PID-Verbot soll in der Schweiz gelockert werden: Kommt jetzt der Mensch nach Mass?

28.06.2012 |  Von  |  News
PID-Verbot soll in der Schweiz gelockert werden: Kommt jetzt der Mensch nach Mass?

Bislang war in der Schweiz PID (= Präimplantationsdiagnostik) verboten. Gemeint ist damit die genetische Untersuchung von Embryonen im Rahmen einer künstlichen Befruchtung. Doch künftig will der Bundesrat das PID-Verbot lockern. Gesundheitsminister Alain Berset wurde beauftragt, bis im Frühjahr 2013 die Botschaft zu den entsprechenden Gesetzentwürfen auszuarbeiten.

Neu sollen Paare mit erblicher Vorbelastung, bei denen die Gefahr besteht, dass ihr Kind von einer schweren Erbkrankheit betroffen sein könnte, die PID in Anspruch nehmen können. Dies teilte das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Donnerstag mit. Alle anderen PID-Anwendungsmöglichkeiten bleiben jedoch verboten. So sollen Embryonen weiterhin nicht auf Trisomie 21 untersucht werden dürfen. Auch die Auswahl von „Retter-Babys“ zur Gewebespende für kranke Geschwister bleibt verboten.

Acht statt drei Embryonen dürfen entwickelt werden

Ferner sollen künftig pro Zyklus bis zu acht – statt bislang bis zu drei – Embryonen in vitro (= im Reagenzglas) entwickelt werden dürfen. Die sogenannte „Dreier-Regel“ wird damit durch eine „Achter-Regel“ ersetzt. Begründet wird dies damit, dass erblich belastete Paare dieselben Chancen auf einen übertragbaren Embryo erhalten sollen wie unbelastete Paare. Zudem soll das Verbot aufgehoben werden, Embryonen aufzubewahren, um sie allenfalls später zu übertragen. Dadurch soll die Zahl der Mehrlingsschwangerschaften gesenkt werden, die mit Risiken für Mutter und Kinder verbunden sind.

Diese Neuerungen machen eine Änderung des Verfassungsartikels 119 über Fortpflanzungsmedizin und Gentechnologie im Humanbereich sowie des Fortpflanzungsmedizingesetzes nötig.


Kommentar: Mit der Lockerung des PID-Verbots ist die Tür zum „Menschen nach Mass“ aufgestossen. Nur genetisch geprüfte, gesunde Embryonen dürfen überleben, kranke landen in der Mülltonne. Das heisst doch, dass nur gesunde Menschen mit einem „genetischen Qualitätssiegel“ ein Überlebensrecht zugesprochen bekommen. Menschen mit „schlechtem“ Erbgut werden dagegen präventiv vorgeburtlich „entsorgt“.

Ja, Embryonen sind auch Menschen. PID-Befürworter negieren, dass die Würde des Menschen vom Beginn des Lebens besteht. Einen Embryo zu töten, ist moralisch genauso verwerflich, wie einen Menschen im späteren Stadium seines Lebens zu töten. Das lässt sich aus ethischen Grundregeln zwingend herleiten (siehe hier). Somit ist die Tötung eines erblich belasteten Embryos moralisch auch nicht besser als die Tötung eines kranken Kleinkindes. In beiden Fällen zeigt sich letztlich die gleiche zynische Denkungsweise.

Paare, die PID nutzen wollen, befinden sich in dem sonderbaren Glauben, nicht nur ein Recht auf ein Kind zu haben, sondern auch ein Recht auf ein gesundes Kind. Diese Auffassung teile ich ganz und gar nicht. Kinder sind aus meiner Sicht ein Geschenk, das Eltern so nehmen sollten, wie „es kommt“. Manchmal wird Eltern dieses Geschenk trotz eines Kinderwunsches auf natürlichem Weg nicht zuteil. Doch es gibt es wunderbare Alternativen – sei es die Aufnahme eines Pflegekindes oder eine Adoption.

Dass Barbarei letztlich die Kehrseite des technischen Fortschritts sei, meinte der Sozialphilosoph Theodor W. Adorno entdeckt zu haben. Er nannte das „Dialektik der Aufklärung“. Anscheinend hatte er Recht – und offenbar gilt das auch für den medizintechnischen Fortschritt. Vordergründig führt PID zu glücklichen Eltern mit gesunden Kindern. Doch um den Preis, dass anderes (für qualitativ schlecht befundenes) menschliches Leben dafür geopfert wurde. Kurz gesagt: Ich denke nicht, dass PID die Welt besser macht. Eher kälter.

 

Oberstes Bild: © koya979 – shutterstock.com

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9 Kommentare


  1. Viele sehen den Embryo nicht als gleichwertiges menschliches Leben an, denn ohne Hirn kann er weder etwas empfinden noch hat der Bewustsein und kann sich damit nicht in seiner Menschenwürde verletzt fühlen. Es wird auch der Geburtstag und nicht der Zeugungstag gefeiert. Das Judentum und der Islam haben damit auch weniger Probleme, weil ,wie lange Zeit auch im Christentum, die Beseelung erst nach 40 Tagen bzw. 80 statt findet. Außerdem sterben sowieso ca. 3/4 aller Embryonen, weil sie sich nicht einpflanzen. Warum sollte man den bilinden und grausamen Zufaff vorziehen? Die Natur hat kein Gewissen; es entstehen Kinder, die nach furchtbaren Quellen direkt nach der Geburt sterben oder ein Leben lang drunter leiden.
    Nach kath. Lehre kommen die „ungetauften Kinder“ nicht mehr ins Fegefeuer sondern direkt in den Himmel. Warum ist der Tod dann so schlimm für die Zellhaufen.

    • Hallo Duriel,

      „Viele sehen den Embryo nicht als gleichwertiges menschliches Leben an, denn ohne Hirn kann er weder etwas empfinden noch hat der Bewustsein und kann sich damit nicht in seiner Menschenwürde verletzt fühlen.“

      Ob der Embryo schon in der Lage ist, zu fühlen oder Schmerz zu empfinden, spielt für die Frage, ob das Töten eines Embryos legitim sei, keine Rolle. Entscheidend ist, dass der Embryo eine Zukunft vor sich hat, die ihm durch den gewaltsamen Eingriff genommen wird. Das macht das Töten des Embryos moralisch verwerflich – wie auch das Töten eines Kindes oder eines Erwachsenen.

      Diese Position vertritt übrigens auch der US-amerikanische Ethiker Donald Bagley Marquis in seinem Aufsatz „Why Abortion is Immoral”. Er vermeidet darin sowohl Fehlschlüsse, wie sie religiöse Gegner der Abtreibung begehen, als auch solche, die nichtreligiöse Befürworter der Abtreibung begehen.

      „Es wird auch der Geburtstag und nicht der Zeugungstag gefeiert. Das Judentum und der Islam haben damit auch weniger Probleme, weil ,wie lange Zeit auch im Christentum, die Beseelung erst nach 40 Tagen bzw. 80 statt findet.“

      Man muss auch nicht religiöse Argumente für oder gegen das Töten eines Embryos ins Feld führen, siehe oben. Es genügt, ethische Grundregeln zu beachten.

      Eine essentielle Grundregel besagt, dass sowohl gegenwärtige als auch künftige Interessen eines Individuums an Leben und Unversehrtheit nicht verletzt werden dürfen. Diese Interessensverletzung ist zu jedem Stadium des menschlichen Lebens gleichermassen verwerflich – ob nun bei einem Embryo, bei einem Kind oder bei einem Erwachsenen. Dem Embryo diesen Schutz nicht zu gewähren, Kindern und Erwachsenen aber schon, wäre Willkür.

      „Außerdem sterben sowieso ca. 3/4 aller Embryonen, weil sie sich nicht einpflanzen. Warum sollte man den bilinden und grausamen Zufaff vorziehen?“

      Dass Embryonen auch von allein sterben können, kann kein Argument sein, das Töten eines Embryos zu rechtfertigen. Denn auch ein Kind kann durch eine Krankheit sterben – das macht es nicht legitim, ein Kind zu töten.

      „Die Natur hat kein Gewissen; es entstehen Kinder, die nach furchtbaren Quellen direkt nach der Geburt sterben oder ein Leben lang drunter leiden.“

      Ein schwer behindertes Kind kann sich sehr wohl ins Leben kämpfen. Es gibt ja genügend eindrucksvolle Fälle. Das Recht, zu entscheiden, welches Kind leben darf und welches nicht, steht meiner Meinung niemanden zu. Das liefe auf eine vorgeburtliche Selektion zwischen „wertem“ und „unwertem“ Leben hinaus, die ich aus guten Gründen – siehe oben – ablehne.

      • Welch freundliche Begrüßung Chris, das hat man selten.

        Durch die Ablehnung der PID wird aber das Lebensrecht der durch selbige gezeugt werden untersagt.

        „Das Recht, zu entscheiden, welches Kind leben darf und welches nicht, steht meiner Meinung niemanden zu.“
        Auch nicht den Eltern die unter einer schweren Erbkrankheit leiden und ihrem Nachwuchs das Leid resparen wollen?

        Was ich mit der Nichteinnistung sage wollte, ist niemanden iteressieren die Embryonen. Es wird nicht um sie getrauert oder ähnliches. Ein Gedankenspiel um es verständlich zumachen:
        Es brennt im Labor und sie können entweder einen schreienden Säugling oder eine Petrischal mit Embryoenen retten, was würden sie tun?

        „Entscheidend ist, dass der Embryo eine Zukunft vor sich hat, die ihm durch den gewaltsamen Eingriff genommen wird“
        Es ist eher andersrum nur durch den Eingriff (Implantation) hat der Embryo eine Chance überhaupt zur Person zu werden. Ohne PID würde der Embryo garnihct existieren und ohne Implantation nihct überleben.
        Eine Frage: ist es für sie verwerflich Eizellen zu entsorgen, die schon vom Spermium infiltriert sind aber noch keine Kernverschmelzung statt fand. Es ist ein juristischer Trick in Deutschland, um das Embryonenschutgesetz zu umgegen.

        „Man muss auch nicht religiöse Argumente für oder gegen das Töten eines Embryos ins Feld führen, siehe oben. Es genügt, ethische Grundregeln zu beachten.“
        Gibt es da auch bessere als die SKIP-Argumente? http://de.wikipedia.org/wiki/SKIP-Argumente

        „Eine essentielle Grundregel besagt, dass sowohl gegenwärtige als auch künftige Interessen eines Individuums an Leben und Unversehrtheit nicht verletzt werden dürfen.“

        Der Embryo hat soviel Interesse an Leben und Unversehrtheit wie ein Bakterium (Die PID wird meistens am 8-Zellstadium durch geführt) nämlich keines. Ein zukünftiges Interesse könnte er nur habe, wenn er nihct getötet würde.

        Dieses „Interessen eines Individuums an Leben und Unversehrtheit“
        gilt das nur für Menschen, dann ist das willkürlich und ungerecht:
        http://de.wikipedia.org/wiki/Speziesismus

  2. Zitat: “Das Recht, zu entscheiden, welches Kind leben darf und welches nicht, steht meiner Meinung niemanden zu.”
    Auch nicht den Eltern die unter einer schweren Erbkrankheit leiden und ihrem Nachwuchs das Leid resparen wollen?

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    Nein, das lehne ich in der Form ab. So bedauerlich dies auch sein mag, aber Eltern, die das Risiko nicht eingehen wollen, schwer kranken Nachwuchs zu bekommen, sollten auf eigenen Nachwuchs verzichten. Das bedeutet ja nicht, dass sie auf ein Leben mit Kindern grundsätzlich verzichten müssen.
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    Zitat: Ein Gedankenspiel um es verständlich zumachen:
    Es brennt im Labor und sie können entweder einen schreienden Säugling oder eine Petrischal mit Embryoenen retten, was würden sie tun?

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    Ich würde den Säugling retten. Daraus folgt aber nicht, dass ich deshalb auch das Töten eines Embryos für legitim halten müsste.

    Ein anderes Beispiel: Es brennt in einem Spitalzimmer und es kann entweder ein Komapatient oder eine Krankenschwester gerettet werden. In dem Fall würde ich die Krankenschwester retten. Daraus folgt aber natürlich nicht, dass ich es unter normalen Umständen gut heissen würde, wenn man gegenüber einem Komapatienten Hilfeleistung unterlässt oder diesen gar tötet.

    Ein anderes Beispiel ist die Triage in der Notfallmedizin, wo entschieden wird, wer knappe Mittel bei der Notfallversorgung zugeteilt bekommt. Auch daraus folgt keine Legitimierung des Tötens von Menschen.

    Die Dilemma-Situation ist folglich ungeeignet für die ethische Beurteilung, ob das Töten eines Embryos legitim sei oder nicht.

  3. Zitat: “Entscheidend ist, dass der Embryo eine Zukunft vor sich hat, die ihm durch den gewaltsamen Eingriff genommen wird”
    Es ist eher andersrum nur durch den Eingriff (Implantation) hat der Embryo eine Chance überhaupt zur Person zu werden. Ohne PID würde der Embryo garnihct existieren und ohne Implantation nihct überleben.

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    Nein, der Embryo existiert ja bereits (in diesem Fall durch künstliche Befruchtung). Durch PID wird dann entschieden, welcher Embryo überleben darf und welcher nicht. Da sich auch schwer kranke Kinder ins Leben kämpfen können, haben selbstverständlich auch solche belasteten Kinder eigentlich eine Zukunft vor sich. Diese Zukunft wird ihnen dann genommen. Mit der Begründung, dass diese Zukunft ja nicht lebenswert sei. Hier setzt ja meine Kritik an: Wer hat das Recht, zu entscheiden, welche Zukunft lebenswert ist und welche nicht – und dann zu entscheiden, wer leben darf und wer nicht?
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    Eine Frage: ist es für sie verwerflich Eizellen zu entsorgen, die schon vom Spermium infiltriert sind aber noch keine Kernverschmelzung statt fand. Es ist ein juristischer Trick in Deutschland, um das Embryonenschutgesetz zu umgegen.
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    Der Beginn des Lebens wird durch die Verschmelzung von Ei- und Samenzelle markiert. Da ich das künstliche Experimentieren mit menschlichen Embryonen ausserhalb des Mutterleibs ablehne, ist die Frage, die du stellst, so nicht relevant. Kurz: Ein menschlicher Embryo hat in einer Petrischale nichts zu suchen.
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    “Man muss auch nicht religiöse Argumente für oder gegen das Töten eines Embryos ins Feld führen, siehe oben. Es genügt, ethische Grundregeln zu beachten.”
    Gibt es da auch bessere als die SKIP-Argumente? http://de.wikipedia.org/wiki/SKIP-Argumente

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    Ja, zum Beispiel dieses Argument: “Eine essentielle Grundregel besagt, dass sowohl gegenwärtige als auch künftige Interessen eines Individuums an Leben und Unversehrtheit nicht verletzt werden dürfen.”
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    Zitat: Der Embryo hat soviel Interesse an Leben und Unversehrtheit wie ein Bakterium (Die PID wird meistens am 8-Zellstadium durch geführt) nämlich keines. Ein zukünftiges Interesse könnte er nur habe, wenn er nihct getötet würde.
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    „Ein zukünftiges Interesse könnte er nur habe, wenn er nihct getötet würde.“ Für diese Formulierung bin ich dir dankbar, weil sich genau daran der Widerspruch aufzeigen lässt, in dem sich Befürworter von Abtreibung und PID befinden. Du argumentierst so:

    1. Der Embryo wird kein Mensch mit bewusstem Lebensinteresse.
    2. Ich töte den Embryo nämlich vorher.
    3. Daher darf ich den Embryo töten (denn ich verletze sein Lebensinteresse nicht).

    Das ist aber unhaltbar. Dazu hatte ich bereits an anderer Stelle geschrieben:

    Ein gravierender Schnitzer unterläuft Abtreibungsbefürwortern im Punkt 2. Hier rückt die Tat – die Tötung – nämlich tatsächlich an den Anfang der Argumentationskette – statt dass die Berücksichtung der Interessen am Beginn steht und daraus die Beurteilung der Tat (mit der Option „durchführen“ oder „unterlassen“) folgt. Der Punkt 1 resultiert nämlich aus Punkt 2 (der Tat) und ist diesem logisch nachgeordnet.

    Sprich: Hier werden mit der Abtreibung erst Fakten geschaffen (es entwickelt sich keine Person), woraus dann die Legitimation für die Tat abgeleitet wird („ich habe die Interessen keiner Person verletzt“). Das mündet dann in einen Zirkelschluss, bei dem die Tat mit der Tat legitimiert wird. „Weil ich das werdende Kind töte, darf ich das Kind töten.“ Dies ist aber keine moralische Position und widerspricht allen üblichen moralischen Regeln.

    Wenn die Berücksichtigung der Interessen des werdenden Menschen am Anfang steht – und eben nicht die Tat -, muss die Argumentation korrekter Weise so aussehen:

    1. Das werdende Kind wird künftig ein bewusstes Interesse am Leben haben.
    2. Dieses Interesse ist zu schützen.
    3. Deshalb darf ich den werdenden Menschen nicht töten.

  4. Dein Argument mit dem Zirkelschluss ist mir neu und ziemlich gut
    Ich muss zugeben so gut habe ich noch keinen über das Thema diskutieren sehen.

    „Eltern, die das Risiko nicht eingehen wollen, schwer kranken Nachwuchs zu bekommen, sollten auf eigenen Nachwuchs verzichten.“
    Es ist aber etwas dreist ihnen das vorzuschreiben. Auch muss man bedenken, dass der legale Weg eine Schwangerschaft auf Probe ethisch für Frau und Kind schlimmer ist.
    Bei schweren Behinderungen, die direkt nach der Schwangerschaft zum Tod führen, ist eine PID doch ethischer. Doch sonst würde kein Kind geboren und du sprichst ihn den das zukünftige Lebensrecht ab. Auch wird durch Verhütungsmittel die Einnistung/Befruchtung verhindert, sodass einem zukünftigen Menschen das Leben verhindert wird.

    „Ich würde den Säugling retten. Daraus folgt aber nicht, dass ich deshalb auch das Töten eines Embryos für legitim halten müsste. “
    Das zeigt doch, dass auch du eine gestaffelte Menschenwürde anlegst und damit Embryo und Person nicht gleichwertig sind.

    „Mit der Begründung, dass diese Zukunft ja nicht lebenswert sei.“
    Ich sage nicht, dass das Leben nicht lebenswert sein kann, sondern dass ein Leben ohne Behinderung/Schwäche eine höhere Wahrscheinlichkeit hat erfüllt (weil mehr Möglichkeiten) und glücklicher (weil weniger Leid) zu sein. Ich würde es begrüßen, wenn statt mir ein besserer/glücklicher Mensch gezeugt worden wäre.

    Ich versteh nicht, was an der Nicht-Existens schlimm sein soll? Man leidet doch nicht unter NIcht-Existens und hat auch kein Bedürfnisse z.B. zu leben. Gerade für Religiöse scheint der Tod/NIcht-Existens das schlimmste über haupt zu sein. Ich kann das einfach nicht nach vollziehen.

    • Zitat: Es ist aber etwas dreist ihnen das vorzuschreiben. Auch muss man bedenken, dass der legale Weg eine Schwangerschaft auf Probe ethisch für Frau und Kind schlimmer ist.
      Bei schweren Behinderungen, die direkt nach der Schwangerschaft zum Tod führen, ist eine PID doch ethischer. Doch sonst würde kein Kind geboren und du sprichst ihn den das zukünftige Lebensrecht ab.

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      Die ethischen Probleme (Schwangerschaft auf Probe usw.) stellen sich nicht, wenn man auf künstliche Befruchtung ganz verzichtet. Ich stehe ja auf dem Standpunkt, dass es Paare als natur-/schicksalsgegeben hinnehmen sollten, wenn es mit dem Nachwuchs auf natürliche Weise nicht klappt. Es soll dann halt einfach nicht sein. Alternativen wie Pflegekinder stehen ja jedem offen.

      Nicht alles, was medizinisch möglich ist, muss auch gemacht werden.

      Nein, verbieten lassen will ich künstliche Befruchtung natürlich nicht. Das muss jedes Paar letztlich selbst entscheiden. Insofern will ich Paaren auch nichts vorschreiben. Trotzdem darf ich ja meinen ethischen Standpunkt deutlich machen. Verfahren, wo das Töten von Embryonen in Kauf genommen wird, halte ich nun einmal für unethisch.

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      Auch wird durch Verhütungsmittel die Einnistung/Befruchtung verhindert, sodass einem zukünftigen Menschen das Leben verhindert wird.
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      Das „Verhindern“ bei der Verhütung hat eine andere Qualität als das „Verhindern“ beim Töten eines Embryos. Im Fall der Verhütung wird nur das Entstehen irgendeines noch nicht existierenden Menschen verhindert. Beim Töten eines Embryos wird die Zukunft eines ganz konkreten, bereits existenten menschlichen Individuums verhindert.

      Also: Im Fall 1 kann man nicht vom Töten sprechen, im Fall 2 schon.

      • Du hast immernoch nicht auf mein Frage: „Was an Nicht-Existenz schlimm ist geantwortet“ geantwortet. Keine Argumente?

        „natur-/schicksalsgegeben hinnehmen sollten, wenn es mit dem Nachwuchs auf natürliche Weise nicht klappt.“
        Das ist ein naturalistischer Fehlschluss (wie der Sozialdarwinismus) nur weil es in der Natur so ist, heißt das noch lange nicht, dass es in der menschlichen Gesellschaft so sein muss. Jeder ist seines Glückes Schied. Schicksal ist doch nur eine Einbildung man hätte keine Wahl.
        „Es soll dann halt einfach nicht sein.“ und wer bestimmt das?

        Nicht alles, was medizinisch möglich ist, muss auch gemacht werden.
        Aber die Möglichkeit sollte doch jeder für jeden frei stehen. Der Wunsch nach eigenen Kindern kann sehr groß sein und für die meisten Menschen geht er auch ohne Hilfsmittel in erfüllung. Nach deiner Argumentertion darf man z.B. Tauben kein Cochleaimplantat geben, weil die NAtur es so“ wollte“, dass sie nicht hören können.

        Bei Einsatz einer Spirale wird die Einnistung des Embryos verhinder, was zum Absterben führt. Wäre es für die dann nur „passive Sterbehilfe“? Sind für dich dann nicht auch Spermien und Eizellen halbe Menschen (ein Einzellen.Embryo besteht aus nihcts anderem)? Was ist mit Schimpansen, die haben ca. 99% menschlches Erbgut, haben sie dann auch 99% Menschenrechte?

        • Zitat: Du hast immernoch nicht auf mein Frage: “Was an Nicht-Existenz schlimm ist” geantwortet. Keine Argumente?
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          Die Frage „Was ist an Nicht-Existenz so schlimm?“ ist nicht zielführend.
          „Schlimm“ ist es, wenn eine Existenz bewusst und mutwillig in die „Nicht-Existenz befördert“ wird. Wenn also ein Mensch seiner Zukunft beraubt wird. Man nennt es Töten.
          Ein Embryo ist ein bereits existierender Mensch. Wird seine Existenz durch einen Eingriff beendet, bedeutet dies, dass diesem Menschen seine Zukunft genommen wurde, die er ohne den Eingriff gehabt hätte.
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          Zitat: “natur-/schicksalsgegeben hinnehmen sollten, wenn es mit dem Nachwuchs auf natürliche Weise nicht klappt.”
          Das ist ein naturalistischer Fehlschluss (wie der Sozialdarwinismus) nur weil es in der Natur so ist, heißt das noch lange nicht, dass es in der menschlichen Gesellschaft so sein muss. Jeder ist seines Glückes Schied. Schicksal ist doch nur eine Einbildung man hätte keine Wahl.
          “Es soll dann halt einfach nicht sein.” und wer bestimmt das?

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          Ich sage ja nicht, dass Eingriffe in die Natur per se verwerflich sind. Bei PID oder Abtreibung ist dies aber aus den genannten Gründen der Fall. Noch einmal: Wenn Paare zu unethischen Mitteln greifen müssen, um Nachwuchs zu bekommen, sollten sie darauf verzichten.
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          Zitat: „Nicht alles, was medizinisch möglich ist, muss auch gemacht werden.“
          Aber die Möglichkeit sollte doch jeder für jeden frei stehen. Der Wunsch nach eigenen Kindern kann sehr groß sein und für die meisten Menschen geht er auch ohne Hilfsmittel in erfüllung. Nach deiner Argumentertion darf man z.B. Tauben kein Cochleaimplantat geben, weil die NAtur es so” wollte”, dass sie nicht hören können.

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          Nein, da hast du völlig missverstanden, siehe oben. Medizinisch notwendige Eingriffe in die Natur sind etwas ganz anderes – und ethisch sogar geboten. Ganz anders verhält es sich bei Eingriffen, bei denen es letztlich um das Töten und Aussortieren von menschlichem Leben geht. Diese sind aus ethischen Gründen abzulehnen.
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          Zitat: Bei Einsatz einer Spirale wird die Einnistung des Embryos verhinder, was zum Absterben führt. Wäre es für die dann nur “passive Sterbehilfe”?
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          Wo ein Embryo mutwillig an seiner Entwicklung behindert wird, geht es um Töten.
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          Zitat: Sind für dich dann nicht auch Spermien und Eizellen halbe Menschen (ein Einzellen.Embryo besteht aus nihcts anderem)? Was ist mit Schimpansen, die haben ca. 99% menschlches Erbgut, haben sie dann auch 99% Menschenrechte?
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          Spermien sind keine halben Menschen, denn es gibt keine halbe Menschen. Spermien enthalten das „Potenzial“, um zusammen mit einer Eizelle einen Menschen entstehen zu lassen
          Auch ein Embryo ist kein halber Mensch, sondern bereits ein voller Mensch, der sich noch weiterentwickeln muss – so wie sich jeder Mensch vom Beginn bis zu seinem Ende ständig weiterentwickelt.

          Zu den Schimpansen: Diese haben allenfalls Tierrechte, aber keine Menschenrechte.

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