Ab heute Hundstage = heisseste Zeit des Jahres – auch 2021?

Heute am 23. Juli beginnen die sogenannten Hundstage, welche bis zum 23. August dauern. Traditionell bezeichnen die Hundstage die heissesten Tage des Jahres. Dieses Jahr beginnen die Hundstage heute zwar ziemlich heiss, die Hitze geht aber bereits am Wochenende durch teilweise heftige Gewitter zu Ende. Danach ist es bis mindestens Mitte der kommenden Woche sehr wechselhaft, immer wieder nass und sicher nicht heiss. Auch in der zweiten Wochenhälfte zeichnet sich kein stabiles Hoch mit heissem Wetter ab.

Wie MeteoNews in einer Mitteilung schreibt, beginnen heute die Hundstage, die oft die heisseste Zeit des Jahres darstellen und bis zum 23. August dauern. Wie sieht es nun aber in diesem Jahr aus, nachdem der bisherige Sommer eher durchzogen war? Dazu neben einigem Wissenswertem rund um die Hundstage nachfolgend mehr.

Woher stammt der Name Hundstage?

Man könnte meinen, der Begriff Hundstage stamme von Sommertagen, die so unerträglich heiss sind, dass Hunde nur noch hechelnd auf dem Boden liegen. Der tatsächliche Ursprung des Begriffs ist aber ein astromomischer. Aus astronomischer Sicht beginnen die Hundstage nämlich mit dem ersten sichtbaren Aufgang des Hauptsterns Sirius des Sternbilds „Grosser Hund“ mit seinem hellsten Stern Sirius (Hundsstern). Dass die Hundstage mit besonders heissem Wetter einhergehen, stammt übrigens aus der Römerzeit. Durch die Präzession der Erdachse hat sich jedoch die Zeit der Hundstage um etwa vier Wochen verlagert. Der Aufgang des Sterns Sirus ist bei uns mittlerweile erst Ende August zu beobachten und damit eher ein Zeichen für den bevorstehenden Herbstanfang. Dennoch werden die heissesten Wochen des Jahres traditionell immer noch als Hundstage bezeichnet.

Warum ist es in dieser Zeit normal am wärmsten?

Obwohl die Tage im Zeitraum zwischen dem 23. Juli und 23. August schon wieder deutlich kürzer werden, liegen die statistisch heissesten Tage des Jahres dennoch in dieser Zeitspanne. Dies ist so, da sich einerseits die Erdoberfläche aufgrund ihrer Trägheit sehr langsam erwärmt und andererseits sich in dieser Zeit oft eine stabile Hochdrucklage einstellt und der Jetstream über Nordeuropa verläuft. Tiefdruckgebiete machen demzufolge oft einen grossen Bogen um Mitteleuropa.

Wie sieht es dieses Jahr mit den Hundstagen aus?

Bisher war der Sommer eher wechselhaft, längere Hochdrucklagen waren die Ausnahme, Tiefdruckgebiete bestimmten immer wieder unser Wetter. Dies wird sich vorläufig nicht ändern. Muss zuerst am Samstag in der zweiten Tageshälfte und in der Nacht auf Sonntag mit teils unwetterartigen Gewittern gerechnet werden, fällt danach insbesondere am Montag und Dienstag teilweise viel gewittrig durchsetzter Regen. Bis Mittwochmorgen kommt so vor allem im Süden viel Regen zusammen, wobei die Regenmengen noch immer von den verschiedenen Wettermodellen nicht einheitlich berechnet werden (nachfolgend die Regensummen bis Mittwochmorgen beim europäischen Wettermodell ECMWF und beim amerikanischen Wettermodell GFS).

Aus heutiger Sicht ergeben sich auf der Alpensüdseite bis zum Donnerstagmorgen 100 bis 150 mm Regen, Ausreisser bis gegen 200 mm sind möglich. Auf der Alpennordseite sind die erwarteten Regensummen dagegen sehr verschieden modelliert: ECMWF macht „nur“ zwischen 15 und knapp über 50 Litern, GFS dagegen zwischen 30 und über 100 Litern. Was gestern schon gesagt wurde, gilt dabei weiterhin: Zwar erwartet uns kein flächendeckender Dauerregen, aber doch immer wieder Regengüsse mit hohen Intensitäten. Diese Niederschläge sind räumlich sehr inhomogen verteilt. Die Böden sind nach wie vor gut mit Wasser gesättigt, die Gefahr von Hangrutschungen und Vermurungen dürfte so wieder ansteigen. Natürlich kommt auch wieder viel Wasser in den Abfluss, Bach- und Flusspegel steigen zuerst an.

Die grösseren Seen reagieren langsamer, in Abhängigkeit der genauen Niederschlagsmengen muss wohl mit stagnierenden oder wieder steigenden Wasserständen gerechnet werden! Die Gefährlichkeit der Lage hängt aber wie erwähnt von den noch immer sehr ungenau modellierten Regenmengen ab, MeteoNews hält Sie dazu auf dem Laufenden.
Auch in der zweiten Wochenhälfte und bis in den August hinein hält die unbeständige Witterung mit wiederholt aufziehenden Tiefs an. Man muss sich fragen, ob die veränderliche Witterung nicht über die gesamte Zeit der Hundstage anhält und damit Letztere in diesem Jahr sogar ganz ausfallen! Die Siebenschläferregel würde dafür sprechen…

Es ist somit nicht ausgeschlossen, dass die maximalen bisher in diesem Sommer auf der Alpennordseite gemessene Temperaturen von 33,6 Grad in Bad Ragaz und auf der Alpensüdseite von 34,3 Grad in Locarno-Magadino in diesem Sommer nicht mehr übertroffen werden.

Karten finden sich hier.

 

Quelle: MeteoNews
Titelbild: Symbolbild © rommma – shutterstock.com

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