#Aufschrei: Vorsicht – Sexismus-Polizei!

30.01.2013 |  Von  |  Gesellschaft
#Aufschrei: Vorsicht – Sexismus-Polizei!

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Darf ein Mann einer Frau auf den Busen schauen? Oder ist das bereits übel sexistisch? Und überhaupt: Wo fängt Sexismus an? Über solche weltbewegenden Fragen wird im Netz eifrig diskutiert, seit in Deutschland der FDP-Politiker Rainer Brüderle (67) von einer „Stern“-Journalistin an den Pranger gestellt wurde – weil er ihr gegenüber vor einem Jahr an einer Hotelbar „anzügliche Bemerkungen“ gemacht haben soll. Angeblich.

Zwei Dinge sind an dem Fall zunächst bemerkenswert: Zum einen, dass die Jungjournalistin die angebliche Anmache durch den Altpolitiker erst nach einem Jahr hervorkramte – just zu einer Zeit, wo sich Brüderle anschickt, als Spitzenkandidat in den deutschen Bundestagswahlkampf zu ziehen.

Zum anderen ist zu bedenken, dass kein Mensch weiss, ob der Vorfall so, wie in dem „Stern“-Artikel von der Journalistin geschildert, tatsächlich stimmt. Da geht es dann um das Thema Rufmord – und um die Macht einer Journalistin, die Karriere eines altgedienten Politikers zerstören zu können.

„SexistInnen“ – oder doch nur „Sexisten“?

Dass es in der Politik und Wirtschaft von „Sexisten“ nur so wimmelt, steht für die „Stern“-Journalistin und die ihr beipflichtenden Feministinnen jedenfalls fest. Dabei müsste es neudeutsch korrekt eigentlich „SexistInnen“ heissen. Jedoch: Sexismus von Frauen kommt für Feministinnen nicht vor. Wer sich sexistisch verhält, ist damit auch klar: Auf jeden Fall immer Männer!

Aus feministischer Sicht sind beispielsweise Männer, die gewisse Etablissements besuchen, wo (halb)nackte Frauen an der Stange tanzen, auf jeden Fall „sexistische Drecksäcke“. Frauen hingegen, die sich an einer Striptease-Show der Chippendales ergötzen, befriedigen nur ein „ästhetisches Bedürfnis“. Natürlich.

So befördert die überzogene „Sexismus“-Debatte ein gesellschaftliches Klima, in dem es für Männer ratsam erscheint, nicht mehr alleine mit einer Frau in einen Aufzug zu steigen – jedenfalls nicht ohne Begleitung eines Anwalts. Politiker sind nach dem „Fall Brüderle“ gewarnt, sich nicht mehr alleine mit einer Journalistin für ein Interview zu treffen – und wenn, dann nur noch unter Aufsicht einer „Anti-Sexismus-Beauftragten“.

Gesellschaftlich ergibt sich eine paradoxe Situation. Einerseits gibt es durch die Medien einen Trend zur Sexualisierung: Da springen den arglosen Betrachter regelmässig halbnackte Frauen und Männer auf den Covern aller möglicher Mainstream-Magazine (z. B. des „Stern“!) an und bereits 13-jährige Mädchen kommen aufreizend gekleidet wie ihre weiblichen Vorbilder in den einschlägigen Musikvideos zur Schule.

Männer in der „Sexismus“-Falle

Andererseits sind die Menschen, genauer: deren männliche Vertreter, nun gehalten, sich im Beruf oder in gesellschaftlichen Funktionen als geschlechtslose Wesen zu verhalten, da ständig der Sexismus-Verdacht über ihnen schwebt. So müssen Männer nun peinlich darauf achten, dass ihr Blick ja keine Sekunde zu lange auf sekundären Geschlechtsmerkmalen der Kolleginnen verweilt, um nicht als Obersexist an den Pranger gestellt zu werden oder gar eine Anzeige am Hals haben.

Dabei könnte man die ganze Debatte ohne den Sexismus-Begriff sinnvoller führen. Denn worum es eigentlich geht, ist alltägliches Macht- und Balzspiel zwischen Frauen und Männern. Sicher gibt es plumpe Anmache, peinliche Baggerversuche und missglückte Komplimente seitens der Männer, von denen Frauen zu berichten wissen. Jedoch macht das Fehlen von Charme und Fingerspitzengefühl Männer noch nicht zu „sexistischen Schweinen“.

Wie sich eine Frau gegen solche unerwünschten Anmachen durch Männer wehren kann? Eine gepfefferte Ansage hilft sicher weiter und dürfte einen normalen Mann dazu bringen, sich demnächst die Blamage eines gescheiterten Anbaggerversuchs zu ersparen. Denn auch Männer sind lernfähig.

Und für Frauen, die jammern, dass ihnen Männer dauernd in den Ausschnitt starren, gilt der Rat: „Dann mach halt die Bluse zu!“ (Aber das ist ja auch wieder „sexistisch“….)

 

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1 Kommentar


  1. Brüderle hat einen Riesenfehler gemacht: Auf die Frage der Journalistin“wie er es findet, im fortgeschrittenen Alter zum Hoffnungsträger aufzusteigen“, (schreibt die Autorin), wäre die passende Antwort gewesen: “ Etwa genau so prickelnd, wie mit der gottgegebenen Form und Figur ein Dirndl auszufüllen.“
    Somit hätte er ihr die Ohrfeige gleich doppelt zurückgeben können.
    Ist aber halt nicht jeder so „schlagfertig“.

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