Tuning von Autos – das wird der Polizei nicht gefallen

Tuning von Autos - das wird der Polizei nicht gefallen
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„Alles, was Spass macht“…

…macht dick, ist teuer oder ist illegal. Das gilt leider auch für das Auto Tuning. So sehr Auto fahren in Deutschland auch für Freiheit und Geschwindigkeit steht – der gesetzliche Rahmen für das eigene Gestalten am Auto ist sehr eng. Das gilt praktisch für das ganze Auto: Ob Lichtanlage, Karosserie, Fahrwerk oder Motor verändert werden soll, muss stets mit dem gesetzlichen Rahmen abgeglichen werden. Sonst drohen nur im günstigsten Fall Bussgelder. Im schlimmsten Fall wird das Auto eingezogen und der begeisterte Schrauber verliert seinen Führerschein.

Die Grenzen beim Bremsen-Tuning

Immerhin hat sich in der Tuning-Szene inzwischen herum gesprochen, dass eine gesteigerte Motorleistung auch stets mit einer angepassten Bremsanlage begleitet werden muss. Sonst zerbröselt es rasch die Serien-Bremsbeläge und die Bremsscheiben verwandeln sich in flüssiges Roheisen, wenn sie versuchen mit der neu eingerichteten Motorkraft zurecht zu kommen. Dennoch: Beim Bremsen Tuning ist alles andere als fröhliches Drauflosschrauben angezeigt. Bremsen sind so ziemlich der sensibelste Teil an einem Auto. Wir empfehlen grundsätzlich, alle Arbeiten an der Bremse nur von Fachwerkstätten durchführen zu lassen.

Wer unbedingt selbst schrauben möchte, der sollte stets auf eintragungsfähige bzw. zugelassene Teile achten. Es ist durchaus möglich, mit der Wahl von hochwertigen Bremsscheiben und Belägen ein deutliches Plus an Bremsleistung zu generieren. Der Hersteller BREMBO hat dazu zahlreiche interessante Produkte in seinem Programm. Als einer der Marktführer für Bremssysteme ist BREMBO vor allem für sportliche und sehr hochwertige Fahrzeuge ein Erstausrüster. In der Tuning-Szene gilt die „Brembo-Bremse“ schon seit vielen Jahren als Merkmal für Qualität, Zuverlässigkeit und Leistung.

Dennoch: Es ist stets darauf zu achten, ausschliesslich für den eigenen Fahrzeugtyp zugelassene Bremssysteme zu verwenden. Viel hilft in diesem Fall nicht viel – eine illegale Bremse am Auto ist, was sie ist – einfach nur illegal.



Breite Spur – direkt beschlagnahmt

Ein tiefes und breites Auto macht schon was her. Der bullige Auftritt, die breiten Reifen – das lässt niemanden wirklich kalt. Leider ist gerade diese Tuning-Massnahme besonders auffällig. Wird hier nicht alles nach Recht und Gesetz durchgeführt, kann man bei jeder Ausfahrt mit einer Polizeikontrolle rechnen. Als Faustregel kann man sich an folgendes halten: Die Räder dürfen niemals nach aussen über die Karosserie hinaus ragen. Ist das der Fall, wird das Auto eingezogen und stillgelegt. Zu der Montage von Breitreifen und Distanzscheiben gehören deshalb immer auch Modifikationen an der Karosserie. Bei leichteren Spurverbreiterungen genügt in der Regel der „gezogene Radlauf“.

Dabei wird mit Hilfe eines Bördelgeräts die Karosserie entlang es Radlaufs gleichmässig aufgebogen. Diese Arbeit sollte man nur Fachwerkstätten überlassen, da man sonst sehr schnell einen grossen Schaden am Auto anrichten kann. Reicht der gezogene Radlauf nicht aus, kann mit aufgesetzten Karosserieverbreiterungen gearbeitet werden, um eine breitere Spur noch innerhalb der Schutzeinhausung zu halten. Doch spätestens dann wird definitiv der Rahmen betreten, bei dem die Polizei sehr genau hinsieht. Es ist deshalb enorm wichtig, nur Bauteile mit einer Allgemeinen Betriebserlaubnis (ABE) zu verwenden und sich bei jedem Umbau den entsprechenden TÜV-Eintrag zu besorgen.

Letztendlich muss man sich aber auch fragen, wofür eine extreme Spurverbreiterung denn gut sein soll. Die Fahrzeuge sind eigentlich ab Werk bereits optimal auf den Gebrauch in allen Strassenlagen ausgelegt. Eine breitere Spur fördert zwar einen stabilen Geradeauslauf – dafür wird das Fahren entlang kurvenreicher Strecken umso anstrengender.


Beim Reifen-Tuning das Gesetz beachten (Bild: Kzenon - shutterstock.com)

Beim Reifen-Tuning das Gesetz beachten (Bild: Kzenon – shutterstock.com)


Weitere Tuning-Sünden mit Folgen

Auch wenn die Fahrzeuge aus „The Fast and the Furious“ noch so sehr begeistern – das Meiste, was in diesen Filmen zu sehen ist, ist in Deutschland nicht im Entferntesten zulassungsfähig. Lachgas-Einspritzungen, bis zur Unendlichkeit hoch gezüchtete Motoren, umgebaute Abgasanlagen – all das ist für die Show auf dem Parkplatz gut, im öffentlichen Verkehrsraum aber absolut tabu. Darum: Auch bei der Auswahl von Sportauspuff, Motortuning oder Fahrwerksänderungen stets auf die ABE achten und alles eintragen lassen, was möglich ist. So spart man sich empfindliche Strafen.

Zuviel Licht führt vors Gericht

Autos sind keine Christbäume. Die heute verfügbaren LED-Lampen sind zwar äusserst verführerisch, ans Auto darf aber nur, was eine Prüfnummer hat. Darüber hinaus gibt es viele beliebte Leuchtumbauten, die in jedem Fall illegal sind. Die Unterboden-Beleuchtung ist zwar nachts ein ganz besonderer Hingucker. Es ist aber leider nicht erlaubt. Auch der Einbau superstarker LEDs in Rücklichter, Blinker oder Bremslichter sind nicht gestattet, wenn keine ABE vorliegt. Man kann mit Sicherheit davon ausgehen, dass die nächtlichen Polizeistreifen auch für diese Tuning-Sünden ein ganz besonders gut geschultes Auge haben.

 

Titelbild: SHINPANU – shutterstock.com


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