Mai 2021 kühl und nass – und der Sommer?

Der diesjährige Mai wird zu kühl und zu nass ausfallen. Aber was bedeutet dies nun für den Sommer 2021? Lassen sich Schlüsse ziehen? Mithilfe der Statistik, numerischen Langfristprognosen und Bauernregeln soll dies kurz erläutert werden.

Wie MeteoNews gestern in einer Mitteilung schrieb, wird der diesjährige Mai zu kühl und zu nass ausfallen. Deswegen aber den Sommer abzuschreiben, wäre völlig verfehlt. Mit statistischem und numerischem Ansatz sowie mit Bauernregeln soll nachfolgend versucht werden, Schlüsse über den bevorstehenden Sommer zu ziehen.

Statistik: Trend für zu warmen Sommer

Letztmals zu kühl und zu nass war der Mai im Jahr 2019. Im Juni gab dann aber der Sommer plötzlich Vollgas, keine zwei Wochen nach dem Monatswechsel konnten im Flachland teilweise 30 Grad verzeichnet werden. Im weiteren Verlauf des Junis wurden dann teilweise sogar Temperaturen bis über 35 Grad erreicht. Ergo: Bei passender Wetterlage kann es sehr schnell gehen. Der Sommer 2019 insgesamt fiel dann auch deutlich zu warm aus. Genau gleich war es auch 1983, als nach einem trüben und nassen Mai ein überdurchschnittlicher Sommer folgte, im Juli war es sogar aussergewöhnlich warm mit Hitzerekorden, die heute örtlich noch Bestand haben, so beispielsweise in Chur mit 38,1 Grad.

Dass aber auf einen nassen und kühlen Mai immer ein überdurchschnittlich warmer Sommer folgte, war auch nicht immer der Fall. Als Beispiel dazu sei das Jahr 1987 erwähnt, als insbesondere der Juni viel zu kühl ausfiel und danach im Juli und August auch mehrere Unwetterkatastrophen folgten (insbesondere grosse Überschwemmungen). Insgesamt ergibt sich aber dennoch ein Trend, dass auf einen zu kühlen und nassen Mai ein überdurchschnittlicher Sommer folgt.

Langzeitprognosen: Zu warmer Sommer erwartet

Neben verschiedenen grösseren Wetterdiensten macht auch MeteoNews saisonale Prognosen.

Die drei obigen Karten zeigen, dass der Juni etwa normal temperiert und zu nass ausfallen dürfe. Der Juli und August sind demnach dagegen zu warm und der August auch zu trocken.
Beispielsweise auch der amerikanische Wetterdienst National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) kommt auf ähnliche Ergebnisse und berechnet den Sommer 2021 in der Schweiz 0,5 bis 1 Grad zu warm.

Auch andere Langzeitprogosen sehen einen überdurchschnittlichen Sommer voraus. Dies muss allerdings relativiert werden, wenn man bedenkt, dass die Sommer-Durchschnittstemperaturen bei der herangezogenen Referenzperiode 1981 bis 2010 im Durchschnitt mindestens 0,5 Grad tiefer lagen (Folge der allgemeinen Klimaerwärmung). In den letzten Jahren waren so überdurchschnittliche Sommer die Norm.

Langzeitprognosen sind sowieso mit grosser Vorsicht zu geniessen, da das Wettergeschehen langfristig eher als chaotisches System angesehen werden kann.

Bauernregeln: Hinweis auf eine gute Ernte

Auch einige Bauernregeln machen eine Aussage, wie der Sommer nach einem kühlen und nassen Mai wird. Nachfolgend eine kurze Aufzählung einiger dementsprechender Bauernregeln:

„Kühler Mai viel Stroh und Heu“
„Wenn’s im Mai viel regnet, ist das Jahr gesegnet“ „Regen im Mai für’s ganze Jahr Brot und Heu“
„Ist der Mai kühl und nass, füllt’s dem Bauern Scheun‘ und Fass“ „Trockener Mai – Wehgeschrei, feuchter Mai bringt Glück herbei“

Alle Bauernregeln deuten nach einem nassen und kühlen Mai auf grossen Erntesegen hin. Natürlich können aber Extremereignisse (z.B. Hagelunwetter, Überschwemmungen, Murgänge) nie ausgeschlossen werden, sodass die Ernte lokal oder auch regional vernichtet werden kann (vgl. der oben erwähnte Unwettersommer 1987).

FAZIT: In der Tendenz deutet ein kühler und nasser Mai auf einen überdurchschnittlich warmen Sommer mit reichem Erntesegen hin. Letzteres gilt allerdings nicht für viele Obstbauern, deren Ernte nach den Aprilfrösten teilweise stark dezimiert ist (insbesondere Aprikosen, Pfirsich, Zwetschgen und Kirschen).

Karten finden sich hier.

 

Quelle: MeteoNews
Titelbild: Symbolbild © Romolo Tavani – shutterstock.com

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