Cyberattacke auf Iran lief über Schweizer Server

24.10.2012 |  Von  |  News
Cyberattacke auf Iran lief über Schweizer Server
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Die USA und Iran befinden sich mitten im Cyberkrieg. Schnell können die digitalen Attacken in einen blutigen Krieg mit realen Waffen ausarten. Zwischen die Fronten gerät die neutrale Eidgenossenschaft. Denn die Cyber-Angriffe auf den Iran mit dem Schadprogramm Flame liefen wohl auch über die Schweiz.

Den Flame-Virus hatte das russische Anti-Virus-Unternehmen Kaspersky Lab Ende Mai entdeckt. Laut Experten wurde das Schadprogramm von den USA und Israel für digitale Attacken gegen das iranische Atomprogramm entwickelt. Eng verwandt ist Flame mit dem Computerwurm Stuxnet, der im Juni 2010 auftauchte.

Offenbar war die Kontrollinfrastruktur für den Virus zum Teil in der Schweiz registriert. Dies bestätigte die Melde- und Analysestelle für Informationssicherung des Bundes (Melani) gegenüber der SonntagsZeitung. Man habe den betroffenen Server in Zusammenarbeit mit dem Provider vom Netz genommen, berichtete Max Klaus, Stellvertretender Leiter von Melani.

Zum Zeitpunkt und genauen Standort des Servers machte Klaus keine Angaben. Die Behörden seien informiert worden. Neben der Schweiz sollen sich weitere Server in Hongkong, Vietnam, der Türkei, Deutschland und England befunden haben.

Hinweise auf verbotenen Nachrichtendienst

Nach Auffassung von Experten tragen die von der Schweiz aus gelaufenen Cyber-Attacken deutlich die Handschrift von nachrichtendienstlichen Aktivitäten. So wurden Server für die Schadsoftware Flame extra angemietet, wie Analysen von Kaspersky Lab ergaben.

Dieses Vorgehen sei typisch für staatliche Organisationen, bestätigte Myriam Dunn Cavelty, Cyberwar-Spezialistin an der ETH Zürich. Kriminelle würden sich den Standort für ihre Kontrollinfrastruktur dagegen eher „zufällig“ aussuchen. Insidern beim Bund zufolge weist somit vieles auf die Tätigkeit eines verbotenen Nachrichtendiensts hin.

Ob hinter dem Server auch eine Schweizer Person steht, weiss die Melde- und Analysestelle Melani nicht zu sagen. Doch wieso geschehen solche Cyberattacken überhaupt von neutralem Schweizer Boden aus? Die SonntagsZeitung zitiert dazu den Experten für Schweizer Aussenpolitik Laurent Goetschel (Universität Basel): „Cyberwar stellt die Schweizer Neutralität im Kriegsfall vor ganz neue Probleme. Das wird uns in Zukunft weiter beschäftigen.“

 

Quelle: sonntagszeitung.ch
Oberstes Bild: © scyther5 – shutterstock.com

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