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Wetter: Beruhigt ins Hoch

Die vergangenen, nassen Tage lassen uns und die Natur beruhigt auf die bevorstehenden, sonnigen (mindestens drei) Frühlingstage schauen.

Somit dürfte es in den Niederungen am Ende der Woche überall grün sein und in den Berglagen der Frühling eintrudeln.

Das heutige Wetter war durch eine Kaltfront und deren Rückseite geprägt. Ein Tief welches insbesondere in der Höhe stark ausgeprägt ist, hat in der zweiten Nachthälfte und den Morgenstunden eine Kaltfront zur Schweiz geführt. Der in der Höhe kalte Kern hat dazu geführt, dass die Luftmassen hinter der Kaltfront sehr instabil geschichtet blieben. Somit konnten sich, obwohl hinter der Front eine sehr trockene Luftmasse nachfloss, dort wieder einige Schauer und Gewitter bilden.

Wir erklären das nun mit ein paar Grafiken. Aber vorab ein Satellit- und Radarbild.


Satellitenbild mit Radardaten und Geopotential in 500 hPa überlegt. Gezeigt ist das Tiefdrucksystem (in der Höhe), Kalt-, Warmfront sowie Okklusion und Bewölkung. Die Isolinien zeigen das Geopotential auf 500 hPa. Diese stellen die Höhe der 500hPa-Fläche dar und es ist schnell ersichtlich, dass in einem Tiefdrucksystem eine bestimmte Druckfläche tiefer liegt (daher die Namensgebung).


Bildausschnitte aus dem ECMWF Modell für heute 06 UTC: Links ist die ThetaE, ein Mass für die Feuchtigkeit und Temperatur einer Luftmasse dargestellt sowie das Geopotential auf 850 hPa (rund 1500 Meter). Rechts ist die Temperatur und das Geopotential auf 500 hPa (rund 5.5 km Höhe) dargestellt. Man sieht die Kaltfront im linken Bild. Das Höhentief mit seinem kalten Kern knapp nördlich der Schweiz ist im rechten Bild ersichtlich.


Nun ist es 10:22 und der Blogger hat bereits die ersten blauen Löcher am Himmel gesehen. Das Nachfliessen der trockenen Kaltluft hinter der Front ist markant. Ein Vergleich zweier Radiosondierungen zeigt die Situation hinter der Front.

Im nachfolgenden Bild ist die Sondierung von Stuttgart und von Novari/Cameri (nähe Milano) um 12 UTC gezeigt. Mit der Sondierung von Stuttgart lässt sich der Einfluss vom Höhentief optimal darstellen.


Links die Sondierung südlich der Alpen, rechts nördlich der Alpen im Höhentief. In beiden Sondierungen ist die Bodentemperatur, die Temperatur in 500 hPa sowie die Tropopausenhöhe beschriftet.


Während die Bodentemperaturen in einem relativ ähnlichen Bereich sind (Unterschied XXXX Grad), ist der Temperaturunterschied in 500 hPa mit XXXX grad markant. Die sehr niedrige Tropopausenhöhe bei Stuttgart ist eindrücklich. Weiter ist ersichtlich, dass die untersten Luftschichten sehr labil sind. Knapp über Boden gehen Taupunkt und Temperatur (die beiden Linien) geradlinig nach oben bis diese sich treffen (dort sind Sie gesättigt). Diese Geradlinigkeit bedeutet nichts anderes, als dass die unterste Luftschicht übereinstimmende Eigenschaften hat. Es wird also ersichtlich, dass die unterste, sehr labile Luftschicht auf Grund des starken Auf- und Absteigen der Luftpakete, durchmischt worden ist. Fazit; die Luftmasse im Höhentief ist trocken, jedoch sehr labil. Es können sich also vereinzelt Schauer und isoliert auch Gewitter bilden, jedoch können diese maximal bis zur (sehr niedrigen) Tropopause aufsteigen.

Wir schauen uns also nun eine Radaranimation des heutigen Tages an.


Die Animation des heutigen Radarbildes zeigt, wie sich zuerst die Kaltfront an die Schweiz legt, dahinter eine Wetterberuhigung folgt und dann am Nachmittag vereinzelte Schauer und auch Gewitter aufleben.


Ein schöner Anblick heute Morgen zeigte das Satellitenbild mit der überlegten Sonnenscheindauer. Während die Front über dem Mittelland der Schweiz lag, schien vor der Front in der Simplonregion, den zentralen und östlichen Alpen noch die Sonne. Hinter der Front konnte in der Ajoie, in Fahy gleichzeitig schon wieder der erste Sonnenschein verzeichnet werden.


Und nun noch ein kurzer Rückblick auf die Niederschlagssummen welche wir in den letzten drei Tagen verzeichnet haben. Auf der Alpensüdseite war es ein kräftiger Südstau welcher für ordentlich Niederschlag gesorgt hat. Auf der Alpennordseite kamen in der feuchten Westströmung mit präfrontalen Schauern und teils Gewittern sowie der heutigen Kaltfront die folgenden Summen zustande.


Niederschlagssummen der letzten 72 Stunden. Der Südstau ist besonders im westlichen Tessin (80-110 mm) zu erkennen. Auf der Alpennordseite sticht der Juranordfuss (80-100 mm) deutlich heraus. Am wenigsten Niederschlag erreichte die östlichen Alpen sowie die Region vom Genfersee bis in die Walliseralpen.


Bilder des Tages

In einem stärkeren Schauer, welche in der Front eingelagert über Willerzell (und auch Eisiedeln) zog, konnte es kurzzeitig bis auf 880 Meter Höhe schneien. Davon liegen blieb natürlich nichts. Bild: Meteomeldung/APP


In Ottikon ist der morgendliche Spaziergang zwar ins Wasser gefallen, heisst aber nicht, dass dieser nicht stattgefunden hat. Das Bild aus der Meteomeldung/APP erreichte uns mit der Meldung: Regen, kräftig.


Dieses Bild erreichte uns um 12:42 Lokalzeit aus Wädenswil. Die scharfe Rückseite, also die trockene Luft welche hinter der Front nachfloss ist zu sehen. Bild: Meteomeldung/APP.


Hier am Flughafen Zürich konnte A. Hostettler seinen ersten Blitz des Jahres fotografieren. Gratulation 😉


Der Zeitraffer zeigt eine Gewitterzelle, welche knapp nördlich vom Flughafen Zürich durchzieht. Video: A. Hostettler


Titelbild: Aus Lucinges erreichte uns heute Morgen diese Meteomeldung aus unserer App in welcher die ersten Sonnenstrahlen über Genf festhalten werden konnte.

 

Quelle: Bundesamt für Meteorologie MeteoSchweiz
Titelbild: Meteomeldung/App

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