Überfall vorgetäuscht: Iraner ritzte sich selbst Hakenkreuz in die Haut

Bielefeld Brackwede. Nachdem ein 19-jähriger iranischer Staatsangehöriger gegenüber der Polizei angegeben hatte, am Mittwoch, 11.11.2020, in Brackwede, im Bereich Niemöllershof, von einer rechten Personengruppe überfallen und verletzt worden zu sein, räumte er am Freitagabend ein, sich die Verletzungen – unter anderem eine Schnittwunde in Form eines Hakenkreuzes auf der Haut – selbst zugefügt zu haben.

Am späten Abend des Freitag, 13.11.2020, erschien er unaufgefordert in Begleitung seiner Familie und eines Bekannten bei der Polizeiwache Nord und wollte sich äußern.

In einer Vernehmung räumte er ein, dass der beschriebene Überfall nicht stattgefunden und er sich im Bereich Niemöllershof die Verletzungen mit einem Messer selbst zugefügt habe. Ein Passant habe ihn dann dort verletzt angetroffen und einen Krankenwagen gerufen.

Als Grund für die Vortäuschung gab er an, er habe durch die anschließende öffentliche Bekanntmachung des Sachverhalts Aufmerksamkeit erregen wollen.

Gegen den 19-Jährigen wurde ein Strafverfahren wegen Vortäuschens einer Straftat eingeleitet.

Meldung vom 13.11.2020 – 15:56

Staatsschutz ermittelt nach mutmaßlich rechtsextremistischem Übergriff – Zeugen gesucht

Bielefeld Brackwede. Ein 19-jähriger iranischer Staatsangehöriger wurde nach eigenen Angaben am Mittwoch, 11.11.2020, 19.25 Uhr, in Brackwede, im Bereich Niemöllershof, von einer rechten Personengruppe überfallen und verletzt.

Der Staatsschutz der Polizei Bielefeld übernahm die Ermittlungen und sucht Zeugen des Vorfalls.

Nach eigenen, teils voneinander abweichenden ersten Angaben war der Mann beim Joggen von einer Gruppe von vier bis fünf Männern überfallen worden. Diese seien vereinzelt durch Nazi-Symbole erkennbar der rechten Szene zuzuordnen gewesen und hätten ihm Verletzungen, unter anderem eine Schnittwunde in Form eines Hakenkreuzes auf der Haut, zugefügt.

Seine oberflächlichen Verletzungen wurden im Krankenhaus behandelt. Die Männer beschrieb der Bielefelder als deutschsprachig, ohne Bart, circa 1,80 m groß, schlank und athletisch. Alle Personen sollen Mützen oder Kappen und Masken getragen haben. Die Maske einer Person soll mit einem Logo der Marke “adidas” bedruckt gewesen sein und eine Person soll einen dunkelroten Pullover getragen haben.

Die Polizei leitete unmittelbar nach der beschriebenen Tat eine großflächige Fahndung ein, die jedoch erfolglos verlief. Der Melder, an den sich das Opfer vor Ort gewandt hatte, konnte keine weiteren sachdienlichen Auskünfte zu der beschriebenen Tat erteilen. Auch die Tatortaufnahme sowie die Absuche im Bereich des Tatortes mit einem Diensthund erbrachten keine weiteren relevanten Erkenntnisse zu dem angezeigten Sachverhalt.

Die weiteren Ermittlungen ergaben, dass das Opfer im Januar dieses Jahres bereits eine ähnliche Tat zu seinem Nachteil angezeigt hatte. Die Ermittlungen hatten diesbezüglich nicht zur Aufklärung und Identifizierung von Tatverdächtigen geführt.

Der Staatsschutz ermittelt derzeit noch in alle Richtungen. Es ist zum aktuellen Stand der Ermittlungen weder auszuschließen, dass die erlittenen Verletzungen durch eine politisch motivierte Körperverletzung verursacht worden, noch dass diese auf anderem Wege entstanden sind.

Zur Untersuchung der Verletzungen wurde eine Rechtsmedizinerin beauftragt. Nach einer ersten Einschätzung der Rechtsmedizinerin stimmen die Verletzungen nicht in vollem Umfang mit den Angaben des 19-Jährigen überein. Die Ermittlungen dauern weiter an.

Der junge Mann hatte den Sachverhalt in Social Media öffentlich bekannt gemacht und dabei Vorwürfe der Nötigung gegen die Polizei erhoben. Die Vorwürfe werden zur weiteren Bewertung an die Staatsanwaltschaft übermittelt.

Zur weiteren Erhellung des Sachverhalts bittet die Polizei um Zeugenhinweise. Wer hat am Mittwoch, 11.11.2020, in diesem Zusammenhang verdächtige Beobachtungen im Bereich Niemöllershof in Brackwede gemacht? Zeugen melden sich bitte bei der Polizei Bielefeld, Staatsschutz, unter Tel. 0521/545-0.

 

Quelle: Polizei Bielefeld
Titelbild: Olaf Ludwig – shutterstock.com


2 Kommentare


  1. Dreiste Dummheit! Intelligente Einwanderer wären besser für unser Vaterland. Ich hoffe das bemerkt auch unsere Regierung. Die Hoffnung stirbt zum Schluss. Also hoffen wir, dass Frau Merkel & Co ihren Job mal so vorbildlich machen wie unsere Polizei.

  2. Kein Geld für Obdachlose, Alleinerziehende, Rentner und unverschuldet arbeitslose Menschen. Die Kosten für solche Verbrechen werden selbstverständlich übernommen. Die iranische Familie kann leider nicht zur Kasse gebeten werden, da ja sofort wieder der Rassismus-Keule geschwungen wird.

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