Gerangel um Bewerber für ICT-Ausbildung

18.08.2014 |  Von  |  Allgemein

[vc_row][vc_column][vc_column_text]Oftmals wird von einem Mangel an Lehrlingen in der Schweizer Wirtschaft gesprochen. Das mag viele Branchen betreffen, im Bereich Informatik und Kommunikationstechnik trifft das so nicht zu. Hier sind derzeit mehr Lehrstellen als Bewerber vorhanden, was zu einem regelrechten Gerangel um die besten Bewerber führt.

Die zukünftigen Lehrlinge im ICT-Bereich freut das. Die können nämlich oftmals unter mehreren Lehrstellen wählen und sich hier die Rosinen herauspicken. Allerdings scheint das nur ein momentaner Zustand zu sein. Besonders der Mangel an Frauen in ICT-Berufen und der künftig verstärkte Bedarf an Informatik- und Mediamatik-Spezialisten können den derzeitigen Zustand schnell umkehren.

Verband ICT-Berufsausbildung fordert 4’000 neue Lehrstellen

Mit Blick auf den zukünftigen Bedarf an ICT-Spezialisten am Wirtschaftsstandort Schweiz fordert der Verband ICT-Berufsausbildung bereits jetzt die Schaffung von 4’000 neuen Lehrstellen in den unterschiedlichen Branchen. Während im Bereich IT-Technik die Entwicklung derzeit recht ausgewogen verläuft, bilden viele andere Branchen zu wenig ICT-Lehrlinge aus. Das könnte den bereits bestehenden beziehungsweise voraussehbaren Fachkräftemangel in vielen Bereichen verstärken.

Eine Entlastung sieht der Verband hier nur in der Möglichkeit, das Lehrstellenangebot im ICT-Segment künftig stärker auszubauen. Dabei wird auch nicht verschwiegen, dass die vorberufliche Ausrichtung in den Schulen offenbar zu kurz kommt. Auch wenn die ausbildenden Unternehmen jetzt noch nach den am besten qualifizierten Schulabgängern Ausschau halten können und sich hier in den Angeboten regelrecht überschlagen, dürfte diese Auswahl in der nächsten Zeit wohl schwieriger werden, wenn nicht schon in der Schulausbildung Berufe in der ICT-Branche verstärkt umworben werden.

Frauen in die Informations- und Mediamatik-Ausbildung!

Mit nur zehn % gehören Frauen in den ICT-Berufen immer noch zu den Exoten. Das sollte sich nach Ansicht des Verbandes umgehend ändern. Besonders Frauen seien auch für diese Berufe ausserordentlich gut geeignet, sodass es keinen nachvollziehbaren Grund gibt, warum der Anteil der weiblichen Lehrlinge noch immer so gering ist.

Auch hier muss in der Schule mehr Aufklärungsarbeit bezüglich der Vielfalt der ICT-Berufe erfolgen. Immerhin tragen solche Aktivitäten auch dazu bei, dass am Standort Schweiz künftig ausreichend Bewerber für die bestehenden und noch zu schaffenden Lehrstellen vorhanden sind. Die Entwicklung in der Wirtschaft und Technologie zeigt, dass Informatik- und Mediamatikberufe zunehmend angefragt werden. Unterstrichen wird diese Tatsache dadurch, dass Lehrlinge in den entsprechenden Berufsfeldern ihre getroffene Wahl nur äusserst selten bereuen. Die Berufs- und Entwicklungschancen in den ICT-Berufen werden als ausserordentlich gut eingeschätzt.

Mehr eigene Spezialisten ausbilden

Die Entwicklung des Arbeitsmarktes im Segment der ICT-Berufe dürfte in den nächsten Jahren schwieriger werden. Ganz gleich, wie beispielsweise auch die Initiative zur Begrenzung der Masseneinwanderung umgesetzt werden wird. Immerhin kann sich die Schweiz nicht fortdauernd auf die Spezialisten aus dem Ausland verlassen. Schon deshalb nicht, weil auch dort die ICT-Experten gebraucht werden.

Da macht es Sinn, die Werbung für die Ausbildungsberufe in der Informations- und Kommunikationstechnik zu verstärken und gleichzeitig das Angebot an Lehrstellen auszubauen. Besonders Unternehmen unterschiedlichster Branchen, die jetzt schon einen künftig erhöhten Bedarf an ICT-Spezialisten signalisieren oder voraussehen, sollten sich in der Ausbildung des eigenen Fachkräfte-Nachwuchses mehr engagieren. Denn letztlich sind die im eigenen Betrieb ausgebildeten Spezialisten oftmals besser mit den Gegebenheiten vertraut als “eingekaufte” Fachleute.

Kein Mut zum Risiko

Es bedarf keines Mutes zum Risiko, wenn in einzelnen Branchen die ICT-Ausbildung verstärkt in den Fokus der Entwicklung gerückt wird. Dafür spricht allein schon die Tatsache, dass künftig in fast allen Branchen mehr Informatik- und Kommunikationstechniker gebraucht werden. Wer davor die Augen verschliesst, gefährdet letztlich seine eigene Zukunft am Markt.

Noch immer scheuen viele Unternehmen vor der Eigenausbildung des benötigten Nachwuchses zurück. Zu hohe Kosten, möglicherweise im Anschluss keine geeigneten Arbeitsplätze und ein Mangel an geeigneten Ausbildern sind da oftmals die Gründe, die vorgeschoben werden. Allerdings beisst sich hier manchmal die Katze in den eigenen Schwanz. Wenn auf der einen Seite keine hervorragend qualifizierten ICT-Fachleute ausgebildet werden, kann im Nachgang auch nicht der Mangel an geeignetem Fachpersonal für die ICT-Ausbildung beklagt werden.[/vc_column_text][vc_separator color=”grey”][vc_column_text]

Kleine Betriebe und der Mittelstand haben Aufholbedarf. (Bild: Monkey Business Images / Shutterstock.com)

Kleine Betriebe und der Mittelstand haben Aufholbedarf. (Bild: Monkey Business Images / Shutterstock.com)

[/vc_column_text][vc_separator color=”grey”][vc_column_text]Kleine Betriebe und der Mittelstand haben Aufholbedarf

Besonders kleine Betriebe und zum Teil auch der Mittelstand müssen bei der Ausbildung ihres eigenen Nachwuchses auch im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik deutlich aufholen. Während grosse Konzerne hier weniger Probleme haben, zeigt sich der Mittelstand genauso zurückhaltend wie vor allem viele kleine Betriebe. Die dürften am Wirtschaftsstandort Schweiz allerdings nur dann Bestand haben, wenn sie sich der Herausforderungen der Zukunft aktiv und engagiert stellen. Zögerliches Handeln kann hier schnell zu Engpässen führen, die dann nur schwer oder gar nicht zu füllen sind.

Gerade schon jetzt, wo sich die Lehrlinge den Lehrbetrieb noch aussuchen können, darf nicht einfach nur auf die am besten vorgebildeten Bewerber geschielt werden. Vielmehr kommt es darauf an, sowohl in der Schule als auch in den Unternehmen bessere Bedingungen für eine verstärkte ICT-Berufsausbildung auch in der Zukunft zu schaffen. Und zwar jetzt!

 

Oberstes Bild: © Andresr – Shutterstock.com[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]


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