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A1 / Recherswil–Luterbach SO: ASTRA Bridge – Optimierung und Einsatz in 2024

Die ASTRA Bridge wurde 2022 auf dem A1-Abschnitt Recherswil–Luterbach erstmals eingesetzt. Dabei wurde festgestellt, dass die Brücke als Konzept und Maschine funktioniert und die Bauarbeiten unter der Brücke terminlich wie qualitativ wie geplant abliefen.

Der Verkehrsfluss hat sich während dem Piloteinsatz jedoch nicht wie gewünscht eingependelt, weswegen die ASTRA Bridge – konkret die Auf- und Abfahrtsrampen – optimiert wird. Die Tests der geplanten Anpassung verliefen positiv. Der erneute Einsatz der ASTRA Bridge auf dem A1-Abschnitt Recherswil–Luterbach ist 2024 geplant. Bis dahin wird die bauliche Optimierung umgesetzt, wiederum getestet und das Betriebspersonal entsprechend geschult.

Die ASTRA Bridge ist ein Pilotprojekt und ein neuartiger Ansatz in der Unterhaltstechnik als Antwort auf die stetig kürzeren verfügbaren Zeitfenster für Nachtarbeiten. Nachtarbeit bedeutet immer auch teurere und sozial weniger verträgliche Arbeitszeiten sowie Arbeitslärm in der Nacht.

Während der Verkehr zweispurig über die mobile Brücke geführt wird, können darunter Unterhaltsarbeiten ausgeführt werden. Durch die räumliche Trennung wird sowohl die Sicherheit der Bauarbeitenden als auch diejenige der Verkehrsteilnehmenden erhöht.

Die ASTRA Bridge wurde zwischen Anfang April und Ende Juni 2022 auf dem A1-Abschnitt Recherswil–Luterbach erstmals eingesetzt. Der Verkehrsfluss hat sich in dieser Zeit verbessert, aber nicht auf dem gewünschten Niveau eingependelt. Insbesondere hat sich gezeigt, dass die Neigung der Auf- und Abfahrtsrampen für den Lastwagenverkehr noch nicht befriedigend gelöst war. Daher wurde die ASTRA Bridge für Optimierungen demontiert.

Auf dem A1-Abschnitt Recherswil–Luterbach wurden seither die Arbeiten zur Entfernung des Grünstreifens zwischen den Fahrbahnen und die konventionelle Instandsetzung der Abschnitte, auf denen die ASTRA Bridge aufgrund von Hindernissen wie beispielsweise Überführungen nicht eingesetzt werden kann, vorgezogen und abgeschlossen.

Geplante Optimierung getestet

Die Erkenntnisse aus dem Ersteinsatz flossen mit Unterstützung von internen und externen Fachspezialisten – darunter ein Experte für Fahrdynamik, ein Verkehrspsychologe sowie Experten der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt Empa – und in Abstimmung mit dem Schweizerischen Nutzfahrzeugverband ASTAG in den gewählten Optimierungsansatz ein.

Um den Verkehrsfluss über die ASTRA Bridge zu verbessern, werden die Auf- und Abfahrtsrampen optimiert. Konkret werden die Rampen verlängert und deren Ausrundung, sprich der Neigungswechsel, verbessert.

Die geplante Optimierung wurde auf dem Lagerplatz in der Verzweigung Wiggertal bei Rothrist im September 2022 getestet, bevor mit der eigentlichen baulichen Anpassung gestartet wird. Die optimierte ASTRA Bridge konnte von allen Fahrzeugen ohne Einschränkungen mit 60 km/h befahren werden.

Umsetzung der Optimierung und Einsatz im 2024

Auf Grundlage der positiven Testergebnisse wird nun die bauliche Anpassung der ASTRA Bridge geplant und ausgeführt. Nebst den verbesserten Neigungswinkeln muss die Mobilität der Baustellenbrücke weiterhin gewährleistet sein. Die ASTRA Bridge ist eine Investition in die Zukunft und dahingehend ist für diese anspruchsvolle Ingenieursarbeit genügend Zeit eingeplant. Nach der baulichen Anpassung der mobilen Baustellenbrücke werden wiederum Tests sowie Schulungen des Betriebspersonals durchgeführt. Weiter könnten aufgrund der angespannten Lage auf dem Weltmarkt hinsichtlich der Beschaffung von Stahlelementen und elektronischen Komponenten Verzögerungen auftreten.

Vor diesem Hintergrund ist der Wiedereinsatz der ASTRA Bridge auf dem A1-Abschnitt Recherswil–Luterbach im Frühjahr 2024 geplant. Bis dahin werden auf dem Autobahnabschnitt keine Arbeiten ausgeführt.

Die Kosten für die bauliche Anpassung der ASTRA Bridge werden sich auf rund 4.7 Millionen Franken belaufen.

Erwartete Verbesserung des Verkehrsflusses über die ASTRA Bridge

Gegenüber dem Ersteinsatz im 2022 wird der Verkehrsfluss über die ASTRA Bridge 2024 besser sein. Die Anpassung der Rampen wird es insbesondere den LKW erlauben, die ASTRA Bridge schneller zu befahren. Im Gegensatz zum Ersteinsatz 2022 sind die Arbeiten zur Entfernung des Grünstreifens zwischen den Fahrbahnen mittlerweile abgeschlossen, weswegen es keine der ASTRA Bridge unmittelbar nachfolgende Baustelle haben wird.

Die ASTRA Bridge ist und bleibt auch mit den Anpassungen eine Baustellenbrücke. Wo zugunsten der langfristigen Verfügbarkeit und Sicherheit der Nationalstrasseninfrastruktur gebaut werden muss, ist die Einrichtung entsprechender Baustellen mit entsprechender Wirkung auf den Verkehr unumgänglich. Baustellen stellen immer auch erhöhte Ansprüche an die Verkehrsteilnehmenden, welche ihre Geschwindigkeit den Gegebenheiten und ihrem Fahrzeug entsprechend anpassen.

Weitere Informationen

Allgemeine Informationen zur ASTRA Bridge sowie ein allgemeines Video über Sinn und Funktion der ASTRA Bridge und ein Video zu den Testfahrten: ASTRA Bridge: Ein Pilotprojekt zum Autobahnbau (admin.ch)

Allgemeine Informationen zum Erhaltungsprojekt A1 Recherswil–Luterbach: A1 Recherswil–Luterbach (admin.ch)

 

Quelle: Bundesamt für Strassen ASTRA
Artikelbild: Symbolbild © Maxim Studio – shutterstock.com

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