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Kanton Obwalden: Polizeiliche Kriminalstatistik 2023

Im Kanton Obwalden sind die Straftaten gegen das Strafgesetzbuch (StGB) im vergangenen Jahr wieder gesunken und liegen wieder auf dem Niveau von 2021.

Es waren 1315 Delikte nach diesem Gesetz zu bearbeiten, was einer Abnahme von 12 Prozent entspricht.

Die Aufklärungsquote ist im vergangenen Jahr deutlich gesunken und liegt mit 45.2 Prozent so tief wie seit 2014 nicht mehr. Im Verhältnis vergleichbarer Kantone weiterhin hoch liegt mit 34 Straftaten pro 1000 Einwohner die Häufigkeitszahl. Eine aussergewöhnlich hohe Anzahl an offenen Pendenzen verfälscht die Statistik zu einem gewissen Teil.

Mit 1315 Straftaten gegen das Strafgesetzbuch haben diese Delikte im Kanton Obwalden wieder abgenommen. Im Jahr 2022 waren hier noch 1492 Straftaten zu bearbeiten. Die Tendenz der sinkenden StGB-Delikte widerspiegelt sich nicht in der schweizerischen Statistik. Hier war im Gegenteil eine Zunahme um 14 Prozent zu verzeichnen. Zu bemerken ist allerdings, dass die Kantonspolizei Obwalden im letzten Jahr sehr stark belastet war und Ende Jahr eine ungewöhnlich hohe Zahl nicht abgeschlossener Fälle vor sich herschob. Diese Pendenzen verfälschen zu einem gewissen Grad die Statistik. Erstmals seit 2016 liegt die Aufklärungsquote im Kanton Obwalden mit 45.2 Prozent zudem unter der Schwelle von 50 Prozent. Im interkantonalen Bereich ist dies jedoch nach wie vor über dem Durchschnitt (38.5%). Bei den weiterhin am stärksten vertretenen Vermögensdelikten wurden noch 778 Tatbestände registriert. Im Vergleich zum Vorjahr (855) entspricht dies einer Reduktion um neun Prozent. Hier waren fast alle Tatbestände rückläufig oder stagnierend. Auffällig ist ein wiederholter Anstieg bei den „Erpressungen“. Dies widerspiegelt sich auch bei der digitalen Kriminalität und steht mit einer Häufung bei den „Sextortion“-Fällen – Erpressung mit pornografischen Aufnahmen – im Zusammenhang. Dieser Modus wurde im vergangenen Jahr mit 45 Straftaten verzeichnet – ein Fall kann dabei mehrere verschiedene Straftatbestände beinhalten – was einer Steigerung von 73 Prozent oder 19 Straftatbeständen entspricht. Auch im vergangenen Jahr war bei diesem Phänomen eine deutliche Zunahme zu verzeichnen. Die Kantonspolizei Obwalden empfiehlt deshalb niemals vor einer blossen Internetbekanntschaft die „Hüllen“ fallen zu lassen. Man kann sich nie sicher sein, wer sich hinter der Person am anderen Bildschirm verbirgt.

Gewaltstraftaten

Im vergangenen Jahr leicht angestiegen sind die Gewaltstraftaten und die Fälle häuslicher Gewalt. So waren im vergangenen Jahr 133 Straftaten der Kategorie „Gewalt“ zu bearbeiten, was einer Steigerung um sechs Fälle oder fünf Prozent entspricht. Bei den Straftatbeständen, welche aufgrund der Beziehung zwischen Opfer und Beschuldigter Person unter die „häusliche Gewalt“ subsumiert werden, waren es 48 und damit ebenfalls sechs Tatbestände mehr (+14%).

Delikte gegen die sexuelle Integrität

Bei den Delikten gegen die sexuelle Integrität wurden im letzten Jahr 40 Straftaten rapportiert. Dies entspricht einer Steigerung von 25 Prozent zum Vorjahr (32 Straftaten). Die Steigerung zeichnet sich bei fast allen Straftatbeständen ab. Einzig der Tatbestand der Pornografie wurde im vergangenen Jahr weniger bearbeitet. Es waren zwei Tatbestände der sexuellen Handlung mit Kindern, fünf Fälle der sexuellen Nötigung und vier Vergewaltigungen zu ermitteln. Deutlich zugenommen haben im Kanton Obwalden im vergangenen Jahr auch die Fälle von Exhibitionismus. Es konnten sämtliche genannten Delikte geklärt werden. Entsprechend liegt die Aufklärungsquote im Bereich der Straftaten gegen die sexuelle Integrität bei insgesamt 90 Prozent.

Digitale Kriminalität

Im Bereich der digitalen Kriminalität wurden im vergangenen Jahr im Kanton Obwalden 15 Prozent mehr Straftaten (180) registriert. Der weitaus grösste Teil betrifft weiterhin die Cyber- Wirtschaftskriminalität. Insbesondere im Bereich der Cyberdelikte im engeren Sinn, mit den Phänomenen Phishing und Hacking, wurden mehr Straftatbestände aufgenommen. Ansonsten wurden deutlich mehr Straftatbestände unter dem Modus „Missbrauch von Online- Zahlungssystemen/Wertkarten oder einer fremden Identität“ und – wie bereits oben ausgeführt – der „Sextortion“ rapportiert.

Betäubungsmittelkriminalität

Bei den Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz wurde im letzten Jahr erneut ein Rückgang der Delikte von 89 auf noch 56 Tatbestände registriert. Es ist jedoch zu bemerken, dass diese Zahl nicht das tatsächliche Geschehen in diesem Deliktsfeld abbildet. Da es sich bei der Betäubungsmittelkriminalität überwiegend um sogenannte „Holkriminalität“ handelt und Ermittlungsverfahren in diesem Bereich sehr ressourcenintensiv sind, können solche Verfahren durch die Kantonspolizei Obwalden aktuell nur vereinzelt geführt werden.

Verstösse gegen das Ausländer- und Integrationsgesetz

Im Bereich des Ausländer- und Integrationsgesetzes (AIG) sind die Delikte erneut angestiegen. Im letzten Jahr wurden 48 Delikte nach diesem Gesetz bearbeitet (+23%). Eine Zunahme konnte insbesondere im Bereich der „illegalen Erwerbstätigkeit/Beschäftigung“ (18 auf 24 Fälle) festgestellt werden. Zudem wurde ein Fall der Förderung der „illegalen Ein-/Ausreise oder des rechtswidrigen Aufenthalts“ bearbeitet. Die übrigen Tatbestände dieses Deliktsfeldes sind entweder im Rahmen des Vorjahres verblieben oder sind gesunken. Auch in diesem Deliktsfeld bildet die Kriminalstatistik nicht die tatsächliche „Lage“ ab, sondern primär die Kontrolltätigkeit der Behörden.

 

Quelle: Kantonspolizei Obwalden
Bildquelle: Kantonspolizei Obwalden

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