Dienstleistungen und zum Arbeitsmarkt.

Die Untersuchung macht auch deutlich, dass im gesellschaftlichen Bewusstsein der Schweiz kaum eine Verbindung zwischen Kolonialismus und aktuellem Rassismus gegenüber der schwarzen Bevölkerung vorhanden ist. Die EKR unterstützt wissenschaftliche Untersuchungen, welche die Beteiligung der Schweiz und ihre Rolle in der Geschichte des Kolonialismus beleuchten.

Schwarze Menschen sind in der Schweiz von Racial Profiling besonders betroffen. Die EKR empfiehlt den zuständigen Justiz- und Sicherheitsbehörden die systematische Einführung von Aus- und Weiterbildungskursen an den Ausbildungsstätten der Polizei und des Grenzwachtkorps zum Thema des institutionellen und strukturellen Rassismus.

Die EKR rückt auch die Rolle der Medien und der politischen Akteure in den Fokus. So können die Medienschaffenden die in der Studie beobachteten Phänomene vertiefen und den Diskriminierungsopfern direkt das Wort geben. Von den politischen Akteuren wird erwartet, dass sie jede Form von Rassismus klar ablehnen und dass sie mit ihrer Haltung und ihrer Sprache ein nicht diskriminierendes Verhalten fördern.

 

Quelle: Eidgenössische Kommission gegen Rassismus EKR
Artikelbild: Symbolbild © Illin Denis – shutterstock.com

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