Denguefieber – Gefahr auch für Europa?

09.05.2016 |  Von  |  Gesundheit
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Stechmücken sind lästig. Tatsächlich gehören sie im Sommer zu den unangenehmsten Weggefährten der warmen Jahreszeit. Schon bei ihrem Summen läuft es vielen eiskalt den Rücken herunter.

Doch es kommt  – womöglich – noch ärger. Denn Stechmücken hinterlassen nicht nur juckende Hautstellen, sondern können den Menschen sogar mit dem Denguefieber infizieren. Schwedische Forscher warnen vor einer realen Bedrohung für Europa.

Virus mit bösen Folgen

Das Denguefieber ist eine Infektionskrankheit, die durch das Dengue-Virus verursacht wird. Es gehört zur Gattung der Flaviviren, zu der u. a. auch die Erreger von Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) zählen. Man unterscheidet vier Arten von Serotypen des Virus, die für den Krankheitsverlauf von Bedeutung sind.

Untersuchungen der Weltgesundheitsorganisation WHO haben ergeben, dass das Denguefieber die sich am schnellsten ausbreitende Viruserkrankung in den letzten 20 Jahren darstellt. In 100 Ländern wird die Erkrankung nun endemisch betrachtet. Jährlich werden zwischen 50 und 100 Millionen Fälle gemeldet, von denen etwa 500.000 einen schweren Krankheitsverlauf nehmen.

Besonders gefährdet sind Kinder, die der tagaktiven Stechmückenart oftmals schutzlos ausgeliefert sind. Dabei äussert sich die Krankheit meist mit unspezifischen grippeähnlichen Symptomen. Bei einem schweren Verlauf kann sie infolge innerer Blutungen zum Tode führen.

Ein Fall auch für Europa?

Obwohl das Denguefieber eigentlich eine Tropenkrankheit ist, können auch Europäer daran erkranken. Der Grund: Die globale Klimaerwärmung macht es den wichtigsten Überträgern des Virus wie etwa der Asiatischen Tigermücke aedes albopictus besonders leicht, sich auch in Europa auszubreiten.

Bereits im Jahr 2010 traten erste Fälle der Infektion in Südfrankreich und Kroatien auf, im August 2015 erkrankten in Nîmes gleich zwei Menschen am Denguefieber. Bei ihren Untersuchungen berücksichtigten schwedische Forscher von der Universität in Umea verschiedene Szenarien des Klimawandels und fanden heraus, dass höhere Durchschnittstemperaturen grosse Auswirkungen auf die potentielle Übertragung von Krankheiten durch Stechmücken der Art aedes aegpti und aedes albopicturs haben können.

Tückische Mücke

Die Ausweitung des Denguefiebers sei ein ernstes Problem auf globaler Ebene. Als Folge der Klimaerwärmung und aufgrund von weiteren Faktoren wie Handel und Reisen könne es auch in Europa zu Epidemien kommen, so Liu Jing-Helmersson, einer der Wissenschaftler des schwedischen Forscherteams.

Die Untersuchungen zeigten bereits ein erhöhtes Risiko in einigen Gebieten Südeuropas. Im Zuge der Klimaentwicklung werden sich die Erreger in Richtung Norden bewegen. Schon jetzt ist das Vorkommen von aedes aegypti in Russland und Georgien dokumentiert, aedes albopictus sei bereits in die Niederlande gelangt. Zwischen September 2012 und März 2013 kam es auf der portugiesischen Atlantikinsel Madeira zu einem Dengue-Ausbruch mit über 1.000 nachgewiesenen Fällen.



Impfschutz oder Klimaschutz?

Erst kürzlich wurde ein erster Impfstoff gegen das Denguefieber zugelassen, der einen Impfschutz von 93 % bieten soll und gegen alle vier Varianten wirksam ist. Liu Jing-Helmersson ist jedoch der Auffassung, dass es langfristig sinnvoller sei, die Treibhausgasemissionen zu reduzieren, um die Infektionsgefahr zu senken.

 

Artikel von: livingpress.de
Artikelbild: © Tacio Philip Sansonovski – shutterstock.com



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