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Kanton Waadt: Alarmübung Entführung mit 150 Personen

08.09.2021 |  Von  |  Beitrag, Polizeinews, Waadt

Am vergangenen Donnerstag nahmen 150 Personen an einer Übung zum Thema “Entführungsalarm” im Kanton Waadt teil.

Die gemeinsam von fedpol und der Waadtländer Kantonspolizei organisierte Übung “Alerta” bot die Gelegenheit, die Abläufe und die Koordination zwischen allen Partnern in einer Situation zu trainieren, in der die Bevölkerung alarmiert werden muss, um ihre Unterstützung bei der Lösung einer Kindesentführung zu erhalten.

Am Donnerstag, den 2. September 2021, um 08:00 Uhr, begab sich der Vater eines 13 Monate alten Mädchens zur Polizeiwache von Moudon, um das Verschwinden seines Kindes anzuzeigen, das offenbar von seiner Geliebten entführt worden war, die mit dem Auto weggefahren war. Der diensthabende Beamte, der rasch informiert wurde, beschloss, das Verfahren “Entführungsalarm” einzuleiten, und benachrichtigte fedpol, um die Einleitung dieser öffentlichen Bekanntmachung zu koordinieren. Im Centre Blécherette, dem Sitz der Kantonspolizei in Mont-sur-Lausanne, wurden ein Operations Command Post (OCP) und ein Judicial Command Post (JCP) eingerichtet, um die Such- und Ermittlungsarbeiten zu koordinieren. Die Gendarmerie und die Gemeindepolizei haben rund fünfzehn Patrouillen an wichtigen Punkten des Kantons eingesetzt, um das gemeldete Auto zu finden. Dies ist das Szenario, das die Übungsleitung (DIREX) am Donnerstagmorgen erdacht und umgesetzt hat, um die Verfahren zur Auslösung eines Entführungsalarms zu trainieren. Die Übung “Alerta” hat begonnen.

In solchen Fällen setzt die Kantonspolizei erhebliche Mittel ein, um Durchsuchungen und Ermittlungen sowohl vor Ort als auch im Umfeld der betroffenen Familie durchzuführen. Die rund fünfzig Ermittlerinnen und Ermittler haben zusammen mit der Staatsanwaltschaft den Vater formell befragt, zwei Durchsuchungen durchgeführt und zahlreiche Recherchen vorgenommen, die es ihnen ermöglichten, das Fahrzeug der Täterin in Lausanne ausfindig zu machen und den Mietwagen zu identifizieren, mit dem sie mit dem Kind ins benachbarte Frankreich gefahren war.

Auf Anordnung des Kantons wurde von fedpol ein Entführungsalarm ausgelöst. Die Fotos des Opfers und der Täterin wurden in der ganzen Schweiz über die Medien und alle Partner des Systems verbreitet. Eine Meldung erfolgt auch im gesamten Schengen-Raum über das Schengener SIS-System. Die zahlreichen telefonischen Auskünfte von Zeugen werden von der fedpol-Anrufzentrale und anschliessend von der kantonalen Polizeizentrale, die diese Aufgabe übernommen hat, erfasst. Dank dem Einsatz zahlreicher Partner der Waadtländer Kantonspolizei, darunter fedpol, die Waadtländer Staatsanwaltschaft, die Stadtpolizei Lausanne und alle Waadtländer Gemeindepolizeien, die Eidgenössische Zollverwaltung, die Transportpolizei, die französische Gendarmerie, das Genfer Zentrum für Polizei- und Zollzusammenarbeit (CCPD), die Generaldirektion für Kinder und Jugend (DJEG) und die Stiftung Missing Children Switzerland, konnten das Kind und seine Entführerin schliesslich am frühen Nachmittag gefunden werden.

Diese Übung, die von einem Dutzend Beobachtern aus anderen Polizeidienststellen begleitet wurde, sollte es ermöglichen, Lehren zu ziehen und den Umgang mit diesne besonders heiklen Fällen zu verbessern. Sie unterstrich die Notwendigkeit, in den ersten Stunden erhebliche Ressourcen bereitzustellen, aber auch die manchmal schwerfälligen Verwaltungsverfahren zu verbessern und gemeinsame Instrumente für den Informationsaustausch zwischen Meldestellen und Ermittlern zu entwickeln.

Quelle: Kapo Waadt
Titelbild: Symbolbild (© Kapo Waadt)

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