Lehrer fälschten massenhaft Schulnoten

20.07.2011 |  Von  |  Weltgeschehen
Lehrer fälschten massenhaft Schulnoten
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Lehrer, die Schulnoten fälschen – wo gibt’s denn so was? Antwort: In Atlanta, der Hauptstadt des US-Bundesstaats Georgia. Dort frisierten Lehrer massenhaft über Jahre die Noten ihrer Schüler, um sie bei standardisierten nationalen Tests gut abschneiden zu lassen. Ziel war es, Millionen an Subventionen des Bundes und privater Stiftungen abzugreifen.

44 von 52 öffentlichen Grund- und Mittelschulen beteiligten sich am Fälschungscoup. Mit Mafiamethoden stifteten Schuldirektoren ihr Kollegium an, dem Leistungsvermögen der Schüler auf dem Papier künstlich nachzuhelfen. 82 von 178 belasteten Lehrern haben bereits gestanden. Ein halbes Dutzend Spitzenbeamte und zwei Schuldirektoren sind zurückgetreten. Lehrern drohen nun Anklagen wegen dienstrechtlicher Verstösse und Urkundenfälschung.

Aufgedeckt wurde der Skandal durch die Zeitung „Atlanta Journal Constitution“. Journalisten, die sich über die überdurchschnittlichen Testergebnisse der Schulen wunderten, forschten nach und riefen staatliche Prüfer auf den Plan. Im Visier der Kritik: Beverly Hall, elf Jahre lang Superintendentin für die öffentlichen Schulen Atlantas. Sie habe von den Vorfällen gewusst, so der Vorwurf. Für die ausserordentlichen Leistungen der Schulen hatte sich Hall mit Preisen und Lob überschütten lassen.

Als Anreizsystem für den grossflächigen Notenschwindel wirkte der Act „No Child Left Behind“, geschaffen von George W. Bush. Das Programm bindet Bundessubventionen an überprüfbare Kriterien und Leistungen. Schulen müssen definierte Standards erreichen. Tun sie das wiederholt nicht, drohen Sanktionen bis bin zu Schliessungen.

Kein Wunder, dass sich gerade arme Brennpunktschulen mit hohem Anteil an Minderheiten zum Frisieren der Testergebnisse angespornt sahen, um sich so gegen die reichen Schulen in den weissen Vororten zu behaupten.

Es ist eben wie bei Kindern: Bekommen sie für gute Noten Extra-Taschengeld, ist der Anreiz zum Notenfälschen umso grösser. Nur dass hier Lehrer die „Verführten“ waren.

 

Titelbild: © Food photo – Fotolia.com

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