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Viele Unfälle durch Alkohol: Für die Feiertage eine Alternative planen

Alkohol verursacht im Schweizer Strassenverkehr jährlich mehr als 30 Todesopfer und 420 Schwerverletzte.

Wer Alkohol konsumiert, etwa an den Feiertagen, sollte anschliessend kein Fahrzeug lenken. Denn es besteht auch bei geringem Alkoholkonsum ein Risiko – daran erinnert die BFU mit einer neuen Kampagne mit Plakaten in der ganzen Schweiz und auf Social Media.

Alkohol gehört zu den Hauptursachen für Tote und Schwerverletzte auf Schweizer Strassen: Bei jedem neunten schweren Unfall ist Alkohol im Spiel. Durchschnittlich werden dabei jedes Jahr 32 Menschen getötet und mehr als 420 schwer verletzt. Meist passieren solche Unfälle nachts, insbesondere an Wochenenden und an Feiertagen.

Dass Alkohol die Fahrfähigkeit beeinträchtigt, trifft auf alle Menschen zu. Bereits kleine Mengen verlängern die Reaktionszeit und schränken das Sehvermögen, die Konzentration und die Koordination ein. Alkoholkonsum macht zudem müde – auch dies eine gefährliche Voraussetzung für eine Fahrt mit dem Auto oder einem anderen Fahrzeug. Nimmt man zudem Medikamente ein – einmalig oder regelmässig –, können sich ungünstige Effekte des Alkoholkonsums noch verstärken. Daher empfiehlt die BFU, frühzeitig eine Alternative einzuplanen, falls man auswärts Alkohol trinken möchte.

Neue Kampagne: „Schon ein Glas Alkohol benebelt die Sinne“

Die BFU sensibilisiert für das Thema im Rahmen einer neuen Präventionskampagne. Mit Plakaten an über 6000 Orten in der Schweiz und in animierter Form auf Social Media werden Verkehrsteilnehmende daran erinnert, dass schon ein Glas Wein, Bier oder Prosecco die Sinne benebelt. Die Kampagne ist pünktlich zur Saison der Weihnachts- und Silvesterfeiern gestartet worden. Die Kampagnenbotschaften entstanden auf Basis einer eigens durchgeführten Social-Marketing-Untersuchung: In qualitativen Interviews mit Lenkerinnen und Lenkern aus unterschiedlichen Alters- und Bevölkerungsgruppen wurde eruiert, weshalb sich manche Menschen ans Steuer setzen, nachdem sie Alkohol getrunken haben. Eine wichtige Erkenntnis: Die Wirkung des Alkohols auf die Fahrfähigkeit wird nach wie vor unterschätzt.

Konsequenzen bis zur Freiheitsstrafe

Beim Fahren unter Alkoholeinfluss drohen nicht nur Unfälle, sondern auch finanzielles und juristisches Ungemach: Wer mit zu viel Alkohol im Blut ein Fahrzeug lenkt oder alkoholisiert einen Unfall verursacht, muss mit Führerausweisentzug, Bussen, Leistungskürzungen durch Versicherungen oder gar mit Freiheitsstrafen rechnen. In der Schweiz gilt der Grenzwert von 0,5 Promille. Für Neulenkende und einige Berufsgruppen beträgt der Grenzwert 0,1 Promille – de facto eine Nulltoleranz. Eine aktuelle Befragung der BFU zeigt, dass die Grenzwerte in Vergessenheit geraten: Nur 63 % der Autofahrerinnen und Autofahrer wissen Bescheid.

So kommt man sicher nach Hause

• Als Alternative zum eigenen Auto öffentliche Verkehrsmittel oder Taxis nutzen.

• Fahrgemeinschaft bilden und vereinbaren, dass die Fahrerin oder der Fahrer nicht trinkt.

• Als Gastgeberin oder Gastgeber: Immer alkoholfreie Getränke bereithalten.

• Alkoholisierte Personen bei sich übernachten lassen oder ein Taxi organisieren

 

Quelle: Beratungsstelle für Unfallverhütung
Titelbild: ESB Professional – shutterstock.com

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