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Die Vorschläge für das neue Tabakgesetz: Was ändert sich für die Verbraucher?

15.09.2014 |  Von  |  Konsum

Aktuell wird über einen Vorschlag für ein neues Tabakgesetz in der Schweiz entschieden. In der Bevölkerung, bei den Konzernen sowie bei der Eidgenössischen Kommission für Tabakprävention werden die Pläne unterschiedlich aufgenommen. Während die eine Seite die Veränderungen als zu drastisch ansieht, fordert die andere strengere Regelungen.

Das neue Gesetz soll den Konsum von Zigaretten und anderen Tabakprodukten einschränken, Zielgruppe sind vor allem Jugendliche. Hierfür wurde zum einen ein Mindestalter festgesetzt, zum anderen soll die Werbung für die Produkte reguliert werden. Gerade dieser Punkt ist umstritten, da viele grosse Veranstaltungen bisher von Tabakunternehmen gesponsert wurden. Für die Verbraucher stellt sich die Frage, ob es möglich ist, mit den Gesetzen Jugendliche vom Rauchen abzuhalten.

Das Mindestalter soll 18 Jahre betragen

Es wird gefordert, das Mindestalter auf 18 Jahre festzusetzen. So soll gewährleistet werden, dass nur Erwachsene Tabak konsumieren. Ob dies zum Erfolg führt, wird von Experten allerdings infrage gestellt. Betrachtet man die Entwicklungen und die Studien in anderen Ländern zu diesem Thema, dann stellt man fest, dass ein Mindestalter auch ein Anreiz für Jugendliche sein kann. Einige Experten behaupten, dass Rauchen durch die Altersgrenze interessanter werden könne. Andere Fachleute finden die Grenze gut, da sie Jugendliche abschrecken könne.

In jedem Fall bleibt das Problem der Kontrolle. Es liegt in der Verantwortung der Verkäufer, das Alter der Käufer genau zu kontrollieren und nicht auf mündliche Angaben zu vertrauen. Aber auch wenn nur Erwachsene die Zigaretten kaufen, können diese später an Jugendliche weitergereicht werden. Somit bleibt abzuwarten, ob die Zahl der Raucher unter den Minderjährigen sinken wird und welche Partei recht behalten wird.

Die Tabakwerbung wird eingeschränkt

Der Gesetzentwurf beinhaltet Einschränkungen bei der Werbung für Zigaretten. Durch diese Änderungen soll sich das Bild vom Rauchen bei der Bevölkerung und vor allem bei den Jugendlichen ändern. Problematisch könnten allerdings die Formulierungen werden, da sie möglicherweise Schlupflöcher bieten. Im Vorschlag wird davon gesprochen, dass Werbung verboten sei, welche sich hauptsächlich an Jugendliche richte. Laut Aussage der Eidgenössischen Kommission für Tabakprävention reicht dies nicht aus, da “hauptsächlich” nicht genau definiert sei. Viele Kampagnen könnten trotzdem noch stattfinden, weil die Vorschriften nicht ausreichend seien.

Auf der anderen Seite besteht bei vielen Grossveranstaltungen die Angst, dass Sponsoren abspringen könnten. Handelt es sich hierbei um Tabakkonzerne, dann kann diese Art von Zusammenarbeit zukünftig verboten sein und verschiedene Events müssten sich neue Geldgeber suchen. Wie bei vielen Gesetzentwürfen existieren mehrere Meinungen und jede Seite fordert unterschiedliche Vorgehensweisen.

 

Oberstes Bild: © alexandrovskyi – Shutterstock.com