Zwischenbilanz Juni: Zunächst gewittrig, dann hochsommerlich
Nach einem kühlen und nassen Mai wurde es pünktlich zum Start in den Juni sommerlich. Zunächst war die Druckverteilung allerdings flach, und mehrere Höhentiefs sorgten wiederholt für teils kräftige Gewitter.
Ab dem 10. Juni folgte dann dank zunehmendem Hochdruckeinfluss die erste hochsommerliche Wetterphase des Jahres.
Wie MeteoNews in einer Mitteilung schreibt, startete der Juni nach einem bescheidenen Mai sommerlich. Allerdings war die Druckverteilung über Mitteleuropa zunächst flach, und mehrere Höhentiefs sorgten immer wieder für eine Anfeuchtung und Labilisierung der Luftmasse. Dies hatte zur Folge, dass sich mit der kräftigen Junisonne teils heftige Gewitter bildeten.
Lokal viel Niederschlag, dazu schweizweit über 43’000 Blitze
Da die Gewitter aufgrund der oft schwachen Strömung nur langsam weiterzogen, fielen stellenweise in kurzer Zeit grosse Niederschlagsmengen. So wurden beispielsweise in Eschenz im Kanton Thurgau am 8. Juni in nur 10 Minuten 25.6 mm Niederschlag gemessen! Dies ist zwar beachtlich, der Rekord liegt aber noch deutlich höher, so fiel am 11. Juni 2018 in Lausanne innerhalb von 10 Minuten 41 mm Niederschlag.
In Summe kamen bis zur Monatsmitte in Urnäsch bereits 174.1 mm zusammen, gefolgt vom Napf mit 168.2 mm. Dies entspricht knapp 90 Prozent der normalerweise im gesamten Juni zu erwartenden Niederschlagsmenge. Da die Gewitter aber nicht alle Regionen gleichermassen erfasst haben, gibt es auch Messstationen, die bisher nur wenig Niederschlag gemessen haben. Zum Beispiel in Lugano oder in Genf gab es in der ersten Junihälfte lediglich 8 bzw. 11 Prozent der Juninorm.
Des Weiteren entluden sich über der Schweiz auch zahlreiche Blitze. Vom 1. bis zum 15. Juni (Stand: 9:20 Uhr) gab es schweizweit exakt 43’694 Einschläge. 7’899 davon im Kanton Bern, gefolgt von den Kantonen Thurgau mit 7’030 und Zürich mit 4’935 Einschlägen.
Erste Junihälfte 0.5 bis 2 Grad zu warm
Obschon das Wetter in der ersten Junidekade nicht hochdruckbestimmt war, stiegen die Temperaturen oft in den sommerlichen Bereich. Zusammen mit der hochsommerlichen Wetterphase ab dem 10. Juni war die erste Junihälfte im Vergleich zum klimatischen Mittel von 1981 bis 2010 0.5 bis 2 Grad zu warm. Dieser Überschuss dürfte in den kommenden Tagen noch grösser werden, da es voraussichtlich bis am Wochenende mit Hochsommerwetter weitergeht. Dabei sind auch im Norden die ersten Hitzetage des Jahres zu erwarten, nachdem es auf der Alpensüdseite und im Wallis bereits seit Samstag Hitzetage gab.
Sonne schien überdurchschnittlich oft
Im Vergleich zur Norm zeigte sich die Sonne in der ersten Junihälfte vielerorts etwas häufiger. So wurden im Flachland bis am 14. Juni bereits 50 bis 60 Prozent der zu erwartenden Sonnenstunden im Juni erreicht. Heute und in den kommenden Tagen kommen weitere Sonnenstunden dazu, bei einem wolkenlosen Himmel sind aktuell knapp 16 Stunden pro Tag möglich.
Quelle: MeteoNews
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