Intuitive Ernährung – Essen nach Gefühl

12.12.2019 |  Von  |  Allgemein, Gesellschaft, Gesundheit
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Wie schön das klingt: Essen nach Gefühl! Ohne Verbote, ohne Diätwahnsinn, ohne sich Gedanken zu machen … Aber was steckt tatsächlich hinter der intuitiven Ernährung? Eigentlich ist es wirklich fast so einfach, wie es klingt. Die intuitive Ernährung ist das Gegenteil von Diät. Denn wenn man in den letzten Jahren eines herausfinden konnte, dann das, dass Diäten – auch sehr streng befolgte – den Stoffwechsel kaputtmachen und einen Jojo-Effekt hervorrufen, der oft ausser Kontrolle gerät. 

Warum? Weil der Körper sich an die verringerte Kalorienmenge der Diät gewöhnt und lernt, mit weniger auszukommen. Sobald er nach dem Ende der Diät wieder mehr bekommt, lagert er diesen Überschuss als Fettreserven an. Grundsätzlich eine sehr schlaue Sache, nur dass sie leider nicht dauerhaft dazu führt, Gewicht zu reduzieren.

Warum intuitive Ernährung?

Die intuitive Ernährung verfolgt das Ziel, wieder auf das natürliche Hunger- und Sättigungsgefühl zu hören, sich möglichst wenige Verbote aufzuerlegen und davon zu profitieren, dass man sich rundum wohlfühlt. Dann sollen auch die Pfunde purzeln – natürlich in Zusammenarbeit mit einem angepassten Bewegungsprogramm. Die intuitive Ernährung ist die ursprünglichste Ernährungsform – viele von uns haben sie nur einfach verlernt.

Bereits im Kleinkindalter wird uns Essen als Belohnung angelernt (“wenn du brav bist, bekommst du ein Eis”), wir essen auch aus Frust oder aus Langeweile – und da das so gut funktioniert und der Körper als Reaktion auf Zucker kurzfristig Endorphine ausschüttet, wird das schnell zu einem Teufelskreis, aus dem so mancher nicht mehr alleine ausbrechen kann.

Zum Essen nach Gefühl gehört jedoch nicht nur die richtige Menge der Nahrung, sondern auch die Auswahl der richtigen Lebensmittel. Denn eines ist klar, intuitive Ernährung heisst nicht, sich nur von Pommes und Schokolade zu ernähren, sondern zu erfühlen, welche Lebensmittel dem Körper gut tun und welche nicht.


Hungerskala

Wie hungrig ist man? Der Körper verrät es einem! Eine Hunger-Skala hilft dabei, die Signale besser zu deuten.(Bild: EniaB – shutterstock.com)


Wieso nimmt man ab?

Dass Abnehmen im Kopf beginnt, wissen wir spätestens seit dem Buch “Schlank im Schlaf” sehr genau. Das würde im Umkehrschluss bedeuten, dass die Freiheit und das Wohlbefinden, das durch die intuitive Ernährungsform automatisch erreicht wird, auf jeden Fall beim Abnehmen hilft – noch unabhängig davon, was dann im Endeffekt tatsächlich gegessen wird!

Frühstück oder nicht?

Intuitive Ernährung räumt auch mit so manchem Vorurteil auf, das sich in unseren Köpfen eingebrannt hat. Zum Beispiel die Mär mit dem Frühstück: Frühstücke wie ein Kaiser, denn das kurbelt den Stoffwechsel an. Ohne Frühstück darf man nicht aus dem Haus. Wer nicht frühstückt, läuft Gefahr dick zu werden!

All das ist mittlerweile widerlegt. Wenn Sie hungrig sind, frühstücken Sie. Das, was Sie möchten und was Ihnen schmeckt. Haben Sie keinen Hunger, dann essen Sie nicht. Es spielt nachgewiesenerweise nämlich keine Rolle, wann Sie die Kalorien aufnehmen, zunehmen tun Sie dann, wenn es mehr sind, als Sie verbrauchen können.

Wie vermeide ich es, nur Schokolade zu essen?

Die Verlockung, sich von Süssigkeiten zu ernähren ist natürlich anfangs gross. Doch unser Körper weiss genau, was ihm gut tut und was nicht. Bei der intuitiven Ernährung wird geübt, auf die Signale des Körpers zu hören und ihm das zu geben, was er gerade benötigt. Wenn das einmal ein Stück Schokolade ist, ist das natürlich kein Problem – im Grossen und Ganzen wird jedoch kein Körper vermitteln, dass Schokolade das Nahrungsmittel ist, das ihm am Besten tut.

Was soll ich dann essen?

Eine besonders geeignete Ernährungsform ist die mediterrane Küche, da sie viele gesunde Zutaten verwendet und den meisten Menschen schmeckt. Jedoch gilt auch hier der Grundsatz: Nichts ist verboten! Die mediterrane Küche ist keine Diät und auch nicht in Stein gemeisselt. Sie essen, worauf Ihr Körper Hunger und Gusto hat.

Wie fühlt sich Sättigung an?

Dadurch, dass Essen in unserem Zeitalter leider oft als ein emotionaler Filter missbraucht wird, haben viele von uns verlernt zu fühlen, wie sich natürliche Sättigung anfühlt. Das kann man jedoch wieder lernen. Sehr wichtig ist es, sich beim Essen nicht ablenken zu lassen, also kein Handy, kein Fernsehen und auch kein Buch nebenher. Wenn die Mahlzeit beginnt, weniger gut zu schmecken, die Aufmerksamkeit langsam vom Essen weggeht und Sie das Gefühl haben, als ob Ihr Magen sich schliessen würde, ist es an der Zeit, die Mahlzeit zu beenden.

Ist Skepsis berechtigt?

Nun ja, hier ist es wie überall im Leben: Probieren geht über studieren. Wenn Sie sich wirklich darauf einlassen wollen, wird es auch klappen, anfangs wahrscheinlich nicht so gut, mit fortschreitender Übung immer besser. Intuitive Ernährung ist kein Hexenwerk und auch nichts, wozu ein grosser Wissensschatz notwendig wäre. Es geht lediglich darum, sich selbst besser kennenzulernen und einen Urinstinkt wieder zu entdecken. Wenn Sie sich diese Chance geben möchten, versuchen Sie es einfach – Sie können nichts dabei falsch machen! Selbstverständlich gibt es auch hierzu Coaches und Trainings, falls Sie es lieber unter Anleitung ausprobieren möchten.

 

Titelbild: udra11 – shutterstock.com


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